Vielfalt überall!


Wo ist deine


Lieblingslandschaft?


© Wild Wonders of Europe / Milán Radisics / WWF

Europa völlig neu entdecken

© Wild Wonders of Europe / Staffan Widstrand / WWF

Du glaubst, du kennst deine Heimat? Schon Deutschland allein hat viele interessante Ecken zu bieten, aber in Europa wirst du wahre Naturschätze ausfindig machen können. Europa ist unglaublich facettenreich und kann mit allerlei Überraschungen aufwarten.

Im hohen Norden bestechen Fjorde mit ihren bizarren Formen. Im Süden gibt es ein Meer mit Walen und Meeresschildkröten und im Osten kann man sich sogar in der Wildnis verlieren.

Entdecke Europas Vielfalt!

Mach dir ein ganz neues Bild!

In welche Region willst du zuerst eintauchen?

Die Alpen

Wuchtige Landschaften, dünne Luft und viele Touristen.
© Elma Okic / WWF-Canon

Auf einer Fläche von 191.000 Quadratkilometern beherbergen die Alpen eine atemberaubende Artenvielfalt. Das ist mehr als die Hälfte Deutschlands. Ungefähr 30.000 Tier- und 13.000 Pflanzenarten haben in dieser Region eine Heimat gefunden. Steinböcke und Gämsen klettern die steilen Hänge hinauf. Wölfe, Luchse und seit einigen Jahren auch vereinzelte Braunbären durchstreifen die Wälder auf der Suche nach Beute. Über ihnen kreisen Steinadler und Bartgeier, immer alles bestens im Blick. Die Lebensräume in den Alpen sind vielfältig: warme, weite Täler, sanfte Hügel, tiefe Gebirgsschluchten bis zu den Eis- und Steinwüsten der Gipfelregionen.

Kein Wunder, dass die Alpen zu den Global 200 zählen, den 238 wichtigsten Ökoregionen der Erde. Sie bilden das wichtigste Wasserreservoir Europas, denn hier entspringen mächtige Flüsse wie Rhein, Po und Rhône.

In den Alpen wirken massive Naturkräfte: Föhnstürme, Lawinen, Steinschläge, Überflutungen und harte Winter verändern ständig die Lebensräume. Für manche Tier- und Pflanzenarten etwa an der Baumgrenze ist es immer wieder ein hartes Ringen ums Überleben.

Ein Juwel der Alpen ist die Ammer. Sie ist einer der letzten Nordalpenflüsse, die ohne Speicher und Großwasserkraft von der Quelle bis zur Mündung in einen Voralpensee fließt. Aus diesem Grund ist sie so artenreich wie kaum eine andere Wildwasserlandschaft in den Nordalpen. Damit das auch so bleibt, setzt sich der WWF seit 2010 für ihren Schutz ein.

Die Donau

Lebensader Europas, Vogelparadies und Begradigungen.
© Anton Vorauer / WWF-Canon

Die blaue Donau wird mitunter auch scherzhaft als "schwarzer" Fluss bezeichnet. Denn sie beginnt ihren 2.857 Kilometer langen Weg durch zehn europäische Staaten im Schwarzwald und mündet ins Schwarze Meer. Zum Ende ihrer Reise verbreitert sich der zweitlängste Fluss Europas zu einem riesigen Delta, dass mit seinen 4.178 Quadratkilometern nur auf Satellitenbildern in seiner Gesamtheit zu erfassen ist.

Das Donau-Delta bietet ein einmaliges Mosaik an Lebensräumen: ausgedehnte Schilfflächen, freischwim­men­de Schilfinseln, ein Gewirr von Seitenarmen und Seen mit unzähligen Wasserpflanzen, tropisch an­mu­tende, lianenreiche Eschen-Balkaneichenwälder neben trockenen Steppengebieten. Eine Heimat für viele Tiere und einfach nur malerisch schön.

Mehr als die Hälfte des Deltas ist von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet. Seit 1990 ist es außerdem, dank Bemühungen des WWF, Biosphärenreservat und bietet rund 330 verschiedenen Vogelarten Brut- und Rastplätze.

Der WWF zählt das Donau-Delta ebenfalls zu den Global 200. 600.000 Hektar Naturräume entlang Europas zweitgrößtem Stroms - das entspricht etwa der halben Fläche Hessens - wurden und werden noch miteinander verknüpft: Schutzgebiete und Renaturierungsflächen von Auengebieten, die einst in Äcker, Weideland, Fischzuchtanlagen und Pappelkulturen umgewandelt worden waren.

Der Nordost-Atlantik

Kalte Riffe, Seeberge und buntes Tiefseeleben
© Jan van de Kam / WWF

Der Nordost-Atlantik ist ein unglaublich abwechslungsreicher Ozean. Das nordostatlantische Schelfmeer mit Kontinentalabhang ist ein von den Menschen sehr stark genutztes Gebiet des Nordost-Atlantiks. Inzwischen erschließen moderne Fangflotten zunehmend auch die Tiefsee bis in 2.000 Meter.

An den Seebergen dort, die vielen Tiefseefischen als Laich- und Nahrungsquelle dienen, kann man einen Methusalem unter den Fischen finden: den Granatbarsch. Er kann bis zu 100 Jahre alt werden, hat aber auch nur wenige Nachkommen.

Der Nordost-Atlantik beherbergt außerdem einen wahren biologischen Schatz. In der Tiefsee, dort wo kaum Sonnenlicht vordringt, erstrecken sich die bunten Riffe der Kaltwasserkorallen. Das Größte von ihnen ist das Røst-Riff vor Norwegen mit einer Fläche größer als Manhattan und mehr als 8.500 Jahre alt. Seesterne, Schwämme und Krebstiere fühlen sich hier so richtig wohl.

Um diese Unterwasserwelt vor Zerstörung zu bewahren, wurden durch die Lobbyarbeit des WWF bis heute rund 600.000 Quadratkilometer Rifffläche für Bodenschleppnetze geschlossen. Viele der erfolgreich durchgesetzten Schutzgebiete auf offener See und in der Tiefsee tragen klingende Namen wie die "Darwin Mounds" nordwestlich vor Schottland, "Sedlo Seamount" bei den Azoren, das "Sula Riff" vor Mittelnorwegen, die "Doggerbank" in der zentralen Nordsee, "Lilla Middelgrund" in schwedischen Gewässern des Kattegat oder "Lucky Strike Vent Field" bei den Azoren, das erste Tiefseeschutzgebiet in der Region überhaupt (2002).

Seit Herbst 2012 stehen außerdem insgesamt rund 465.000 Quadratkilometer Ozean über dem Mittelatlantischen Rücken (auf Hoher See) unter Schutz. Dieses Gebiet ist größer als die Ostsee. Eines dieser Schutzgebiete ist die "Charlie-Gibbs.Fracture-Zone",ein Gebiet reich an Seebergen und bis zu 4.000 Meter tiefen Canyons. Dort finden sich Kaltwasserkorallenriffe, Kolonien von Schwämmen und Tiefsee-Lebensgemeinschaften mit vielen bedrohten Arten. Oftmals kommen Blauwale und Lederschildkröten auf ihren Wanderungen hier vorbei, denn es wimmelt nur so von Plankton.

Die Ostsee

Eiszeitmeer mit wenig Salz und zu vielen Nährstoffen
© Mauri Rautkari / WWF-Canon

Wusstest du, dass die Ostsee mit 12.000 Jahren das jüngste Meer der Welt ist? Weil sie so viel Zufluss aus dem Binnenland erhält und zur Nordsee nur eine schmale Verbindung hat, ist ihr Salzgehalt auch deutlich niedriger als der anderer Meere. Während er in der Nordsee 34 Promille beträgt, kommt die Ostsee gerade mal auf 2 bis höchstens 25 Promille. Und das führt dann dazu, dass hier nur sehr angepasste Arten überleben können.

Eine weitere Besonderheit der Ostsee ist ihre Wechselwirkung mit dem Nordseewasser. Denn weil sie fast ein Binnenmeer ist, schwappt nur wenig salzreiches Nordseewasser in die Ostsee. Entsprechend schmeckt die Ostsee von West nach Ost auch immer süßer. Genau diese regelmäßige Durchmischung mit frischem, sauerstoffreichem Salzwasser ist entscheidend für das Ökosystem Ostsee. Sie verhindert einen längeren Sauerstoffmangel am Meeresboden. Als in den Jahren 1977 bis 1993 größere Salzwasserschübe fast ganz ausblieben, starben daraufhin ganze Lebensräume großflächig ab.

Nährstoffe und Gifte bleiben etwa 30 Jahre in der Ostsee. Auch deshalb sind Tankerunglücke hier besonders riskant. Die Ostsee trägt auch aus diesem Grund den Status "besonders empfindliches Meeresgebiet".

Die deutsche Ostseeküste wird in gleich zwei Nationalparks geschützt. Der Nationalpark Jasmund und die Vorpommersche Boddenlandschaft werden gut gepflegt, denn sie sind Aushängeschilder für Naturschutz und Tourismus. Vor allem Rügens Kreidefelsen sind ein absoluter Blickfang.

Gerade die eigentümlich geformten Bodden, Haffe oder Schären sind begehrte Laich- und Aufwuchsgebiete für Fische und Vogelparadiese. Eine Erfolgsgeschichte konnte der WWF für die Seeadler mitschreiben, die nach jahrelangem Niedergang durch Umweltgifte, Eierdiebstahl und Störung der Brutplätze stark dezimiert waren. Heute hat sich ihr Bestand in allen Ostseeländern so erholt, dass sie wieder fast überall an der Küste zu beobachten sind.

Auch die Kegelrobbe wurde fast ausgerottet, es gab nur noch wenige tausend Tiere. Mittlerweile hat sich der Bestand erholt und zählt wieder mehr als 22.000 Tiere in der nördlichen Ostsee. Und auch an der deutschen Ostseeküste werden immer mehr Kegelrobben gesichtet. Der Schweinswal hingegen gilt weiter als stark gefährdet. Die rund 400 Exemplare in der Ostsee bilden eine eigene Population, die jedoch stark gefährdet ist und bereits durch den Tod von zwei oder drei Schweinswalen ins Wanken gerät.

Das Wattenmeer

Starke Brise, viel Geschnatter und jede Menge Schlick
© Hartmut Jungius / WWF-Canon

Das Wattenmeer der Nordsee, das sich über drei Länderküsten erstreckt, ist das größte der Welt. Auf rund 10.000 Quadratkilometern bieten Wattflächen, Priele und Flachwasser, Sandbänke, Dünen und Salzwiesen einen einzigartigen Lebensraum für Flora und Fauna.

Auf dem Meeresboden laufen kannst du zweimal am Tag, dann fällt der Meeresboden trocken, denn Ebbe und Flut bestimmen den Tagesablauf im Watt. Das gefällt vor allem vielen gefiederten Weltenbummlern, weil immer wieder neue Nahrung in Schlick, Sand und Salzwiesen geschwemmt werden.

Zehn Millionen Zugvögel schauen hier jedes Jahr vorbei und nutzen das Wattenmeer als Rast-, Brut- und Nahrungsplatz. Dazu gehören vor allem Watvögel, Gänse und Enten. Sehr bekannt sind die Ringel- und Brandgans. Aber auch Austernfischer und Kiebitz lassen sich ohne große Mühe entdecken. Doch nicht nur in der Luft, auch im Wasser tummelt sich das Leben. Auch für Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale hat das Wattenmeer als Kinderstube und Nahrungsquelle eine große Bedeutung.

Ohne das Wattenmeer wären viele Vogelarten vom Aussterben bedroht, denn für sie ist der vor Nahrung strotzende Lebensraum auf ihrer Wanderung eine lebenswichtige "Tankstelle". Deshalb haben alle drei Anrainerstaaten ihr Wattenmeer unter Naturschutz gestellt. Allein in deutschen Gewässern wurden drei Nationalparks gegründet.

Weil das Wattenmeer so einzigartig ist, wurde es 2009 von der UNESCO sogar zum Weltnaturerbe ernannt. Es steht seitdem international auf einer Stufe mit dem Grand Canyon, der Serengeti und den Galapagos-Inseln. Kaum zu glauben, welche Naturschätze direkt vor unserer Haustür liegen!

Der Kaukasus

Höchste Berge, feuchte Wälder, trockene Halbwüsten
© WWF-Russia / TREPET Sergey

Kaukasus, wie soll es da schon großartig aussehen? Sicherlich alles nur graubraune Steppe und ein paar vertrocknete Pflanzen. Falsch! Der Kaukasus ist ein wahres Naturparadies voller Abwechslung. Bis 5.600 Meter hoch ragen die Gipfel zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Aus mehr als 2.200 Gletschern stürzen unzählige eiskalte Flüsse in feuchtwarme Wälder der Tieflagen. Über 100 Landschaftstypen lassen sich hier entdecken, in denen über 7.000 verschiedene Arten leben. Damit ist der Kaukasus eine ökologische Region der Superlative.

Hier tobt die wahre europäische Wildnis. Im Kaukasus gibt es noch Braunbären und Wölfe. Auch Luchse durchstreifen die endlosen Wälder. Weltweit einzigartig sind der Kaukasische Leopard, die Bezoarziege, der Westkaukasische und der Ostkaukasische Tur sowie das Armenische Mufflon. Das heißt: Diese Tierarten gibt es nur im Grenzgebirge zwischen Europa und Asien.

Auf einer Fläche von der Größe Österreichs, Deutschlands und der Schweiz zusammen findet man sogar Streifenhyänen und Stachelschweine - ein kleines Stück Afrika in Europa! Sogar die Griechische Landschildkröte kriecht dort umher. Abertausende Zugvögel rasten auf ihren Wanderungen in den nahrungsreichen Flussauen, Feuchtwiesen und Mooren. Viele Fischarten, unter ihnen der Stör, wandern die sauberen Flüsse hinauf, um zu laichen.

Diese artenreiche Bergregion gehört natürlich zu den Global 200, den 238 wichtigsten Ökoregionen der Welt. Dabei ist es nicht immer einfach, hier Naturschutz zu leisten, denn der Kaukasus erstreckt sich über sechs Ländergrenzen und militärische und politische Konflikte sind hier noch immer an der Tagesordnung.

Atemberaubende Tierwelt:

Rückkehr auf leisen Pfoten

Vor wenigen Jahrzehnten noch völlig undenkbar, jetzt fast schon Alltag: Große Beutegreifer kehren allmählich in ehemalige Reviere zurück. Ein Glücksfall für unsere Artenvielfalt und das ökologische Gleichgewicht unserer Natur.

Lerne ein paar unserer Rückkehrer kennen!

Der Braunbär

Meister Petz bleibt ein Einzelfall
© Wild Wonders of Europe / Staffan Widstrand / WWF

So groß und stark und doch so wehrlos gegen die Rücksichtslosigkeit der Menschen. Seit 150 Jahren hat es keinen Bären mehr in unserer Region gegeben. Das wollte der WWF nicht länger hinnehmen und lies 1989 den ersten Bären in Kroatien einfangen und dann in Niederösterreich wieder freilassen. Mit einem weiteren zugewanderten, Bären zeugte 'Mira' Nachwuchs und bald wurden drei kleine Bären gesichtet.

Vom Erfolg bestätigt, siedelte der WWF in den Folgejahren weitere Bären in den österreichischen Alpen an. Insgesamt 31 Bärenjunge wurden geboren und auch die Zustimmung der Bevölkerung war gesichert. Doch die Geschichte hat kein Happyend: Derzeit lebt nur noch ein Bär in den Nördlichen Kalkalpen, der 2012 aus Slowenien über Kärnten nach Norden gewandert ist.

Die Gründe für das Verschwinden der österreichischen Bären in den letzten Jahren sind nicht klar ersichtlich. Experten halten es für unwahrscheinlich, dass die Tiere unbemerkt abgewandert oder einer Krankheit zum Opfer gefallen sind. Fakt ist: Neben dem einen Exemplar in Österreich gibt es offenbar sonst nirgendwo in den Alpen bislang dauerhaft Braunbären.

Deshalb setzt der WWF sich dafür ein, dass in Österreich wieder eine überlebensfähige Braunbärenpopulation ein Zuhause findet. Dass das Zusammenleben mit einem Raubtier dieser Größe möglich ist, haben die Österreicher bewiesen. Wichtig ist, dass Bären aus anderen Ländern wie Slowenien und Italien zuwandern können.

Der Seeadler

Die Könige der Lüfte segeln wieder
© Wild Wonders of Europe / Staffan Widstrand / WWF

Der Seeadler ist Deutschlands Wappentier. Trotzdem hatte er es schwer, stand vor dem Aussterben und bürgert sich mit viel Hilfe nur langsam wieder ein.

Mit Falle, Flinte und Gift wurden den Seeadlern im 19. Jahrhundert in Deutschland zu Leibe gerückt. Danach zerstörte die moderne Industriegesellschaft deren Lebensräume: Alte Adlerhorstwälder fielen der Säge zum Opfer, wasserlösliche Pflanzenschutzmittel wie das DDT vergifteten die Organismen der Feuchtgebiete und über seine Beutetiere auch den Seeadler. Mitte der sechziger Jahre gab es daher in Westdeutschland nur noch sieben Seeadlerpaare.

Im Jahr 1968 rief der WWF das 'Projekt Seeadlerschutz' ins Leben, um dem größten europäischen Greifvogel wieder auf die Schwingen zu helfen. Eine europaweite Kampagne gegen den Einsatz von Pestiziden wurde gestartet. Mit Erfolg: Die Verwendung von DDT zumindest in den westlichen Ländern wurde 1975 verboten. Die Adlerhorste wurden von freiwilligen Helfern rund um die Uhr bewacht.

Doch noch immer ist es kein leichtes Unterfangen, Seeadler wieder anzusiedeln. Illegale Abschüsse und der Einsatz von Giftködern machen es den Umweltschützern nicht immer leicht. Auch Bleivergiftungen können für Seeadler tödlich enden, wenn sie geschossenes Wild fressen und dabei Schrotkügelchen aufnehmen. In Deutschland ist dies sogar die häufigste Todesursache von Seeadlern.

Aber es gibt Grund zur Hoffnung. In Deutschland gibt es inzwischen rund 730 Brutpaare, etwa 80 Prozent von ihnen leben in den nördlichen Bundesländern, vor allem in den großen Nationalparks. Die Horste der Vögel werden weiterhin genau beobachtet und jedes Jungtier ist ein Grund zur Freude. Wenn wir weiterhin für ihn kämpfen, wird der König der Lüfte bald wieder in größerer Zahl am Himmel segeln.

Der Wolf

Der Märchenhafte darf wiederkommen
© Roger Leguen / WWF-Canon

Seit 1850 galt Deutschland als weitestgehend wolfsfrei. Ein trauriger Rekord. Schon seit dem Mittelalter wurde der Wolf verfolgt, weil er als blutrünstige Bestie galt. Aber erst rund 150 Jahre später konnte ein junges Wolfspärchen ungestört aus Polen einwandern. Denn erst seit 1990 dürfen bei uns Wölfe nicht mehr gejagt werden. Seither gibt es bei uns wieder wilde Wölfe.

Derzeit gibt es in Deutschland etwa 22 Wolfsrudel. Sie leben vor allem in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen werden vereinzelt Wölfe gesichtet. In einigen Bundesländern waren sie bisher nur zur Durchreise, in anderen lassen sie sich nieder. Ein Erfolg für den Naturschutz, der aber auch Konflikte mit sich bringt.

Die Menschen sind an ein Leben mit dem Wolf nicht mehr gewöhnt. Das kann Probleme mit sich bringen, denn der Wolf reißt mitunter Nutztiere. Deshalb ist es wichtig, im Vorfeld Managementpläne zu erarbeiten, damit im Fall der Fälle schnell gehandelt werden kann. Ganz besonders wichtig ist außerdem die Öffentlichkeitsarbeit. Die Menschen müssen neu lernen, dass der Wolf nicht das böse Tier aus dem Märchen ist, sondern ein sehr scheuer Zeitgenosse, der Kontakt mit ihnen bestmöglich vermeidet.

Der WWF hat sich diesem Ziel verschrieben. Herdenschutzmaßnahmen, Managementplanerstellung, Umweltbildung und Gespräche mit der betroffenen Bevölkerung stehen beim WWF ganz oben auf der Agenda, damit der Wolf sich wieder weitgehend ohne Konflikte ansiedeln kann.

Fünf Jugendliche waren Mitte September 2011 in der Lausitz auf den Spuren des Wolfes unterwegs. Hier kannst du ihre Erlebnisse nachverfolgen!

Der Luchs

Klettermax mit Pinselohren
© Wild Wonders of Europe / Pete Oxford / WWF

Bis Anfang des 20.Jahrhunderts war der Luchs nahezu aus Mittel- und Südeuropa verschwunden. Nicht nur wegen seines wunderschönen Fells wurde er stark bejagt. Auch als Räuber von Schafen und anderen Nutztieren sowie als Konkurrent für die Jäger wurde er verfolgt. Immerhin konnte er sich noch in die Pyrenäen, Alpen und Karpaten zurückziehen. In Deutschland lebten die letzten Exemplare im Bayerischen Wald.

Auf leisen Pfoten ist der drittgrößte Beutegreifer Europas nun langsam wieder in deutsche Wälder zurückgekehrt. Denn anders als früher ist er heute in vielen Ländern geschützt. Etwa 16 Luchse leben wieder im Bayerischen Wald. Aber auch in Hessen, Thüringen und im Schwarzwald gibt es Hinweise auf einzelne Tiere. Im Nationalpark Harz läuft ein Luchswiederansiedlungsprogramm mit gezüchteten Tieren. Und es sind schon zahlreiche Jungtiere in freier Wildbahn gesichtet worden. Auf rund 8.000 Tiere wird der gesamte Bestand an Eurasischen Luchsen in Europa geschätzt.

Auch der WWF möchte, dass der Luchs wieder in vielen Ländern Europa heimisch wird. Bereits seit den 1970er Jahren gibt es daher in mehreren Ländern Wiederansiedlungsprojekte. Der WWF engagiert sich seit gut 15 Jahren vor allem in Schweden und in der Schweiz für den Schutz der Luchse. Seit 2009 arbeitet der WWF Deutschland mit dem Luchsprojekt des Nationalparks Bayerischer Wald zusammen. Das Überwachen mit Sendern und Fotofallen steht dabei im Mittelpunkt. Außerdem fördert der WWF ein weiteres Projekt, bei dem die Räuber-Beute-Beziehungen im Bayerischen Wald untersucht werden.

Der Luchs ist ein stiller und geschickter Jäger. Zu seiner Beute zählen vor allem Paarhufer wie Rehe, Gämsen und im Norden Europas auch Rentiere. Von einem Beutetier dieser Größe ist der Luchs etwa für fünf Tage gesättigt. Für den Menschen stellen die scheuen Räuber im Allgemeinen keine Gefahr dar. Angriffe sind extrem selten und durch außerordentliche Umstände bedingt.

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