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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Bilanz des Weltgipfels für Nachhaltigkeit.


von midori
23.06.2012
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1992 fand in Rio de Janeiro der wohl größte und geschichtsträchtigste Gipfel statt, den die Welt je zu sehen bekommen hat. Erstmal wurden Umwelt- und Entwicklungsfragen in einem größeren Kontext diskutiert. 20 Jahre später blickt die Welt erneut nach Brasilien. Mitte Juni fand der zweite Erdgipfel statt und er sollte uns Lösungen bringen, wie wir Entwicklung, Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Armut anpacken könnten.

Mehr als 40.000 Teilnehmer sollten innerhalb von zwei Tagen diese weltbewegenden Themen diskutieren. Über 100 Staats- und Regierungschefs wollten sich mit der drängendsten aller Fragen beschäftigen: Wie schaffen wir es, in Zukunft nachhaltig zu leben, ohne dabei unseren Planeten zugrunde zu richten?

Auch der WWF hat sich lange auf diesen Gipfel vorbereitet. Er fordert neue, messbare, ambitionierte und glaubhafte Nachhaltigkeitsziele. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Thema der nachhaltigen Wirtschaftsweise - Green Economy. Nur auf diesem Wege kann nach Ansicht des WWF die Menschheit in Zukunft sozial gerecht, wirtschaftlich tragfähig und innerhalb der Grenzen unseres natürlichen Planeten dauerhaft versorgt werden.

WWF Aktivisten demonstrieren in Rio de Janeiro
© WWF

 Doch leider ist der Gipfel am Ende nichts weiter als eine große Enttäuschung. "Das Ergebnis ist Lichtjahre entfernt von dem, was die Erde und die Menschheit brauchen“, sagt Alois Vedder, Leiter Politik, der für den WWF Deutschland am Gipfel teilnimmt.

Immerhin gibt es nun ein gemeinsames positives Verständnis von Green Economy. Eine Green Economy Roadmap, wie die EU sie vorgeschlagen hatte, die ein wenig Verbindlichkeit ins Spiel bringen sollte, fand allerdings kein Gehör. Auch bezüglich eines Entwaldungsstops äußert sich Rio+20 nicht. Immerhin wird anerkannt, dass Wasser ein Kernbereich der nachhaltigen Entwicklung darstellt. Doch eine Vereinbarung für einen weitergehenden Schutz der Meere wird gestrichen.

Der WWF erinnert die Europäische Union an ihre Verantwortung. Denn diese verliert bei den internationalen Verhandlungen immer mehr an Bedeutung. Europa hat viele positive Ansätze in die Verhandlungen gebracht, geblieben ist davon im Abschlussdokument nichts.

Der WWF Ballon in Rio fordert die Konferenzteilnehmer auf, Ernsthaft an Lösungen zu arbeiten. © Chris Chaplin / WWF

Schon zu Beginn der Verhandlung schien diese im Fiasko zu enden. Denn kaum hatten sich alle Teilnehmer in Rio de Janeiro eingefunden, tauchte aus dem Nichts ein fertiges Abschlussdokument auf. Die brasilianischen Gastgeber hatten versucht, den Text des Abschlusskomitees vor der eigentlichen Konferenz mit den Staatschefs festzuzurren, so dass kein Raum für Verhandlungen bleibt.

Es ist enttäuschend, was sich die mächtigsten Männer und Frauen dieser Welt auf dem Erdgipfel geleistet haben. Aber davon lassen wir uns noch lange nicht unterkriegen. Jetzt ist es vor allem besonders wichtig, die angesprochenen Ziele lokal umzusetzen!
 

Was sagt ihr zum Nachhaltigkeitsgipfel? Findet ihr es gut, dass man sich immerhin mit dem Thema befasst oder seid ihr empört, weil trotz jahrelanger Vorbereitung so wenig dabei herauskam? Meint ihr, wir können es trotzdem schaffen? ;o) 

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Kommentare (16)
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11.07.2012
Chrisly hat geschrieben:
Ja echt Schade, auch auf dieser hohen Ebene muss sich was bewegen-im kleinen wie im großen ! Ich hoffe das die CBD Verhandlungen in Indien im Oktober diesen Jahres in Indien dann besser verlaufen und Ergebnisse bringen !
25.06.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Der Abschlussbericht war zu Beginn des Treffens fertig??
Jetzt werden wir schon so offensichtlich vera****t und die kommen auch noch damit durch.....unglaublich!

Ich habe kaum Hoffnungen in dieses Gipfeltreffen - zumindest der Gipfel der Dreistigkeit ist überschritten worden - gesetzt. Umso enttäuschter bin ich, dass selbst diese Minihoffungen untergraben wurden.

Es wurde nichts vereinbart. Hier ein kleines Zugeständnis, dort eine Bekundung Handeln zu wollen. Wann wird mal gehandelt? Wenn alles zu spät ist? Danke, darauf möchte ich nicht warten. Auf die Politik zu warten hat bislang nichts gebracht. Jetzt muss die Gesellschaft zeigen, dass sie es besser kann!!
24.06.2012
Peet hat geschrieben:
Was fuer eine tolle Bilanz...nicht!
24.06.2012
Anni09 hat geschrieben:
"Wenn dir etwas wichtig ist, dann mach es selbst" - auf die Sesselpupser können wir uns ja anscheinend nicht verlassen ;)

Ansonsten kann ich mich den anderen Kommis nur anschließen.
24.06.2012
Puma hat geschrieben:
Was soll man von Politikern auch anderes erwarten,als Gerede,bei dem am Ende nichts herauskommt.Ist bei Umweltthemen doch meistens so.Ich finde es enttäuschend,aber nicht weiter überraschend.Aber ich denke,wir können das trotzdem noch schaffen!!! :))
24.06.2012
LaLoba hat geschrieben:
Wow. Eine einzige Enttäuschung. Aber andererseits hab ich von unserer Weltpolitik auch nicht mehr erwartet. Was im Grunde nur noch enttäuschender ist...
Um so wichtiger ist es jetzt, dass wir weiterkämpfen! Wir geben nicht auf!!!
24.06.2012
LSternus hat geschrieben:
Kleiner Witz am Rande: Warum erwärmt sich die Erde immer strärker? - Weil auf den Klimagipfeln immer so viel heiße Luft produziert wird!

Nein Spaß bei Seite! Wenn es schon positiv ist, dass man die Probleme gefunden hat, ist der Gipfel gescheitert! So lange Einzelintressen, sei es von staatlichen oder wirtschaftlichen Intressen, haben diese Gipfel die Effitienz eines Kühlschranks während einer Panzerschlacht!

Es wurde genug geredet, genug diskutiert und sich genug im Kreis gedreht! Jetzt muss gehandelt werden!
24.06.2012
Wibekus25 hat geschrieben:
Irgendwie war mir vorher klar das das nichts wird, die "Mächtigen" dieser Welt sind doch eher am Geld als an der Zukunft der Erde interessiert. Daher denke ich genau wie Meelyn das solche Veranstaltungen nur als Vorwand benutzt werden, damit man später sagen kann man würde sich ja bemühen etwas zu verändern. Dieses Verhalten finde ich persönlich echt das Letzte und ich hoffe das die da oben bald mal ein bisschen vernünftiger werden, wobei ich daran immer mehr den glauben verliere.
Deshalb finde ich das gerade die "normalen" Menschen wie wir von uns selbst aus anfangen oder weitermachen sollten um für eine gesunde Zukunft der Erde kämpfen. Die Politik schafft das ja doch nicht :/
24.06.2012
midori hat geschrieben:
@Jonpackroff

Rein symbolisch gesehen, macht es schon mehr Eindruck, wenn die Staats- und Regierungschefs vor Ort sind. Den Verhandlungen tut es aber weniger gut - je mehr Menschen, desto weniger Kompromiss. Das hat man schon in Kopenhagen gesehen.
24.06.2012
Cookie hat geschrieben:
Ich finde es auch schade, dass da mal wieder nicht wirklich was bei rausgekommen ist, aber wie micah schon sagt, war das ja irgendwie absehbar. Wenn das Abschlussdokument tatsächlich schon vor dem Gipfel fertiggestellt wurde, ist das doch alles nicht mehr als eine große Show, damit alle sagen können "Guckt doch mal, wie toll wir uns kümmern!"
Was ich dann auch irgendwie ironisch finde: Ich schätze, ein Großteil der 40000 Teilnehmer musste doch nach Rio und wieder zurück fliegen, oder? Ist dann die Frage, ob der Gipfel unserer Umwelt hilft oder sie durch die Fliegerei nur unnötig verschmutzt...
23.06.2012
Jonpackroff hat geschrieben:
Wie ich gerade gelesen habe, war Umweltminister Altmaier doch am letzten Tag bei Gipfel. Trotzdem finde ich, die Kanzlerin und andere Regierungschefs hätten anreisen sollen, um zumindest die Wichtigkeit dieses Themas hervorzuheben.
23.06.2012
Jonpackroff hat geschrieben:
Es ist wirklich schade, dass diese Chance nicht genutzt wurde. Dieser Gipfel wurde von allen Seiten zu wenig ernst genommen. Nicht Entwicklungsminister Niebel hätte dorthin fahren sollen, sondern die Bundeskanzlerin oder zumindest der Umweltminister!
Ich finde es übrigens auch merkwürdig, dass die Abschlusserklärung schon vor dem Gipfel fertig gestellt wurde. Das hat die Sache ziemlich unnötig gemacht.
Trotz alledem glaube ich, die Welt wird die Kurve kriegen. Sie muss ja irgendwie.
23.06.2012
Nivis hat geschrieben:
Bitte, die kamen VORHER schon mit dem Abschlussdokument um die Ecke? Das soll doch ein Witz sein?!
23.06.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
23.06.2012
micah hat geschrieben:
Ehrlich gesagt habe ich genau das erwartet. Alle Länder wollen Umweltschutz, wenn sie bloß selber dafür nichts ändern müssen. So kann es ja nichts werden... Aktionen, die bei den einzelnen Menschen anstatt bei der Globalpolitik ansetzen, scheinen mir da deutlich vielversprechender. Trotzdem hätte ich mich gerne positiv überraschen lassen.
23.06.2012
Meelyn hat geschrieben:
Irgendwie scheint es ja als wäre der Nachhaltigkeitsgipfel nur zum vorzeigen da, damit man sagen kann man würde sich damit beschäftigen und um die Umweltschützer ruhig halten kann, aber man hat eigentlich nicht vor wirklich etwas zu tun und zu verändern.
Es macht mich unglaublich traurig wie blind und egoistisch so viele Menschen sind.
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