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Das Geheimnis des Lebens - Bäume


von RichardParker
20.03.2016
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Bäume sind unsere natürlichen CO² Blocker, das wissen die, die sich ein bisschen für die Natur interessieren. Für viele sind Bäume aber nur schön anzusehen, oder einfach nur da, wie so vieles andere auch. Aber Bäume sind nicht einfach nur Bäume. Hier kommt das Geheimnis Leben, warum ein Baum nicht nur an einem Fleck steht, alt und groß werden kann.

Jeder von uns wird das kennen, man geht durch den Wald und entdeckt auch hin und wieder Baumstümpfe. Viel zu schnell landet der Gedanke in unserem Kopf: "Oh, ein verendeter, toter Baum" Das muss nicht sein! Klar, es ist nicht mehr, der schöne ausgewachsene Baum, der er vielleicht mal früher gewesen ist. Aber tot muss er auch nicht sein. In einem Wald existieren großflächige, unterirdische Wurzelsysteme. Artverwandte Bäume versorgen sich so gegenseitig, wenn ein "Kamerad" in Not ist.

So kann auch noch ein vermeintlich toter Baum, noch über Jahrzehnte am Leben erhalten werden. Bäume kommunizieren auch dann miteinander, wenn beispielsweise Gefahr droht. Gibt es besonders gierige Fressfeinde sendet der Baum Duftstoffe aus, um seine Artgenossen in der Umgebung zu warnen. Diese können dann giftige Botenstoffe in ihren Organismus leiten und die leckeren Blätter sind mit einmal bitter und wenig schmackhaft.

Pilze und Bäume? Da werden einige nicht gerade positive Assoziationen haben. Eher, diese, dass Pilze einen Baum langsam zur Strecke bringen, in dem sie ihn zu Stück für Stück auffressen, weil er auf Grund von Alter oder Verletzungen nicht mehr in der Lage ist sich gegen Parasiten, Käfer und Pilze zu wehren? Ja und Nein. Es ist nicht zu leugnen, dass Pilze immer einen Tribut fordern, denn auch sie wollen überleben. Aber sie sind das Internet des Waldes. Ja, richtig gehört. Es gibt Bäume die eine Partnerschaft mit Pilzen eingehen. Sie lassen es zu, dass sie von Pilzfasern umschlungen werden. Diese breiten sich auch über die Wurzeln des Baumes hinaus aus und verbinden sich so mit anderen Artgenossen und ihren Bäumen. Et Voila! Ein Nährstoff- und Kommunikationsautobahn ist entstanden. Die Pilze fordern einiges an Zucker ein (bis zu einem Drittel der gesamten Produktion!) und schützen den Baum im Gegenzug auch gegen Schwermetall, die ihnen weniger Schaden zufügen als den Wurzeln der Bäume. Auch sind sie Schutz gegen aggressive Pilzarten und Bakterien.

Aber wenn es um die Existenzsicherung geht sind Bäume noch wesentlich erfinderisch. Müssen sie auch, denn nahezu alle Standorte eines Baumes sind eher kompliziert und unvorteilhaft. Die Fichte beispielsweise kann bitterkalte Winter überstehen. Warum? Zum einen leitet sie eine Art Frostschutzmittel in ihren Organismus, damit sie ihre Nadel nicht abwerfen muss und diese auch nicht einfrieren. Zweiter Punkt: Schneelasten. Der Baum wächst äußerst gerade und wird deshalb auch nicht besonders groß. Aber gerade Dinge lassen sich schwerer erdrücken. Zu anderen stehen die Zweige und Äste waagerecht ab. Kommt Schnee darauf biegen sie sich, ähnlich wie Dachziegel, stützen somit einander und bieten insgesamt weniger Angriffsfläche, sodass der meiste Schnee doch zu Boden fällt und nicht auf der Fichte landet.

Dann noch kurz zur bäumischen Fortpflanzung. Es gibt Bäume, deren Samen einfach irgendwo auf dem Boden landen, ohne dass dieses durch Wind oder Insekten verlasst wurde. Denn beide Letztgenannten sind die natürlich Überlebensgarantie der Bäume. Diejenigen Samen nämlich, die einfach nur auf den Boden fallen sind meistens Wildtierfutter. Was wiederum die natürliche Bestandsregulation für sich hat. Oder eben sie fördern den Baumbestand, wenn das Futter für schlechte Zeiten irgendwo eingegraben wird, aber nicht wieder heraus :)


Ich könnte noch einiges mehr über Bäume berichten, deswegen wird es wahrscheinlich noch einen zweiten Teil geben, wenn ihr reges Interesse bekundet. ;)
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Kommentare (3)
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Sortieren nach Aktualität:
26.03.2016
HelptheWorld hat geschrieben:
Super toll! Ich habe ja auch schon einen Bericht über Bäume geschrieben.
24.03.2016
Jenn_Lux hat geschrieben:
Super Beitrag! (:
Hoffentlich wird die Wichtigkeit unserer grünen Lebensspender in Zukunft endlich mehr gewürdigt werden! 8:
20.03.2016
OekoTiger hat geschrieben:
Toller Beitrag, du warst ja gestern sogar bei meinem Livestream dabei :D
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