Gar nicht so gefahrenlos!


Was bedroht


unseren Kontinent?


© Wild Wonders of Europe / G. Lewniewski / WWF

Europa, wilder Kontinent in Gefahr?

© Wild Wonders of Europe / Widstra / WWf

Europa ist der am dichtesten besiedelte Kontinent unserer Erde. Ganz klar, dass da Konflikte mit der Natur entstehen. Aber wovon genau wird die Wildnis Europas bedroht?

Entdecke die Gefahren und erfahre, woher sie kommen.

Tourismus

Fluch oder Segen für die Natur?
© Hartmut Jungius / WWF-Canon

Der Tourismus ist für den europäischen Kontinent einer der wichtigsten Wirtschaftszweige mit immensen Umsätzen. Von den Stränden des Mittelmeeres bis zu den Vulkanen Islands: In Europa gibt es viele attraktive Urlaubsregionen - wie zum Beispiel die Alpen. Rund 120 Millionen Feriengäste und 500 Millionen Übernachtungen jährlich sind dort jedoch nicht nur ein Grund zu Freude. Die Belastung für die Region steigt.

Insbesondere der Wintertourismus bringt einige Probleme mit sich. In Italien werden beispielsweise mehr als die Hälfte der Skipisten künstlich beschneit, was zu einer gravierenden Erhöhung des Wasserverbrauchs führt und zusätzlich hohe Kosten verursacht.

Oftmals wird auch die heimische Tier- und Pflanzenwelt durch rücksichtslose Touristen gestört. Viele der Tiere sind, insbesondere in der Brutzeit, sehr empfindlich und reagieren extrem auf Störungen, wenn Besucher sich nicht an vorgegebene Wege und Routen halten, sondern querfeldein laufen. Das ist leider die Realität - ob in den Alpen oder am Wattenmeer.

Der WWF setzt sich aus diesem Grund dafür ein, dass der Tourismus verträglicher und nachhaltiger wird. Für die dort lebenden Menschen bedeuten Touristen eine gute Einnahmequelle, aber diese sprudelt eben auch nur so lange, wie die Natur der Region erhalten bleibt. Es ist daher im Sinne der Gastgeber, ihre Natur zu schützen und sie sehenswert zu halten. Ein 'sanfter Tourismus' mit naturnahen Freizeitbeschäftigungen, umweltfreundlichen Produkten und geschützten Wildniszonen ist deshalb die beste Lösung.

Landwirtschaft

Mit chemischer Keule oder nachhaltig?
© Rob Webster / WWF

Mit der Landwirtschaft wurde der Mensch ein Stück unabhängiger von den Unwägbarkeiten der Natur. Die Bevölkerung wuchs so stark, weil es gelang, immer mehr Menschen ernähren. Doch der Preis dafür wird immer höher: In der konventionellen Landwirtschaft werden chemische und genetische Hilfsmittel, zusätzliche Nährstoffe und immer mehr Technik auf immer größeren Flächen eingesetzt.

Für die Natur ist das alles andere als vorteilhaft. Durch die intensive Bearbeitung geht wertvoller, nährstoffreicher Boden verloren, Düngemittel und Pestizide verseuchen Boden und Grundwasser, gelangen zudem in Nahrungsketten und machen auch nicht an der Feldgrenze halt. Mehr noch: Pestizide aus der Landwirtschaft stehen zum Beispiel im Verdacht, ganze Bienenvölker auszurotten - und damit die Grundlage für die natürliche Lebensmittelproduktion zu zerstören.

Immer mehr Flächen werden landwirtschaftstauglich hergerichtet und wichtige Ökosysteme gehen dadurch verloren. So wurde beispielsweise ein Fünftel des Donau-Deltas durch landwirtschaftliche Nutzung zerstört. Auch die Ostsee hat unter der Überdüngung zu leiden, die sie durch Abwässer erfährt. Dies führt zu einer starken Algenblüte, wodurch weite Bereiche des Meeresbodens absterben.

Doch es geht auch anders: Eine Landwirtschaft, die gesunde Lebensmittel erzeugt und die artenreichen Lebensräume erhält; Landnutzungsplanungen zur Ausweitung von Schutzgebieten und unschädlichen Produktionszonen sowie die Mitarbeit bei Zertifizierungssystemen mit anspruchsvollen Nachhaltigkeitsanforderungen - für Mensch und Natur.

Fischerei

Bis zum letzten Hering
© Hartmut Jungios / WWF-Canon

Die Meere unserer Erde sind so groß. Da erscheint es doch kaum vorstellbar, dass sie eines Tages leer sein könnten. Schließlich holen wir jeden Tag Unmengen an Meereslebewesen aus den Tiefen der Ozeane. Genau da liegt das Problem: Wir fischen unsere Meere leer.

Gerade wir Europäer plündern die Meere: zuerst den Nordostatlantik, inzwischen auch die Fischgründe vor Westafrika. Traurige Bilanz: Weltweit gelten 30 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände entweder als überfischt, als bereits erschöpft oder in der Erholungsphase. Weitere 57 Prozent gelten bis an ihre biologischen Grenzen befischt. In Europa ist die Lage ganz besonders dramatisch, denn hier kann man nicht einmal mit Sicherheit sagen, welche der Fischarten sogar schon vom Aussterben bedroht sein könnten. Es liegen einfach nicht genügend Daten vor.

Dabei sind Fische so wichtig für ein gesundes Ökosystem! Sie spielen die zentrale Rolle im Nahrungsnetz der Meere. Längst hat eine übermäßige Fischerei das bestehende Gleichgewicht durcheinander gebracht. In manchen Regionen sind die Meere bereits leergefischt.

Im Nordost-Atlantik stoßen die modernen Fangflotten sogar schon bis in die Tiefsee vor. Seeberge, die vielen Tiefseefischen als Nahrungs- und Laichplätze dienen, erscheinen der Fischereiindustrie besonders attraktiv. Dabei werden allerdings viele Fischarten gefangen, die nur sehr langsam wachsen und wenige Nachkommen haben. Durch brutale Fangpraktiken werden zudem die Hänge der Seeberge regelrecht abgekratzt.

Brennpunkt Ost- und Nordsee: Die Ostsee gilt als überfischt, nicht nur durch legale, sondern auch durch illegale Fischerei. Selbst im großflächig geschützten Wattenmeer der Nordsee nimmt die fast flächendeckende Fischerei nicht genug Rücksicht auf den Naturschutz. So gibt es kaum ein Wattgebiet, welches nicht von Krabbenfischern abgegrast wird. Dabei landen unzählige Lebewesen als Beifang in deren Netzen. Die Zucht von Miesmuscheln führt zur Einschleppung invasiver Arten, die das Gleichgewicht des Ökosystems bedrohen. Nicht zuletzt verfangen sich viele der Schweinswale in den Netzen der Stellnetzfischerei und ertrinken elendig.

Klimawandel

Die unscheinbare, aber stetige Bedrohung
© Edward Parker / WWF-Canon

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Er ist fast nicht zu sehen und doch da. Die globale Erwärmung wird zum Großteil von uns Menschen verursacht. Jedes Stück Kohle, das wir verheizen, jeder Liter Erdöl oder Gas, den wir verbrennen, vergrößert die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre. Wie eine immer dickere Decke legen sie sich um die Erde, schließen die Hitze ein und machen so Mensch und Natur zu schaffen.

Der Klimawandel führt dazu, dass sich die Vegetationszonen unserer Erde langsam aber sicher verschieben. Auf der Nordhalbkugel Richtung Norden, in den Bergen Richtung Gipfel: Die Tiere müssen dann hinterher wandern. Korallenriffe sind ganz besonders bedroht, denn sie bleichen bei steigender Wassertemperatur aus und sterben ab. Bis Ende dieses Jahrhunderts könnte der Meeresspiegel um rund einen Meter ansteigen - was bedeuten würde, dass viele Inseln in der Äquatorregion untergehen. Die Eisdecke der Arktis schmilzt und Eisbären und Robben, die auf Packeis angewiesen sind, sitzen in der Klemme. Generell werden die Wetterextreme weltweit zunehmen. Dürren, Überschwemmungen und Stürme werden häufiger werden, vermutlich auch bei uns.

In Europa machen sich weitere Folgen des Klimawandels bemerkbar. Wenn die Gletscher der Alpen zunehmend schmelzen, werden die Gebirgsflüsse irgendwann weniger Wasser führen. Und Tiere, die es kälter mögen, werden weiter Richtung Bergspitze wandern. Dort ist aber nicht genügend Lebensraum für alle vorhanden.

Ähnliches wird dem Wattenmeer widerfahren. Steigt der Meeresspiegel, könnten zum Beispiel die einzigartigen und charakteristischen Salzwiesen der Nordsee dauerhaft unter Wasser stehen. Die angepasste Flora und Fauna würde damit nicht klarkommen. Das Weltnaturerbe wäre ernsthaft in Gefahr.

Verschmutzung

Unser Müll in aller Welt
© Jürgen Freund / WWF-Canon

Umweltverschmutzung stellt eine ernsthafte Bedrohung dar. Viele unserer alltäglich verwendeten Produkte sind nicht umweltverträglich oder ökologisch abbaubar. Stattdessen verschmutzen sie über viele Jahre oder Jahrzehnte unsere Umwelt. Plastikmüll in den Meeren zum Beispiel ist inzwischen ein weltweites Phänomen, das nicht nur Meeresschildkröten stark gefährdet.

Bei kleinen Schmutzpartikeln galt die Ostsee lange Zeit als das dreckigste Meer der Welt. Das Binnenmeer wird vor allem von insgesamt 90 Millionen Menschen in den Einzugsbereichen an den Küsten intensiv genutzt. Dabei sorgen nicht nur Abwässer, sondern auch Industrieabfälle, Düngestoffe und sogar Munitionsaltlasten für eine Belastung des Meeres. Im Nordost-Atlantik findet sich sogar nuklearer Abfall auf dem Meeresboden!

Durch den weltweiten Hunger nach Erdöl entstehen zusätzliche Risiken. Ölhavarien, Ölbohrungen und Ölpipelines stellen eine ständige Gefahr für die Umwelt dar. Ein Tankerunglück in Nord- oder Ostsee zum Beispiel wäre eine Katastrophe für die heimische Flora und Fauna.

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