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CCS - die Zukunft von Kohlekraftwerken?


von Franzi
19.01.2010
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Kohle - für die einen der Umweltverschmutzer schlechthin, für die anderen bedeutet sie Arbeit, Perspektive und vor allen Dingen: Zukunft. So wie für den Kohlestaat West Virginia. Überhaupt ganz Nordamerika sitzt auf gewaltigen Kohlevorkommen, die schätzungsweise noch für die nächsten 250 Jahre zur Stromerzeugung reichen würden. Die Hälfte des amerikanischen Stroms stammt aus Kohlekraftwerken und damit natürlich auch Millionen Arbeitsplätze. Ein Klimagesetz, welches der Kohle keine Chance lassen würde, hätte somit so gut wie keine Chance im Kongress eine Mehrheit zu erhalten. Das weiß auch Obama und fördert aus diesem Grund mit mehreren Milliarden Dollar eine neue Technologie, die sich CCS nennt - "carbon capture and storage". Werden die Kohlekraftwerke der Zukunft also"grün" sein?

Nun, so genau weiß man das noch nicht. Zunächst einmal wird bei diesem Verfahren das ansonsten in die Atmosphäre entweichende Kohlendioxid herausgefiltert und eingefangen. Dann wird es zusammengepresst und tief unter die Erde gepumpt, wo es dann keiner mehr sieht und es folglich auch keinen Schaden mehr anrichten kann.... Doch so sicher ist sich da keiner.

Nahe des Ohio Rivers, in New Haven, wird CCS nun erstmals getestet. Für allein 72 Millionen Dollar wurde ein altes Kraftwerk umgewandelt, jetzt wird dort 4 Jahre lang getestet, wie genau CCS in Zukunft funktionieren soll. Bis jetzt gibt es immer noch mehr Fragen als Antworten, wie z.B wie die poröse Sandstein- und Schieferschichten auf den zusätzlichen Druck des Gases reagieren werden, wohin das verdrängte Salzwasser entweichen soll, ob es zu Erdbeben oder Erderhebungen kommen kann und ob sich das CO2 nicht möglicherweise doch wieder einen Weg an die Oberfläche bahnt und das Ganze somit umsonst war. Wird der Kohlenstoff einfach für alle Ewigkeit friedlich da unten ruhen? Und ist überhaupt genug Platz da, um die Millionen Tonnen CO2 zu speichern, die jedes Jahr in Kohlekraftwerken entstehen? In vier Jahren wird der Boden unter New Haven und der Umgebung bereits voll sein. Doch dann fehlen immer noch die restlichen 98,5% des CO2, welches jährlich durch Kohlekraftwerke in den USA erzeugt wird...

Bei all der Ungewissheit ist eins aber schonmal sicher: da mit dem neuen CCS Verfahren nur noch 35% des erzeugten Stroms wirklich in die Stromnetze einfließen kann (der Rest wird für das aufwendige Herausfiltern des CO2 verbraucht), wird der Kohlestrom auf jeden Fall teurer werden.

Auch spielen politische Fragen eine Rolle: würden überhaupt alle US-Staaten mitmachen und ihren Boden als CO2 Speicher zur Verfügung stellen?

All dies ist noch ungewiss. Auch andere Ideen, wie das CO2 in seine Bestandteile C und O2 zu zerlegen, um damit den Baustoff C Kohlefaser zu gewinnen, werden diskutiert. Ich bin zwar weder Chemiker noch Gesteinsexperte, aber die Idee, das CO2 zu zerlegen und wieder zu verwenden ist mir eindeutig sympathischer, als der Gedanke in wenigen Jahren auf einem von CO2 vollgepumpten Boden herumzulaufen, von dem keiner genau weiß, wie er reagieren wird... Egal wie man es dreht und wendet, der Natur wäre am Besten gedient, wenn wir die Kohlekraftwerke einfach abschalten und uns statt auf CCS lieber auf den Ausbau erneuerbarer Energien konzentrieren würden... oder?

 

 

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Kommentare (6)
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14.06.2011
Bienenkoenigin hat geschrieben:
Das ist echt ein kompliziertes Thema... ich kann mich den anderen und dir nur anschließen! Erst die Luft dann die Erde.. das ist echt keine Lösung! Es ist so schnell daher gesagt, aber ich finde, dass wir einfach so schnell wie möglich die Kohlekraftwerke abschalten müssen und nicht versuchen sollten uns diese Engeriegewinnung grün zu reden. CO2 ist und bleibt umweltschädlich!
26.04.2010
LukasH hat geschrieben:
Ich hab mich in meiner GFS unter anderen
auch mit der C02-Abtrennung beschäfitg und
es ist sehr kompliziert
23.01.2010
KatevomDorf hat geschrieben:
ich glaube, der grund warum man das CO2 nicht aufspaltet, ist der, dass wie schon mím bericht ansagtzweise beschrieben, ein enormer auwand betrieben werden müsste um die ganzen gase erstmal aufzufangen zu "sortieren" (denn kohlekraftwertke stoßen ja nciht ausschließlich CO2 aus) und dann zu trennen. das ist energetisch totaler stuß. zumal das CO2 meineransicht nache immer wieder zusammen reagierne würde, wenn es nciht schnell und aufwengig abgeführt wird. (dissoziationsrgleichung, redox-reaktion usw.) wobei druck temp und menge der ausgangsstoffe/endprodukte berücksichtigt wrden müssen, denn es muss icher (nicht all zu hoher druck/temp) sein aber auch rentabel bleiben und as ist es nciht, wenn man nach der kohleverbrennung mehr energie reinsteckt um diese aufzuarbeiten. dann soll man lieber gleich weniger verbrauchen, dann reicht es auch länger^^
21.01.2010
nera8 hat geschrieben:
Auch wenn ich nichts von Chemie verstehe klingt diese Aufspaltung für mich recht vernünftig, zumindest wenn man den Kohlenstoff weiter verwenden kann. Und O2 ist ja Sauerstoff nicht schädlich. Aber ich bin auch gegen CCS, weil ob Boden oder Luft, CO2 bleibt ein Problem. Sie sollten besser die erneuerbaren Energien ausbauen.
19.01.2010
Janine hat geschrieben:
Das CCS-Projekt bringt meiner Meinung nach einfach nur eine Verlagerung des Problems mit sich. Die Luft ist voll, nun kommt der Boden an die Reihe. Irgendwann wird auch der sich rächen. Ich finde auch, dass man nach Alternativen suchen sollte und nicht nach neuen Abstellorten für das Problem, das es zu beseitigen gilt,
19.01.2010
Philipp hat geschrieben:
Ich bin da ganz deiner Meinung
Was soll es denn bringen wenn man das ganze CO² in den Boden pumpen würde, da der Boden dann ja nach einiger Zeit nichts mehr aufnehmen kann. Und dann muss man sich wieder etwas einfallen lassen. Warum also nicht gleich
eine dauerhafte Lösung suchen? 
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