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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Ausgelistet: 100 Todeskandidaten der Natur


von Marcel
11.09.2012
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Die Weltnaturschutzunion IUCN hat heute eine Liste der 100 am stärksten vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten vorgelegt. Einfach unendlich traurig, einfach extrem alarmierend! Neueste Erhebungen gehen davon aus, dass die derzeitige Aussterberate durch den Menschen um den Faktor 100 bis 1000 über dem natürlichen Wert liegt. Die Ursachen sind schnell genannt, aber es sind gewaltige Ursachen: die ungebremste Lebensraumzerstörung, der Klimawandel, die Wilderei, die Einführung invasiver Arten in sensible Ökosysteme und die Übernutzung (z.B. bei der Fischerei) durch den Menschen.

Wir zeigen euch hier einige der seltensten Arten, die es auf der Welt noch gibt:

Java-Nashorn: Das Java-Nashorn lebte einst nicht nur auf der indonesischen Insel Java, sondern bevölkerte viele Länder Südostasiens. Doch Jagd und die Verwendung seines Horns zur traditionellen Medizin haben den Großsäuger fast ausgerottet. Heute gibt es nach Schätzungen der Weltnaturschutzunion IUCN weniger als 100 Exemplare.

Israelischer Scheibenzüngler: Der Israelische Scheibenzüngler lebt in den Marsch- und Sumpfgebieten des Hulesees im Norden Israels. Der Schwanzlurch galt 56 Jahre lang als ausgestorben und wurde erst 2011 wiederentdeckt. Heute gibt es wieder ein paar Exemplare.

Saola-Waldrind: Das Saola-Waldrind lebt in den dichten Regenwäldern von Laos und Vietnam. Es wurde erst 1993 entdeckt, doch könnte es bald schon wieder verschwunden sein. Denn durch Jagd und die Zerstörung seines Lebensraumes werden die Tiere immer seltener. Experten sind nicht sicher, wie viele es noch gibt, doch es sind wenige.

Hainan-Gibbon: Der Hainan-Gibbon lebt auf der Insel Hainan im Osten Chinas. Durch Jagd auf die Tiere gibt es heute nach Schätzungen der IUCN nur noch circa 20 Exemplare.

Kalifornischer Schweinswal: Der Kalifornische Schweinswal lebt in einem kleinen Gebiet im Nordwesten des Golfs von Kalifornien. Obwohl für den Schutz des Wales Meeresschutzgebiete ausgewiesen wurden, nimmt seine Population weiter ab, da sich die Tiere immer wieder in Netzen verfangen und sterben. Die IUCN schätzt, dass es heute weniger als 200 Exemplare gibt.

Araripepipra: Der Araripepipra lebt in den Feuchtwäldern im Süden des brasilianischen Bundesstaates Ceará. Auch dieser kleine Vogel ist durch die Zerstörung seines Lebensraumes vom Aussterben bedroht.

Bullock's False Toad: Die Bullock's False Toad lebt in den Flüssen in der Region Araucho im Süden Chiles. Der Frosch hat keinen deutschen Namen und vielleicht wird er auch nie einen erhalten. Durch die Zerstörung seines Lebensraumes stirbt er aus.

Zwergfaultier: Das Zwergfaultier wurde erst 2001 entdeckt. Es lebt in den Mangrovenwäldern der Insel Escundo de Veraguas vor der Nordküste Panamas in Mittelamerika. Durch Jagd auf die Tiere und die Zerstörung der Mangrovenwälder durch illegalen Holzeinschlag nimmt die Population immer weiter ab. Heute gibt es weniger als 500 Tiere.

Euphorbia tanaensis: Der Euphorbia tanaensis wächst in den Sümpfen Kenias. Noch. Denn durch illegalen Holzschlag gibt es heute nur noch vier dieser Bäume.

Hunter-Antilope: Die Hunter-Antilope lebt in den Küstengebieten im Grenzgebiet von Somalia und Kenia und gehört zu den seltensten Antilopen Ostafrikas. Sie muss sich ihren Lebensraum zunehmend mit den Kühen der Hirten teilen und findet dadurch immer weniger Nahrung.

Tarzan-Chamäleon: Auch das Tarzan-Chamäleon ist ein Neuling in der Zoologie: Es wurde erst 2010 entdeckt. Es lebt in den Regenwäldern an der Ostküste Madagaskars. Doch diese Regenwälder sind heute fast komplett gerodet – und damit ist auch das Chamäleon vom Aussterben bedroht.

Elaeocarpus bojeri: Elaeocarpus bojeri gibt es nur auf Mauritius. Von der Blume gibt es heute nur noch circa 10 Stück.

Zagros-Molch: Der Zagros-Molch lebt im Zagros-Gebirge im Südwesten des Irans. Der Salamander gilt als eine der schönsten Molcharten überhaupt. Doch sein Aussehen ist sein Verhängnis – durch den illegalen Handel mit dem Molch ist die Art heute stark bedroht. Es gibt nur noch circa 1.000 Exemplare.

Tonkin-Stumpfnase: Die Tonkin-Stumpfnase lebt im nördlichen Vietnam. Durch den Verlust ihres Lebensraumes teilen sich die letzten 200 Exemplare ein Gebiet von 10 Quadratkilometern.

"Nur der Mensch als Verursacher des Artensterbens kann es auch beenden", sagt Volker Homes, Artenschutzreferent beim WWF. Und dafür kämpfen wir. Es gibt sie bereits, viele moderne, wissenschaftlich fundierte Artenschutz-Konzepte, die auch den Menschen mit einbeziehen. Sie müssen aber auch angewandt werden. Die Kontrolle der Übernutzung und des Handels, der Erhalt von wichtigen Arten außerhalb von Schutzgebieten, die Reduktion von Mensch-Wildtier-Konflikten und der Kampf gegen Klimawandel und Wilderei - all dies sind wichtige Schritte, die die Vielfalt des Lebens auf der Erde dauerhaft erhalten können, und für die sich der WWF mit aller Kraft einsetzt. Wir geben nicht auf!

Fotos: © Noel R. / WWF; © Klaus Lang / WWF; © Oz Rittner / WWF; © David Hulse / WWF; © Jessica Bryant / WWF; © Jesus Camacho / WWF-Canon; © Ciro Albano / www.nebrazilbirding.com / WWF; © Andres Charrier / WWF; © Craig Turner ZSL / WWF; © Olivier Hamerlynck / WWF; © Tim Wacher / ZSL / WWF; © Frank Gaw / WWF; © Christopher Kaiser Bunbury / WWF; © R. D. Bartlett / WWF; © Le Khac Quyet / University of Colorado Boulder / WWF

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Kommentare (15)
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21.10.2012
NDelphine hat geschrieben:
Dass es so viele sind, ist echt schrecklich!
15.09.2012
PaulaTvD hat geschrieben:
Es ist erschrecken wie viele Tiere wirklich so kurz vorm Aussterben stehen...!
Das geht schneller als man vieleicht denkt...Es gibt einen Delfin, der Baiji, wobei man ja sagen muss es gab, der vor fünf Jahren noch nicht ausgestorben war...:(
Ich kann nicht verstehen, warum so viele Menschen nicht das kleinste Interesse an ihrer Umwelt und solchen Themen zeigen...
14.09.2012
Angelina hat geschrieben:
Das sind echt wunderschöne Tiere und es ist einfach unglaublich herzzerreißend zu lesen, dass diese Tiere vielleicht bald nicht mehr aufzufinden sein werden! :-(
Was muss noch alles passieren bis alle Menschen endlich kapieren, wie schlecht es insgesamt um ihre eigene Heimat steht ?
13.09.2012
Rhino hat geschrieben:
Traurige Sache, natürlich :(
Ein großes Lob für die wunderbaren Bilder, durch sie wird endlich Interesse für all die unbemerkt aussterbenden Spezies geweckt!
12.09.2012
Viveka hat geschrieben:
Schockierend!
Tiere, die gerade erstmal entdeckt worden sind, sind schon wieder vom Aussterben bedroht! Da läuft auf unserer Erde bzw. bei den Menschen doch etwas schief!
12.09.2012
killerwal hat geschrieben:
ich bin einfach so erschüttert!! wie schrecklich wir sind!! ich will helfen, wir müssen helfen!!
12.09.2012
Madamsel hat geschrieben:
Gerade eben hab ich schon einen Artikel darüber in der HAZ gelesen. Wirklich furchtbar. Aber immerhin kommt es an die Öffentlichkeit und hoffentlich kann damit wenigstens bei ein paar Menschen ein Umdenken geschaffen werden.
11.09.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Wenn man das so durchliest kommen einem echt die Tränen. Alles was entdeckt wird, wird gejagt oder gehandelt, weils doch so toll ausschaut und keiner von denen denkt auch nur ansatzweise nach was das für Auswirkungen hat. Echt armselig !
@Marcel: Es ist gut, dass es noch Hoffnung gibt und der WWF so viel erreicht hat und es ist gut, dass man diese Fortschritte auch wirklich sehen kann und das ist dass, was einem diese Hoffnung bestätigt ! :) Trotzdem denke ich mir manchmal, warum diese Menschen, die Tierhandel betreiben und Arten bis zu ihrer Ausrottung treiben, nicht einfach aussortiert werden /:
11.09.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
11.09.2012
Juliaaa hat geschrieben:
Das Waldrind ist ja wohl mal zuckersüß!
Einfach nur traurig, dass nachfolgende Generationen vielleicht bald nicht mehr das Glück haben werden in einer artenreichen Welt zu leben..
11.09.2012
lotte98 hat geschrieben:
schlimm! mehr kann ich dazu nicht sagen!
11.09.2012
icelandhorse98 hat geschrieben:
Schrecklich!!!
11.09.2012
Marcel hat geschrieben:
Es gibt noch eine Sache, die ich euch unbedingt zu diesem Thema erzählen möchte. Ich hab eben Volker im Fahrradkeller getroffen und da hab ich ihm gesagt, dass es mich ziemlich traurig gemacht hat, diesen Artikel zu schreiben.

Darauf hat er mir geantwortet: "Es gibt aber auch Hoffnung, es gibt auch viele Erfolge im Artenschutz. Wenn das nicht so wäre, ganz ehrlich Marcel, dann hätte ich es nicht schon so lange beim WWF ausgehalten."

Es gibt Hoffnung. Es ist noch längst nicht alles verloren.
11.09.2012
LSternus hat geschrieben:
Das ist wirklich traurig.
11.09.2012
Carinaa hat geschrieben:
Jedes Mal wenn ich so etwas höre oder lese, werde ich so traurig. Was wir Menschen doch vernichten :(
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