Wenn Regenwald entsteht, was bleibt dann eigentlich den Menschen vor Ort, die Arbeit brauchen - das fragst du dich vielleicht auch, wenn du von Forest Friends erfährst. Hier kommt die Antwort: Heute wird uns ein Projekt vorgestellt, in dem die lokale Bevölkerung durch den Anbau und die Vermarktung von Waldhonig (also Honig aus dem Regenwald von Tesso Nilo!) Geld verdienen kann. Außerdem fahren wir nochmal zu dem Gebiet, in dem unsere Forest-Friends Bäume ab jetzt gepflanzt werden und haben ein Gespräch mit dem Bürgermeister des Dorfes, das nahe diesem Gebiet liegt.
Momentan können schon 10 Tonnen Honig pro Monat in Tesso Nilo geerntet werden; schnellstmöglich soll die Produktion jedoch auf 80 Tonnen ausgeweitet werden und neue, auch internationale Märkte, für die Vermarktung erschlossen werden. In den sogenannten Sialang-Bäumen hängen bis zu 50 Bienennester mit jeweils etwa einem Meter Durchmesser.

Nur mit einem Seil ausgestattet klettern die Männer auf die bis zu 30 Meter hohen Bäume und ernten den dunkelgelben Honig. Bis jetzt ist noch keinem Kletterer etwas zugestoßen. Das, so erklärt uns ein junger Einheimischer (momentan übt er noch und feilt an seiner Kletterkunst) sei einem bestimmten Ritual zu verdanken. Aus dem Honigwachs stellen die Frauen Kerzen zum Verkauf her.


Dieses Projekt ist ein super Beispiel dafür, wie alternative Einnahmequellen zum regenwaldzerstörenden Anbau von Palmölplantagen & Co. funktionieren können. Um den Honig zu ernten und damit Geld zu verdienen muss der Wald geschützt werden!
Über sehr holpriges Gelände geht es danach mit offenen Geländewagen zu unserem Pflanzgebiet in Tesso Nilo. Heute bekommen wir noch einmal einen super Überblick über die derzeitige Situation und Lage. Auf der über 100 Hektar großen Fläche war bis 2007 noch unzerstörter, intakter Regenwald anzutreffen. Leider wurde dieser durch illegalen Holzschlag vernichtet. Dieses Gebiet wird jetzt von uns wieder aufgeforstet. Abgesteckt ist das WWF-Areal durch rote Holzpfosten auf der einen Seite und den noch intakten Regenwald auf der anderen Seite. So werden unsere Bäume den Lebensraum von Elefanten und Tiger vergrößern. Und das es hier wirklich Waldelefanten gibt haben wir heute auch tatsächlich gesehen: Wir finden Elefantenkot und Annisa meint : "Thats a proof for the existence of elephant".

Mit Tee und einem netten Lächeln werden wir dann vom Bürgermeister des Dorfes Pontian Mekar, Mr. Misnadi, empfangen und eine ganze Weile später mit einer Einladung zur Übernachtung in seinem Haus wieder verabschiedet. Dazwischen erklärt er uns, wie die Dorfbewohner auf die Wiederaufforstung des Gebietes reagieren und welche Probleme es gibt. Denn eine erfolgreiche Wiederaufforstung ist nur mit Verständnis und alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung zu erreichen.

Es ist verständlich, dass auch die Dorfbewohner ihren Lebensunterhalt sichern wollen. Bis jetzt verdient die Mehrheit der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt mit dem Anbau von Palmölpflanzen. Mr. Misnadi sieht die Zukunft des Waldes auf unserem Gebiet darum in der Aufforstung mit Fruchtbäumen, von denen die lokale Bevölkerung profitieren kann. Genau das wird passieren: die Durian-Früchte & Stinky-Beans dürfen von den Menschen aus Pontian Mekar geerntet werden.
Ganz wichtig ist es, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen. Socialisation heißt das Schlüsselwort. Man setzt auf Überzeugung und Kommunikation statt auf radikale Verhaftungen und Strafen. Mr. Misnadi liebt den Wald, genau wie wir, und "hopes that it will stay forever".
Zu den Fotos: Hier seht ihr mich auf dem Markt, außerdem ein Foto vom Silang-Honig (das Bild bei Nacht zeigt einen Mann beim Ritual vor dem Besteigen des Baumes, (c) WWF Indonesien / Arsyad); außerdem die böse Seite: ein Laster beladen mit Palmölfrüchten. Und ihr seht uns bei der Fahrt zum Pflanzgebiet (wir zeigen auf die Forest Friends Pflanzfläche).
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Allerdings frage ich mich grade, was die Bienen dazu sagen, dass man ihnen so viel Honig klaut?! Ich hoffe sehr, dass aus dieser traditionellen Art des Honigerntens nicht bald wieder ein systematisch wirtschaftlicher Zweig entsteht, der auf Produktion getrimmt ist. Das wäre schade.