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Das Fracking-Märchen von ExxonMobil


von Jonpackroff
01.04.2012
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Villeicht sind euch in letzter Zeit Fernsehspots zum Thema Erdgasförderung in Deutschland aufgefallen.

Die Firma ExxonMobil bewirbt momentan in einer großen Fernsehkampagne das sogenannte "Hydraulic Fracturing", auch "Fracking" genannt, als scheinbar sichere und günstige Möglichkeit in Deutschland Erdgas zu fördern. Hier seht ihr einen Werbespot aus der aktuellen Kampagne:

Auf ihrer Homepage (www.erdgassuche-in-deutschland.de) geht ExxonMobil noch einen Schritt weiter: Auf die Frage ob ExxonMobil Risiken bei der Fracking-Technologie sieht, antwortet der Konzern es gebe "keine Risiken, die nicht beherrschbar sind". Desweiteren gäbe es keine "unabwendbaren Umweltschäden durch die (...) Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten". 

Wie funktuiniert Hydraulic Fracturing? Beim Hydraulic Fracturing wird zunächst eine mindestens 1.000 Meter tiefe, und somit unter das Grundwasser reichende, Bohrung durchgeführt. Anschließend werden künstliche Risse erzeugt, in welche dann Wasser, Sand und chemische Zusatzstoffe mit Hilfe von Druck gepumpt werden. Der Sand dient dabei zum verfestigen der Risse. Durch diese Risse ströhmt dann das im Gestein eingeschlossene Erdgas zu dem gebohrten Schacht und wird dann an die oberfläche gepumpt.

Die Risiken von Hydraulich Fracturing Insgesamt sind die Risiken von Fracking erst schlecht erforscht. Es ergeben sich allerdings einige, klar erkennbare Probleme. Das erste Problem ergibt sich bereits bei der Bohrung. Die Bohrung verläuft immer durch grundwasserleitende Gesteinsschichten. Die während des Frackings hinuntergepumpten Chemikalien, welche teilweise Krebserregend und/oder Giftig sind, könnten daher an dieser Stelle ins Grundwasser gelangen. Außerdem könnte dort auch Erdgas ins Grundwasser dringen. Im Gegensatz zu den anderen Problemen wird dieses Problem von ExxonMobil scheinbar ernst genommen: Der Konzern verspricht mehrere Stahl- und Zementbarrieren in die Bohrlöcher einzufügen (Siehe Video). 

Das nächste Problem ergibt sich beim Frackingvorgang selber. Durch den künstlich erzeugten Druck kann auch Erdgas direkt in das Trinkwasser gepresst werden. Häufig finden sich in Gesteinen lange Risse, die sich über mehrere Schichten herziehen. Durch diese Risse kann das Erdgas unbemerkt ins Grundwasser gelangen. Denkbar wäre auch, dass durch diese Risse Chemikalien des Frackingvorganges ins Grundwasser gelangen. Dieses Risiko kann so gut wie gar nicht vermieden werden, es sind dafür genaue Bodenanalysen nötig.

Das dritte Problem ist die Entsorgung der anfallenden Bohrschlämme und des hinabgepumpten Wassers. Beides ist häufig mit radioaktiven Isotopen, Schwermetallen und Salzen belastet. Die Entsorgung ist aufwendig und kostenintensiv.

Als Vorteil von Erdgas im gegensatz zu anderen Fossilen Brennstoffen wird häufig die höhere Effizienz und die daraus resultierende höhere Klimaverträglichkeit genannt. Da beim Fracking aber auch klimaschädliche Gase (z. B. Methan), welche im Gestein eingeschlossen waren, in die Luft entweichen können, ist dieses bei durch Fracking gewonnenem Erdgas nicht der Fall.

 

Fracking ist und bleibt eine hoch risikohafte, gefährliche und klimaschädliche Methode Erdgas zu fördern. Auch wenn ExxonMobil mehr Barrieren in den Förderschacht einbaut, bleiben alle anderen Risiken erhalten. Die Fehrnsehkampagne ist als reines Greenwashing zu betrachten, sicherer wird Fracking dadurch nicht.

 

 

Quellen:

http://www.erdgassuche-in-deutschland.de/hydraulic_fracturing/index.html

http://www.europaunkonventionelleserdgas.de/home/der-prozess

http://de.wikipedia.org/wiki/Hydraulic_Fracturing

http://www.gegen-gasbohren.de

http://www.n24.de/news/newsitem_7435573.html

Video: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=dedYhIOxodw

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Kommentare (6)
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03.04.2012
LSternus hat geschrieben:
ei super Bericht. Ich hatte schon mal einen anderen Werbespott der Firma zu diesem Thema gesehn. Da springt eine das Greenwashing gerade zu an.
Meiner Meinung nach ist diese Methode zu gefährlich um sie anzu wenden zumal die Nebenwirkungen noch weitesgehend unerforscht sind!
03.04.2012
gelöschter User hat geschrieben:
............ein gefährliches Wunschdenken.
02.04.2012
Jonpackroff hat geschrieben:
@Urmeli Du hast natürlich recht, man kann in einem Werbespot keine Gegenüberstellung der Argumente und Risiken erwarten. Der Konzern ExxonMobil behauptet allerdings au seiner Homepage tatsächlich, es gebe keine Risiken. Das ist nicht nah am reinen Wunschdenken, das IST reines Wunschdenken.
02.04.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Da der Werbespot von ExxonMobil war, war klar, dass diesen kritisch betrachten musste, wer erwähnt schon in seinem eigenen Werbespot die Risiken?

Aber die Bohrung durch Grundwasserschichten und das absichtliche Erzeugen von Rissen - deren Verlauf wohl nicht beeinflusst werden kann (?) - als absolut sicher und risikolos zu bezeichnen ist schon nah am reinen Wunschdenken.
02.04.2012
abcd hat geschrieben:
Unglaublich was die Werbung uns wieder vormacht.Ich kenne den Werbespot .Ich weiß auch was fracking ist.Wusste aber nicht das es in der Werbung um fracking geht .
02.04.2012
Wanderfalke02 hat geschrieben:
Guter Bericht. Das Fracking für die Erde Sch.... ist, ist schon seit langem bekannt. Und dennoch gibt es anscheinend Menschen die das nicht interessiert.
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