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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Blog von der Klimakonferenz in Doha: 8. Tag


von Sylvia_WWF
03.12.2012
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Eine Woche des Klimagipfels ist vorbei, das Konferenz-Zentrum hat heute geschlossen. Zeit für ein Zwischenfazit. In den drei Hauptverhandlungsthemen "zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls", "Weltklimaabkommen" und "Finanzierung", gibt es bisher wenig Fortschritt. Bundesumweltminister Peter Altmaier wird für Donnerstag in Doha erwartet. Kommt er mit leeren Händen, weil Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler ihn blockiert? Wir hoffen außerdem, dass die zweite Woche der Klimaschutzverhandlungen Schwung in die zunehmend zähen Gespräche bringt. Schließlich erhöht sich der Erfolgsdruck deutlich wenn die Umweltminister ab Montag eintreffen.

Bisher scheint keines der industrialisierten Länder bereit zu sein, zusätzliche Emissionsminderungs-Verpflichtungen einzugehen. In der EU gilt das Kohleland Polen als Hauptblockierer, das gemeinsame Klimaschutzziel von bislang 20 % auf 30 % Emissionsminderungen bis zum Jahr 2020 zu erhöhen. In Deutschland hatte sich auch Philipp Rösler skeptisch dazu geäußert. Derzeit hat die EU bereits 17,2 % Minderung im Vergleich zum Basisjahr 1990 zu Hause erreicht. Rechnet man Projekte im Ausland und die Landnutzung hinzu haben sie sogar schon 20,7% erreicht. Somit drohen acht Jahre Stillstand. Unsere Klimaschutz-Experten vom WWF sehen hier in Doha eine der wenigen Chancen in den Verhandlungen zur zweiten Phase des Kyoto-Protokolls, dem einzigen bisher existierenden verbindlichen Klimaschutzabkommen, die Ambitionen etwas anzuheben. Ein wunder Punkt dort ist die offene Frage der sogenannten “Heißen Luft“, der Übertragbarkeit von Emissionsrechten der ersten Phase des Kyoto-Protokolls in die zweite.

Nach dem Zusammenbruch der alten Schwerindustrien des ehemaligen Ostblocks sind die Treibhausgas-Emissionen in Polen, der Ukraine und Russland massiv gesunken und haben seither nie wieder das frühere Niveau erreicht. Diese Länder haben daher einen Überschuss an Emissionsrechten (AAUs) von 13 Milliarden Tonnen an Kohlendioxid-Äquivalenten aufgebaut. Das entspricht den gesamten EU-Emissionen von drei Jahren. Diese überschüssigen Zertifikate wollen sie nicht verfallen lassen, sondern in der zweiten oder einer möglichen dritten Verpflichtungsphase selbst nutzen oder sogar verkaufen. Doch wenn die Staatengemeinschaft zulässt, dass die ungenutzten Zertifikate übertragen werden können, ist das Kyoto-Protokoll kaum mehr die Tinte wert, mit der es unterzeichnet wurde.

Um hier Druck aufzubauen, haben wir auf einem internen Strategiemeeting gerade eine Aktionswoche aus dem Boden gestampft. „Rottweiler Issues“ nennt unsere Teamleiterin Tasneem die Themen, auf die wir uns in der zweiten Woche von Doha besonders intensiv stürzen wollen. Wie sie zugibt hatte sie den falschen Hund vor Augen, vielleicht wollte sie Bulldog Issues sagen - jedenfalls geht es darum sich an einem Thema „festzubeißen“ und nicht locker zu lassen. :) Montag geht es los mit einer Pressemitteilung und einer Pressekonferenz zusammen mit Greenpeace. Weitere Aktionen, bei denen auch das Netzwerk vom Climate Action Network (CAN) eingebunden werden soll, folgen im Verlauf der Woche. Ein Teamessen im Souqh von Doha, der 10 Minuten zu Fuß vom Hotel liegt, schließt unseren Sonntag ab.

Viele Grüße,

eure Sylvia vom WWF-Team

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Hier die Berichte der letzten Tage:

Tag 1
Tag 2
Tag 3
Tag 4
Tag 5
Tag 6
Tag 7

Ziele & Forderungen des WWF zur 18. Klimakonferenz.

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Bild © Sallie Shatz / flickr via CC

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Kommentare (1)
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03.12.2012
LSternus hat geschrieben:
Es ist ja schon mal schön dass im ehm. Ostblock die Schadstoffemission gesunken ist.

Aber, dass sich die führenden Industrienationen quer stellen hatte ich irgendwie erwartet (oder eher befürchtet!).

Wo ich gerade bei Industrienationen bin: Deutschland hat ordentlich Nachholbedarf was Klimaschutz angeht.
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