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2°C - Viel zu viel?


von regentag
10.08.2012
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Bisher ist die Temperatur um 0,8°C über die vorindustrielle Durchschnittstemperatur angestiegen. Was den meisten nicht bewusst ist: Schon dieser Anstieg zeigt enorme Folgen: Ein Drittel des arktischen Sommereises ist verschwunden, die Meere sind 30% saurer, und weil warme Luft mehr Wasserdampf speichert als kalte, ist die Atmosphäre über den Ozeanen 5% feuchter, was die Entstehungsbedingungen für Hurrikans optimiert.


Viele Forscher haben inzwischen bedenken, ob das 2°C-Limit nicht viel zu nachsichtig ist. „Jede Zahl über einem Grad ist ein Glücksspiel und die Chancen werden immer schlechter während die Temperatur steigt.“, schrieb Kerry Emanuel vom Massachusetts Institute of Technology, ein führender Forscher im Bereich Hurrikans. Thomas Lovejoy, ehemaliger Weltbank Chefberater Biodiversität, drückt es so aus: „Wenn wir uns anschauen, was wir heute bei 0,8°C sehen, sind zwei Grad einfach zu viel.“ NASA Wissenschaftler James Hansen, der berühmteste Klimatologe der Welt, ist noch direkter: „Das 2°C Ziel, das in internationalen Verhandlungen besprochen wurde, ist in eigentlich eine Verordnung für ein langfristiges Desaster.“ Beim Gipfeltreffen in Kopenhagen 2009 warnte ein Sprecher für kleine Inselstaaten, viele würden einen Anstieg der Temperatur um 2°C nicht überleben. Manche Länder würden einfach verschwinden. Und für das dürrengeplagte Afrika würde ein solcher Temperaturanstieg ein „Selbstmordvertrag“ sein. Einige Delegierten sollen sogar mit einem Sprechgesang für ein härteres Limit plädiert haben: „Ein Grad, ein Afrika!“.


Aber trotz all dieser Bedenken, legten sich die Politiker auf das 2°C Ziel fest – man muss sagen, es ist das Einzige, auf das sie sich überhaupt festlegten, was den Klimawandel betrifft. 167 Länder unterschrieben das Abkommen von Kopenhagen, das aber selbst im Grunde unnütz ist. Es ist völlig freiwillig und verpflichtet weder zu konkreten Maßnahmen, noch bestraft es Zuwiderhandlungen.


Kein Wunder also, dass wir anscheinend nicht einmal das 2°C Limit einhalten werden können. Einige Computermodelle haben berechnet, dass selbst wenn ab jetzt überhaupt kein CO₂ mehr ausgestoßen würde, die Temperatur trotzdem noch um weitere 0,8°C ansteigen würde – auf Grund früherer Emissionen. Das 2°C Ziel wäre damit fast erreicht.


Die CO₂-Emissionen steigen jährlich weiter an. Letztes Jahr betrugen sie weltweit 31,6 Gigatonnen (=31.600.000.000 t!), 3,2% mehr als 2010. Da Amerika einen warmen Winter hatte, sanken seine Emissionen leicht, China boomte weiter und steigerte sich um 9,3%, Japan senkte seinen Anteil an Atomenergie nach Fukushima und verursachte dadurch einen Anstieg seiner Ausstöße um 2,4%. „Es gab Bemühungen, mehr erneuerbare Energien einzusetzen und die Energieeffizienz zu erhöhen, aber bislang war der Effekt verschwindend gering.“, sagte Corinne Le Quéré, die das englische Tyndall Centre for Climate Change Research leitet.


Eine Studie nach der anderen sagt vorher, dass der CO₂ Ausstoß weiter steigen wird, wahrscheinlich um jährlich etwa 3%. Laut Fatih Birol, IEA Chefökonom, ist die Tür zum 2°C Limit schon fast zugefallen: „Der Trend geht in einen Temperaturanstieg von ca. 6°C.“ Das würde eine Welt erschaffen, die wir nur aus Science Fiction kennen.


Wir sind immer noch in derselben Position wie vor einem Vierteljahrhundert: Wissenschaftliche Warnungen gefolgt von politischem Nichtstun.


Quelle: http://www.350resources.org.uk/2012/07/26/global-warmings-terrifying-new-math-by-bill-mckibben-for-www-350-org/
Lest es euch alle durch! Ist zwar auf Englisch und relativ lang, aber wirklich informativ und erschreckend!

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Kommentare (15)
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24.08.2012
regentag hat geschrieben:
Für mich ist AlGore auch nicht nur das leuchtende Vorbild... außerdem hängt es nicht nur von dem Präsidenten bzw. in Deutschland vom Bundeskanzler ab, ob das Land einen positiven Kurs aufnimmt. Obama hatte ja auch einige gute Ideen (nicht unbedingt zu Umweltthemen, eher allgemein), konnte sie aber einfach nicht gegen Opposition, Bevölkerung, Wirtschaft etc. durchsetzen. So ist es doch oft. Die Veränderungen hängen in erster Linie nicht von Staatschefs ab, sondern von allen!
23.08.2012
Kleeblatt hat geschrieben:
Ich bin mir nicht sicher. Al Gore ist nicht auf alle Themen eingegangen z.B Vegetarismus und zum anderen besitzt er mehrere grosse Villen und ist viel herumgereist mit dem Flugzeug. Letzteres ist auf Wahlreden und Vorträge zurücjzuführen. Doch die ersteren Punkte stimmen mich etwas stutzig. Denn wenn selbst ein Klimawissenschaftler nicht unbedingt versucht seinen CO2 Ausstoß zu mindern, wer dann? Ich schließe draus es wird noch viele Jahre dauern bis sich unsere Gesellschaft zu einer klimaneutralen wird. da müssen noch viele Werte überdacht werden und ob man als Bürger die Fehler dieser Werte überdenken will. Ich weiß es nicht
15.08.2012
abcd hat geschrieben:
ich denke Al Gore wäre da ein gutes Beispiel.Wäre Er und nicht Bush Präsident geworden wäre vieles jetzt anders .
Aber was einmal nicht geklappt hat kann ein zweites klappen.
15.08.2012
regentag hat geschrieben:
Ja, Cosima hat Recht. Im Grunde hängt vieles von der Politik und der Regierung ab...eigentlich sollten wir uns alle auch politisch engagieren, um die Zukunft aktiv mitzugestalten. Eine Partei zu finden, mit der allerdings hundertprozentig übereinstimmt, ist ziemlich schwierig :) Jedenfalls bei mir :)
15.08.2012
Cosima hat geschrieben:
@Girty: Ich glaube schon daran, dass es genung Menschen gibt bzw geben wird. Natürlich ist es nicht immer die Masse die Veränderung will. Doch ich denke, besonders die jungen Menschen werden immer mehr anfangen bewusster zu leben. ( Meine Schwester ist Studentin und erzählt mir immer viel von den ganzen neuen Leuten, die sie kennen lernt)
Das Problem ist glaub ich eher die Politik in eine grüne Richtung zu bekommen.
Ich glaube viele Menschen haben auch Angst vor der grünen Politik, da dort eben der Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Vordergrund steht bzw das das einizige ist woran die Menschen sofort denken. Und dann vielleicht glauben sie könnten soziale Nachteile durch so eine Politik bekommen.

Der Politik fehlen aber auch die jugen Leute !!
Kaum jemand interessiert sich für Politik. Ich selbst fand Politik eher langweilig, aber als ich mal darüber nachgedacht hab, dass wenn man etwas ändern will sich wirklich damit auseinandersetzen muss und wenn man sich mal informiert findet man bestimmt eine Partei die für das steht was man gerne hätte :)
(Ob das dann eingehalten wird ist natürlich eine andere Sache)
13.08.2012
Girty hat geschrieben:
Ohman, das jagt einem wahrhaftig Angst ein.. Leider befürchte ich es werden sich wohl nie genug Menschen zusammenfinden, dass wir WIRKLICH etwas ändern können :/
13.08.2012
regentag hat geschrieben:
Natürlich bin ich eurer Meinung, dass es wichtig ist, überhaupt ein Ziel zu haben. Aber die Politiker, selbst in Deutschland, scheinen die enorme Wichtigkeit harter Maßnahmen nicht begreifen zu können! Es ist zum Verzweifeln, dass sich wirklich kaum etwas tut und alle nur Angst um ihre Wirtschaft haben, anstatt vorausschauend an die Zukunft zu denken.
12.08.2012
Jonpackroff hat geschrieben:
Lieber das 2° Ziel als gar kein Ziel, oder?
Die oberste Priorität sollte haben, das 2° Ziel und dessen Umsetzung in international bindenden Verträgen festzuschreiben. Eine noch größere Forderung könnte ein Scheitern der kompletten Klimaverhandlungen bedeuten, womit niemandem geholfen wäre!
Gleichzeitig sollte die EU und gerade Deutschland als Vorreiter fungieren,die eigenen Klimaziele weiter anheben und so der Welt beweisen, dass dieses System funktioniert und im besten Fall sogar wirtschaftlich ist (Das Geld entscheidet heutzutage alles!).
12.08.2012
LSternus hat geschrieben:
Letztenendes flüchten sich Politiker und Industrielle immer wieder in Ausreden und spielen auf Zeit. Daher sehe ich für das Ziel 2°C recht schwarz, wenn wir den Druck auf die Politik nicht konsequent aufrecht halten.
Das alljährliche Scheitern der UN-Klimakonferenzen ist das beste Beispiel für den Mangel am Willen zu handeln.
12.08.2012
SimonL hat geschrieben:
Ich finde es gut, dass Deutschland in Sachen Energiewende Vorreiter ist, denn viele Länder machen ihre Entscheidungen von unserem Erfolg abhängig. Dass die Energiewende schnell und auch wirtschaftlich umzusetzen ist, haben ja zahlreiche Studien belegt (Klimaschutz Plan B, Modell Deutschland).
Was wir da gar nicht gebrauchen können sind Politiker, die gerade jetzt an der Einhaltung unserer Ziele zweifeln! Allen voran Peter Altmaier, unser Umweltminister, der sich zudem kürzlich für neue Kohlekraftwerke ausgesprochen hat!
Wenn selbst unsere Regierung nicht mehr vollkommen von der Energiewende überzeugt ist, wie soll dann die Bevölkerung zum Handeln bewegt werden?
11.08.2012
abcd hat geschrieben:
die schlimmste Folge des Klimawandels könnte eine tausende Jahre andauernde Eiszeit sein ,wenn das Nordeis schmilzt und den Golfstrom erkalten lässt.Eine Eiszeit würde alle bisherigen Folgen bei weiten übertreffen!
Deshalb sehe ich das 2°c Ziel noch als ausreichend
11.08.2012
regentag hat geschrieben:
Cosima, du hast so Recht!
11.08.2012
Cosima hat geschrieben:
Es gibt so viele Ideen und Menschen, die wirklich etwas ändern wollen und vorallem es wahrscheinlich auch KÖNNTEN !
Natürlich geht das alles nicht so leicht, wie man es gerne hätte, aber Jahre langes rumsitzen und verhandeln bringt in diesem Fall so gut wie nichts !
Und das macht mich einfach SOOOO WÜTEND !
Es ist schließlich unsere Welt die hier kaputt gemacht wird.
Unsere Zukunft steht auf dem Spiel !!!!!
Was mich aber immer wieder total aufregt, dass Deutschland natürlich schon Fortschritte gemacht hat, aber das nicht reicht ! Deutschland steht ja aber super da im Gegensatz zu anderen Ländern, aber das sollte uns doch total egal sein ?!
Wir müssen weiter machen !!! Und die anderen Länder sollten merken, dass es geht !
Es gibt viele politische Probleme und man kann nicht alles sofort ändern oder fördern, aber wenn sie JETZT nichts für die Umwelt tun wird wahrscheinlich später nicht mehr viel zu fördern da sein !
11.08.2012
lotte98 hat geschrieben:
wie killerwal gesagt hat: wirklich sehr erschreckend :(
10.08.2012
killerwal hat geschrieben:
kann nicht so gut englisch und hab mir es übersetzten lassen!!! zwar habe ich nicht alles gelesen, aber auch die ersten zeilen sind erschreckend! : (
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