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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Auf in den Endspurt für die Klimaverhandlungen


von Sylvia_WWF
10.12.2015
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Die französische COP Präsidentschaft bleibt ihrem straffen Zeitmanagement treu. Konferenz-Präsident Laurent Fabius kündigte für den heutigen Nachmittag einen weiteren Entwurf des angestrebten Klimavertrages an. Eine am gestrigen Mittwoch vorgelegte Version hatte Annäherungen in einigen Verhandlungsfeldern gebracht, wesentliche Fragen aber offen gelassen.

Der Entwurf soll die Grundlage für allerletzte Verhandlungen werden. Für Freitag ist der Abschluss des Klimagipfels geplant. Die nächsten 36 Stunden versprechen spannend zu werden. Allerdings: Aus Freitag wurde bei vergangenen Klimakonferenzen regelmäßig Samstag morgen, Samstag mittag, Samstag Abend – doch diesmal könnten wir überrascht werden.

Inhaltlich jedoch sind wir jedoch noch nicht am Ende: Die entscheidenden Weichen sind auch mit der vorläufigen Textfassung nicht gestellt. Auf den 29 Seiten konnten die Klammern deutlich reduziert werden – aber die wichtigsten Fragen sind nach wie vor ungelöst. Die Delegierten werden Nerven wie Drahtseile brauchen, um in einer Nachtsitzung auf der Zielgraden die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Zu diesen Punkten gehören aus unserer Sicht die Klimaschutzfinanzierung, die Frage des Umgangs mit der unterschiedlichen Verantwortung für den Klimawandel und wie häufig die Klimaziele einer erneuten Überprüfung unterzogen werden. Bei letzterem wird beispielsweise darüber gestritten, ob schon vor oder erst nach Inkrafttreten des Vertrags im Jahr 2020 überprüft wird, in wie weit die Staaten mit ihren nationalen Klimaschutzplänen auf Kurs sind. Sie müssen dann stets weiter verschärft werden.

Legt man sich erst ab 2020 auf weitere Klimaschutzziele fest, verschenken wir wertvolle Zeit - bis zu 15 Jahre! - und wird die Welt auf einen klimaschädlichen Entwicklungspfad katapultiert, der zu einer Erderwärmung von rund 3 Grad führt.

Offen bleibt bislang auch, ob die Erderwärmung auf "unter 2 Grad", "deutlich unter 2 Grad" oder "unter 1,5 Grad" begrenzt werden soll. Was die unterschiedlichen Ziele für wirkungen haben, zeigt u.a. diese Infographik von Climate Analytics:

Sehr wichtig ist für uns vom WWF, dass ein zukünftiges Abkommen den Weg zu einem Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas vorzeichnet, um Regierungen und auch Investoren die notwendige Orientierung zu geben. Damit genügend Gelder für Klimafinanzierung zur Verfügung stehen müssen Finanzströme in großem Umfang umgeleitet werden und das wird ohne ein Zeichen aus Paris nicht geschehen.

Was die Sichtbarkeit der Nichtregierungsorganisationen auf der COP angeht, ist in Woche zwei deutlich mehr los, als zu Beginn. Die Anwesenheit der zahlreichen Staats- und Regierungsschefs hatte zur Folge, dass Protestaktionen auf dem Konferenzgelände verboten worden waren.

In der zweiten Konferenzhälfte ließen die teilnehmenden NGO-Gruppen sich den Protest jedoch nicht nehmen: So baute Greenpeace heute einen riesigen Eisbären auf, dem Wappentier des Klimawandels schlechthin. Hunderte von Protestlern forderten in einer anderen Aktion lautstark, dass die Verhandler sich für ein starkes Abkommen einsetzen.

Je nach Zugehörigkeit zu den vielen anwesenden Klimaschutzorganisation hatte jeder seinen eigenen Schwerpunkt: Klimagerechtigkeit, Unterstützung für arme und besonders vom Klimawandel betroffene Länder, Divestment (also ein Stopp von Investitionen in Kohle, Öl und Gas verbunden mit der Forderung, dass große Investoren ihre Gelder aus diesen Geschäftsfeldern abziehen), ein Ende der Subventionen für fossile Energien – die Schilder waren vielfältig und zahlreich. Hoffen wir, dass die Botschaften ihren Weg zu den Delegierten gefunden haben.

 

Fotos © Emma Cassidy | Survival Media Agency; Joel Lukhovi | Survival Media Agency (via flickr)

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Kommentare (2)
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Sortieren nach Aktualität:
20.12.2015
HelptheWorld hat geschrieben:
Super Übersicht, danke.
11.12.2015
Luke24 hat geschrieben:
Danke für die gute Übersicht.

Wie du es schon angedeutet hast, scheint es auch dieses Mal etwas länger zu dauern, denn bis jetzt habe ich noch nichts über ein Abschlussabkommen gehört.
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