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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
children's world 2012


von MaRyLoU
28.02.2012
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Urbanisierung – die Ausbreitung der städtischen Lebensform. Die Städte wachsen und es wird von Zukunft Stadt gesprochen. Möglichst von grünen Städten, in denen die Menschen dann leben werden. Stadt bedeutet für viele Menschen vom Land Hoffnung, vor allem in den Entwicklungsländern – doch meistens sind es nur Trugträume und die Stadt entpuppt sich als Alptraum für die Familien. Wie sieht es dabei mit den Kindern und Jugendlichen der Welt aus? Wie wirkt sich die Urbanisierung auf sie aus? Nach Schätzung von UNICEF wachsen weltweit mittlerweile eine Milliarde Kinder und Jugendliche in Städten auf – und jeden Tag werden es mehr. Dies ist nahezu die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen weltweit. Und die Situationen unter denen die Kinder teilweise in den Städten leben sind katastrophal. Jedes dritte Kind der „Stadtkinder“ lebt in überfüllten Slums…

1955 leben um die 27% der Kinder weltweit in Städten. Das hat sich verändert. 60 Millionen Menschen werden es jährlich mehr in den Städten. In den nächsten paar Jahren kommt es vermutlich sogar zu einer neuen geschichtlichen Veränderung der Verhältnisse– prognostiziert wird, dass weltweit zum ersten Mal in der Geschichte mehr Kinder in Städten aufwachsen werden als auf dem Land. Fast jedes zweite Kind wächst heute in einer Stadt auf, soziale Gegensätze verschärfen. 30 bis 50 Prozent aller Neugeborenen in den rasch wachsenden Städten und Metropolen der Entwicklungs- und Schwellenländer werden nach der Geburt nicht einmal registriert. Dies ist Ergebnis des UNICEF-Berichts „Zur Situation der Kinder in der Welt 2012“. Der Traum von besseren Schulen, Arbeitsplätzen und Lebensbedingungen, in der Stadt geht jedoch nicht in Erfüllung. Scharfe Ungleichheiten bestimmen das Leben in den Städten. Die Entwicklung der Infrastruktur und sozialer Dienste für alle Menschen bleibt weit hinter dem raschen Wachstum der Städte zurück. „Städte werden für immer mehr Kinder zu Orten der Armut“, erklärte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

Die Lebensbedingungen der Kinder können grausam sein. Sie müssen sich durchs Leben kämpfen. Krankheit und Ausbeutung bestimmen bei den meisten Kindern in den Entwicklungsländern ihr Leben. Sie wachsen auf kleinstem Raum auf, ohne ausreichende Grundversorgung. Zwar sind in Städten meistens mehr Bildungs- und Gesundheitsstätten, doch an die kommen die meisten armen Menschen nicht heran.

Die Möglichkeiten der Versorgung hält mit der raschen Bevölkerungszunahme nicht mehr mit. Durch unhygienische Verhältnisse können sich leichter Krankheiten ausbreiten und das trifft vor allem die Kinder. Es kommt häufiger zu Masernepidemien, Tuberkulose und anderen Krankheiten. In Nairobi, die Hauptstadt Kenias, leben rund zwei dritten der Menschen in überfüllten (informellen) Städten. Dort sterben 151 Kinder von 1.000 vor ihrem fünften Lebensjahr – die meisten an Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen. Hinzu kommt, dass manche Familien aus ärmlichen Vororten auch mal das bis zu 50-fache für einen Liter Wasser mehr als ihre reichen Nachbarn bezahlen müssen– da sie auf Grund fehlender Sanitäranlagen auf private Wasserverkäufer angewiesen sind. In einer indischen Stadt – Delhi – gehen vermutlich die Hälfte der Kinder nicht zur Schule und das obwohl normalerweise die Chance eine weiterführende Schule besuchen zu können, in der Stadt höher liegt als auf dem Land. ES fehlt das Geld für Schuluniformen und Schulmaterial – da kann auch keine öffentliche, kostenlose Schule helfen. Somit sind die Kinder aus ärmlichen Verhältnissen fast gänzlich ausgeschlossen. Viel zu viele Kinder sind unter-/fehlernährt. Rund 54 Prozent der ärmsten Kinder in den Slums in Indien sind durch Mangelernährung in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zurückgeblieben – 33% sind es auf dem Land. Es kommen Schutzlosigkeit, Armut, Unsicherheit, Gewalt, Kriminalität und zu allem Überfluss auch noch Umweltkatastrophen dazu. So sieht das Leben vieler Kinder aus und soll es auch weiter hin sein.

„Nur wenn Millionen Kinder in Slums und heruntergekommenen Vierteln nicht länger ausgeschlossen werden, können sich Städte sozial und wirtschaftlich gerecht entwickeln.“ So die Aussage von Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. Während die Städte in den Entwicklungs- und Schwellenländern weiter wachsen, werden nach Einschätzung von UNICEF die Bedürfnisse und Rechte der dort lebenden Kinder systematisch übersehen und spielen bei der Stadtentwicklung kaum eine Rolle. Das muss sich ändern. Mit seiner Studie richtet sich UNICEF an Regierungen, Stadtverwaltungen, Unternehmen und Zivilgesellschaft. ES muss sich etwas verändern.

•Ausschluss der Kinder aus armen Familien stoppen: Die Rechte der ärmsten Kinder in den Städten auf Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung müssen endlich sichergestellt werden. Hierzu gehört insbesondere der Zugang zu Bildung sowie einer sozialen und medizinischen Grundversorgung für alle Kinder. Die Sicherheit und der Schutz vor Naturkatastrophen, Gewalt und Kriminalität müssen dringend verbessert werden.

•Sicheren Aufenthalt ermöglichen: Besondere Aufmerksamkeit muss darauf gelegt werden, den Familien einen sicheren Aufenthalt zu ermöglichen, um die Entwicklung eines Stadtteils langfristig voranbringen zu können. Ein wichtiger Schritt dazu ist auch, die Registrierung und Dokumentation der Identität aller Kinder nach der Geburt.

•Den Armen Gehör verschaffen: Die armen Bevölkerungsgruppen – und insbesondere Kinder und Jugendliche – müssen bei den Planungen zur Entwicklung von Stadtteilen und Gemeinden von den Stadtverwaltungen und Regierungen gehört und beteiligt werden.

•Dokumentation und Information zur Lage in den armen Stadtvierteln: Bis heute fehlen in den meisten Metropolen umfassende Informationen über die Lage der ärmsten Bevölkerungsgruppen. Diese sind notwendig, um dafür zu sorgen, dass ihre Interessen von der Politik nicht länger übersehen werden können.

•Netzwerke für Kinderrechte und Stadtentwicklung knüpfen: UNICEF ruft dazu auf, Initiativen zur Stadtentwicklung in den Stadtteilen, aber auch auf nationaler und internationaler Ebene miteinander zu vernetzen. Erfolgreiche Projekte und Initiativen müssen sich gegenseitig stärken und anregen.

 

Quelle:
UNICEF 2012 © unicef 

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Kommentare (2)
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29.02.2012
MarcelB hat geschrieben:
Ja, wir haben früher im Geo-Lk sehr oft über das Problem der Städte gesprochen. Nirgends sind die Unterschiede zwischen Arm und reich stärker. Ich finde aber, dass einerseits schon ziemlich viel geschafft ist, wenn Menschen überhaupt in einer Stadt leben. Doch andererseits bringt das nichts, wenn sie nicht an die Infrastruktur angebunden sind. Die Hoffnung für die Ärmere Bevölkerung ist in der Stadt gigantisch, deswegen siedeln immer mehr Menschen zu, aber das Problem ist, dass sie sich an keine Regeln halten. Im Orient bauen sie einfach in die Höhe, ein Haus auf dem anderen, aber da die Gebäude nicht vernünftig gebaut werden - weil sie davon einfach keine Ahnung haben, sterben viele durch Unfälle oder ähnliche Sachen.
Natürlich ist das nur ein Problem von vielen, aber ich bin davon überzeugt, wenn der Staat und die Stadt gewillt ist Migranten zu akzeptieren und die Stadt über die Grenzen hinaus plant, viele Probleme bekämpft werden können. Sind die Slums ans Sadtversorgungsnetz angebunden, entfallen viele Probleme. Aber alle beteiligten davon zu überzeugen, bleibt das schwerste an der Aufgabe... immerhin muss jemand die Gelder genehmigen. So viele Probleme und mit der wachsenden Weltbevölkerung eines der Probleme, die wir bekämpfen müssen!
Danke für den Bericht! :-)
29.02.2012
Himmelswaechter hat geschrieben:
Hi, das ist schon schlimm was hier passiert. Aber leider sind die Mächtigen gar nicht dran interessiert diesen Kindern zu helfen. Es gibt viele Mächtige die Geld zum fressen haben. Aber die wollen immer mehr. Einer dieser Mächtigen ist Bill Gates (von Microsoft). Schau mal wie der über die zunehmende Bevölkerungsdichte denkt:

http://www.propagandafront.de/114830/bill-gates-impfungen-benutzen-um-die-bevolkerung-zu-reduzieren.html

LG, Himmelswaechter
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