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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Das Land aus dem wir Leben


von Peet
18.08.2010
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 Vietnam. Mit dem Wort wird Elend, humanitäre Katastrophen und Krieg in Verbindung gebracht – auch unbewusst. Das sind in der Regel die ersten Gedanken. Doch Vietnam hat mehr, kann mehr! Vietnam ist eine der dynamischsten Volkswirtschaft Südostasiens. Die Löhne sind noch billiger als in China und die Menschen haben Visionen und wollen ihr Land voran bringen.

Ihr fragt euch bestimmt jetzt, warum schreibe ich darüber? Was hat das mit Natur zu tun? Es hat was damit zu tun. Denn Vietnam strebt ebenfalls, wie viele andere Länder in dieser Region, eine rasante Aufholjagt an – auf wirtschaftlicher Basis.

Es wird jeden Tag gearbeitet. Einen Sonntag gibt es theoretisch nichg. Überall entstehen Fabriken oder es gibt sie schon. 220 Deutsche Unternehmen produzieren in Vietnam. Von Adidas, Heidelberger Druck, Metro und Seidenticker sind einige der Unternehmen. Bosh steckt 55 Millionen in eine neue Fabrik. Siemens fördert ein Technologiezentrum.
Es wird investiert und investiert aber das ist auch das Recht eines Unternehmens. Die freie Marktwirtschaft. Es wird aber nie benannt unter welchen Umständen. Das der Raubbau ähnlich wie in China, Indien und anderen Entwicklungsländern voran schreitet muss man gar nicht bezweifeln.

Ein Beispiel ist die Provinz Ha Tinh. Ihr steht ein Boom bevor, der wie Gottes Segen daher kommt. So wird er zu mindestens prophezeit. Denn die Provinz beherbergt rund eine Million Tonnen Eisenerz. Diese Region soll das größte Eisenerzabbaugebiet Südostasiens werden. Dörfer werden umgesiedelt und Siemens verdient mit einer Berufsschule direkt mit. Dass das Gebiet später nicht mehr wieder zu erkennen sein wird ist klar. Ebenfalls ist klar, das hier die Korruption im Spiel ist. Ein Gebiet wird an ein Unternehmen verpachtet und das größte Opfer ist die Natur. Die Menschen vor Ort werden eine Arbeit bekommen und Geld verdienen. Aber ihnen darf auch keine Schuld gegeben werden. Sie werden als die ärmsten bezeichnet, doch sind sie das wirklich? Sind nicht wir fortgeschrittenen Menschen, mit all unserem Wissen die ärmeren? Das wir immer noch glauben, wir könnten uns einfach alles nehmen, was wir wollen, was wir brauchen? Brauchen wir überhaupt eine Million Tonnen Eisenerz? So ist es aber immer und immer wieder. Sei es in Kanada der gigantische Abbau von Sand aus dem Öl gewonnen wird oder bei uns vor Ort der Abbau von Braunkohle.

Aber am Raubbau der Natur in anderen Ländern profitieren natürlich die Europäer und nicht zuletzt Deutschland ungemein. Unternehmen wie Siemens, Bosh und andere bringen das nötige Wissen, um den Abbau fertigen zu können. Wir leben also von diesen Ländern. China, Vietnam, Indien oder auch Korea sind Länder aus denen wir leben. VW, BMW, Porsche oder Daimler machen ihre Gewinne nicht in Deutschland. Sie werden in Asien gemacht. Der wachsende Wohlstand macht es möglich sich diese Autos zu leisten. Die Premium Marken “Made in Germany” sind beliebt und wir, als Arbeitnehmer, profitieren davon. Wenigstens ein bisschen. Bevor wir also entsetzt sind über China's Umweltpolitik oder auch Vietnam's sollten wir erstmal auf uns schauen und uns fragen, wollen wir weiter unseren Lebensstandart so halten? Ist es wirklich die beste Art und Weise für den Menschen so zu leben?

Mehr zu diesem Thema findet ihr hier: Chinas heimlichen Katastrophen

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,711030,00.html

Quelle - Bild: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-58050-3.html

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Kommentare (4)
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20.08.2010
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Ich muss sagen, es geht mir echt immer gegen den Strich, wenn ich lese, dass irgendetwas, was ich besitze made in Vietnam oder made in Thailand ist. Das fängt ja schon bei Sportschuhen an. Tatsache ist nur: Wir haben hier doch keine wirkliche Alternative. ( außer barfuß laufen)
Da hat Gakje völlig recht- Wir können es so gut wie nicht beeinflussen. Wir haben nur die Alternative zum Verzicht. Aber das ist ein radikaler Schritt. Wäre natürlich mal eine Option, auf alles zu verzichten, was unserer Erde schadet. Aber vorher sollt eman sich fragen, was man vom Leben erwartet und ob man bereit ist, abseits von Norm und Gesellschaft zu leben.

@Morgan : Tja, wie es scheint haben wir einige talentierte Schreiber in der WWF-Jugend ;-)
19.08.2010
Peet hat geschrieben:
@Morgan
Dann mach das doch einfach mal und gebe weiter das die WWF-Jugend gerne schreibt :).

19.08.2010
Morgan hat geschrieben:
würd ich das mal meiner familie erzählen,würden die denken,ich läse fachzeitschriften.
18.08.2010
midori hat geschrieben:
Um so viele Ecken denkt der Deutsche nicht. Wir können von "Glück" sprechen, dass wir schon Industrieland sind. Sonst wären wir die Ausgebeuteten. Aber genau das gleiche ist es doch mit der Landwirtschaft. Alles wird aus den Entwicklungsländern bezogen...

Gute kritische Sichtweise!
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