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© Wild Wonders of Europe / Konrad Wothe / WWF
Mensch und Natur – Eine Zeitreise zur Frage „Was ist Natur eigentlich?“


von Madamsel
09.10.2016
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100 P

„Warum engagierst du dich beim WWF?“

„Weil ich einen Beitrag zum Schutz der Natur leisten will."

„Was ist Natur dann?“

 Hätte es den WWF schon im antiken Griechenland gegeben, dann hätte ein Wortwechsel auf dem Marktplatz mit dem bekannten Philosophen Sokrates so aussehen können. Mit den zwei Fragen „Warum…?“ und „Was ist…?“ hat er damals wohl so einige Leute dabei ertappt, dass sie im Grunde sehr wenig von dem wissen, wovon sie sprechen.

  

„Bist du gegen Sklaverei?“

„Ja.“

„Warum?“

„Weil es ungerecht ist.“

„Was ist denn dann Gerechtigkeit?“

 

… „Was ist der Mensch dann?“ … „Was ist Gott dann?“

 Dies sind große Fragen, die schwierig zu beantworten sind; wenn überhaupt. Dennoch ist es wichtig, dass wir uns selbst diese großen Fragen stellen. Kritisch unser Leben, unsere Gesellschaft, unsere Welt zu reflektieren ist eines der größten Güter, die wir haben. Manchmal ist es selbst von zentraler Bedeutung für unser Handeln, unsere Einstellung oder Perspektive. Dies ist auch bei der Frage „Was ist Natur“ der Fall. Denn wie können wir die Natur schützen, wenn wir gar nicht genau wissen, was das eigentlich ist? Dass der tropische Regenwald Natur ist, da sind sich wohl die meisten einig. Aber wie sieht es mit unbelebten Teilen der Antarktis aus? Und wenn das Natur ist, ist ein lebloser Planet dann auch Natur? Sind Äcker Natur? Immerhin sehe ich doch Falken über Feldern nach Mäusen suchen und für den bedrohten Feldhamster sind Kornfelder eine die wichtigsten Lebensgebiete. Sind Heidegebiete Natur? Die können sich schließlich nur in Stand halten, weil der Mensch dort Schafe hütet, die das Gras und die jungen Bäume zwischen den Heidesträuchern wegfressen. Würde dies nicht geschehen, würden innerhalb der nächsten Jahre die meisten Heidegebiete verschwinden und stattdessen Birken- und Kiefernwald entstehen. Doch dort könnten viele geschützte Arten von Heidegebieten nicht überleben. Und was würdet ihr auf die Frage antworten, ob der Löwenzahn, der aus dem Gullideckel sprießt, Natur ist? Ja? Nein? So halb vielleicht? Wie können wir die Natur schützen, wenn wir gar nicht wissen was das ist, oder wenn für jede Person Natur etwas anderes bedeutet?

 

 

Um zu verstehen, warum Menschen so unterschiedliche Auffassungen von Natur haben, kann eine kleine Zeitreise helfen. Heutige Naturbilder sind das Resultat verschiedener Ansichten gegenüber Natur, die Menschen seit jeher hatten. Vor tausenden vor Jahren, zu Zeiten früherer griechischer Naturphilosophen wurde die Natur mit dem Wort physis beschrieben. Dieser Name verweist auf das, was aus eigener Kraft entsteht und was ungezwungen (also ohne menschliches Zutun) entsteht, besteht und vergeht. Ihr müsst euch hierbei vor Augen führen, dass menschliche Siedlungen damals kleine Flecken inmitten einer allumfassenden, unantastbaren, unmessbaren Natur waren. Kein Wunder also, dass der Natur mit größter Ehrfurcht begegnet wurde – einer Mischung aus Angst und Respekt. Dies ist auch deutlich an der damaligen ethischen Grundhaltung zu erkennen: Menschen hatten lediglich in Bezug auf die menschliche Umgebung eine moralische Verantwortung. Weil der Einfluss des Menschen auf die Natur so gering war, war die Natur auch nur ein minimaler Teil der antiken Ethik, wenn überhaupt.

 

 

Mit dem Einzug des Christentums nach Europa veränderten sich das Naturbild und die Rolle des Menschen gegenüber der Natur. Diese wurde von jetzt an als Gottes Schöpfung gesehen, wobei der Mensch den Auftrag eines Verwalters hatte. Gottes ursprüngliche Schöpfung, das Paradies, war der perfekte Zustand der Natur, der jedoch durch die Sünde des Menschen verdorben worden war. Jetzt hatten wir den Auftrag, die wirkliche, verdorbene Natur um uns herum durch Arbeit wieder in einen geordneten Zustand zurückzuversetzen. Der Mensch besaß die Natur dabei nicht, sondern verwaltete sie lediglich nach den Absichten Gottes.

 

Ein neues Naturbild entsteht mit dem Beginn des Rationalismus um 16. Jahrhundert. Menschen begonnen nun die Natur mit Hilfe von wissenschaftlichen Instrumenten zu erforschen, zu messen und zu manipulieren. Dies ging Hand in Hand mit der mechanischen Auffassung von Natur. Dadurch dass Menschen durch Experimentieren beispielsweise mehr vom Aufbau und der Funktionsweise von Körpern verstanden, konnten sie die Parallelen zwischen Körpern und Maschinen sehen. Demnach war der Körper nichts weiter als das Zusammenspiel chemischer und physischer Prozesse. Lebewesen hatten damit ihren sogenannten innerlichen Wert, einen Wert aus sich selbst heraus, verloren, der bis dahin den verschiedenen Lebensformen zugeschrieben wurde. Jetzt jedoch waren Lebewesen bloß noch komplexe Maschinen und der Mensch konnte sie für deine Zwecke nutzen. Man sagt auch, der innerliche Wert der Natur wurde zu einem rein instrumentellen Wert reduziert.

 

 

Eine Gegenströmung zum Rationalismus war die Romantik zum Ende des 18. Jahrhunderts. Romantiker fürchteten, dass der Mensch bei all dem technischen Fortschritt die Verbindung zur Natur verliert. Er würde sich selbst von seiner natürlichen Umgebung entfremden. Gerade zur Zeit der Industrialisierung, wobei Holz der wichtigste Grundstoff war und in Europa großflächig Wälder abgeholzt wurden, entdeckt der Romantiker den Wert der Natur. Natur wird als etwas Schönes, Harmonisches, Idyllisches erfahren. Den Menschen zieht es als „einsamen Wanderer“ in die Natur, da er das romantische Verlangen hat, um zum Ursprung zurückzukehren.

 

 

Das romantische Naturbild beginnt nach den Entdeckungen Darwins langsam zu zerfallen. Scheinbar gibt es gar keine Harmonie und Zusammenhalt in der Natur, sondern eher einen Kampf ums Überleben und Konkurrenz zwischen Individuen und Arten. Darwins Konzept vom survival oft he fittest, dem Überleben des Stärksten, kommt auch mit den Auffassungen von politischen Strömungen überein. Hierbei leitete jede Strömung eine andere Schlussfolgerung aus der Evolutionstheorie ab: Karl Marx war der Ansicht, dass Darwin die Natur beschreibe, als wäre sie wie der harte Kampf des Kapitalismus. Wir Menschen sollten laut Marx diesen bestialischen Umgang miteinander hinter uns lassen und zu einer klassenlosen Gesellschaft übergehen. Auf der anderen Seite standen die Sozialdarwinisten, zu denen sich auch Herbert Spencer zählte. Er meinte im Überleben des Stärksten ein Argument für eine Gesellschaft unlimitiertem Konkurrenzkampf gefunden zu haben. Laut Spencer würde jede Art von Sozialhilfe nur das Überleben der Schwächeren befördern und müsste daher unterbunden werden. Mit anderen Worten, Spencer sah in der Evolutionstheorie eine Rechtfertigung dafür, dass die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden, da laut ihm nun einmal der Stärkere gewinne.

 

Erst im letzten Jahrhundert ist den Menschen so richtig klar geworden, dass wir den größten Einfluss überhaupt auf den Planeten Erde haben. Aus diesem Grund spricht man auch davon, dass der Planet ein neues Zeitalter erreicht hat. Paul Crutzen nannte es auf einer internationalen Konferenz der Vereinten Nationen das Anthropozän, das Zeitalter des Menschen. Unser bisheriges Handeln wird den Planeten für mehrere tausende Jahre, die kommen, nachhaltig beeinflussen. Plötzlich leben wir in einer Zeit, in der unser Handeln globale Folgen hat. Erinnert ihr euch noch an die ethischen Auffassungen der Antike, wobei Menschen nur für ihre direkte Umgebung verantwortlich waren, da Menschensiedlungen kleine Flecken in der Natur waren? Jetzt befinden wir uns in einer ganz neuen Situation. Es gibt nur noch kleine Inseln Natur inmitten einer gigantischen Fläche aus Städten, Landwirtschaft und Industrie. Der australische Philosoph Peter Singer beschreibt es folgendermaßen: „Wenn du in deinem Appartement in New York Deo auf deine Achseln sprühst, dann könntest du mit verantwortlich sein für den Hautkrebs den Menschen in Chile bekommen.“ Doch obwohl unser Einfluss ganz andere Dimensionen angenommen hat, verweisen Menschen noch immer auf die Ethik der großen Philosophen wie Aristoteles oder Kant. Natürlich, viele ihrer Ideen und Werke sind brillant, doch ihre Ansichten zur Verantwortlichkeit des Menschen haben schlichtweg einen zu kleinen Maßstab. Zu diesem Schluss kam auch der deutsche Philosoph Hans Jonas, der daraufhin probierte eine neue Ethik zu etablieren. Hierbei wird die Natur als ein Reservoir betrachtet, mit dem wir nachhaltig umgehen müssen, im Interesse zukünftiger Generationen. Wie mit so vielen Dingen entdecken wir erst in dem Moment da Natur gefährdet ist, wie wichtig eine gute Umwelt-Ethik ist.

 

 

Der Philosoph Martin Heidegger macht zum Nachhaltigkeitsdenken noch eine Randbemerkung. Ihm zufolge kann uns auch diese Art von Denken nicht zu einem gesunden Naturverständnis führen, da wir die Natur noch immer als einen Rohstoff sehen. Der Gedanke, dass wir die Natur retten müssten, bedeutet auch, dass der Mensch aktiv eingreifen muss. Er meint, wir sollten Natur besser wieder Natur sein lassen. Mit anderen Worten, Natur als physis begreifen: Etwas das ohne unser Zutun entsteht, besteht und vergeht.

 

 

Wenn sich Menschen für den Naturschutz einsetzen, dann haben sie häufig ein bestimmtes Bild, eine Vision vor Augen. Manche denken, es sei das Beste, ein Gebiet völlig vom menschlichen Einfluss abzuschließen, sodass die Natur sich dort sich selbst überlassen werden kann. Dies ginge Hand in Hand mit der Auffassung von Natur als physis. Andere denken, der Mensch müsse eingreifen, weil die Koexistenz von Mensch und Natur nur möglich ist, wenn man Natur mit anderen Funktionen, wie zum Beispiel der Landwirtschaft, verbindet. Permakultur wäre hierbei ein Schlagwort, das auch zum Naturbild des Reservoirs und dem Nachhaltigkeitsgedanken passt. Ein Romantiker könnte dahingegen sicher noch in dem kleinsten Grashalm zwischen dem Kopfsteinpflaster etwas Schönes und Natürliches entdecken.

 

Wie ist eure Auffassung von Natur? Habt ihr ein eindeutiges Bild oder kann Natur vieles für euch bedeuten?

Sollten wir uns im Naturschutz auf eine bestimmte Art von Natur fokussieren?

Wäre es besser zu versuchen, die Natur vom Menschen zu isolieren oder müsste man gerade das Zusammenleben von Mensch und Natur stimulieren?

 

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Quellen: Reader Inleiding in de Filosofie en Ethiek, Radboud Universiteit Nijmegen

Bilder: Pixabay, Wikipedia

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Kommentare (7)
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17.10.2016
Wasserjunge hat geschrieben:
Ersteinmal ein unglaublich anregender und informativer Bericht, der verschiedene Sichtweisen abdenkt, sodass sich wohl jeder in irgendeiner Form dort wiederfinden kann! :)
Es ist schwierig zu sagen, ob man IMMER der Natur freien Laufen geben sollte. Prinzipiell bin ich für ein ja, doch wenn, durch den Menschen, eine Art an den Rand der Ausrottung gebracht wurde, ist es unsere Pflicht den Bestand einer Art zu stabilisieren und zu schützen. Wenn sich die Art normal reproduzieren kann, so denke ich, kann man sie sich selbst überlassen. Doch gibt es so viele Aspekte, unter denen man diese Diskussion weiterführen könnte.
Wenn die Art eine Schlüsselfunktion hat (und das haben meines Erachtens wohl fast alle) dann muss diese weiterhin beobachtet werden. Bei einem Lebensraum ist das wiederum ganz anders. Wenn wir ein bestimmtes Gebiet sich selbst überlassen ( vorher renaturiert etc.), dann kann es sich auch entwickeln. Wenn Hilfe dazu nötig ist, wieso sollten wir diese nicht geben (Heide)? Ohne menschliche Einflüsse wären wohl alle Gebiete dieser Erde intakt. Die Zerstörung/Neuschaffung von Lebensräumen geschieht sonst im Laufe von Jahrmillionen. Abgesehen von Umweltkatastophen (Hurricane, Vulkanausbruch..). Also sind wir in der Verpflichtung diese Räume zu bewahren.

Ich stimme Marcel in seinen Zeilen total zu - tolle Worte!

Danke für diese Anregung! :)
12.10.2016
Gollom hat geschrieben:
Ich finde deinen Text sehr interessant, er hat mich sehr zum Nachdenken gebracht! Für mich ist Natur eigentlich alle Lebewesen... Ich finde, auf eine bestimmte Art sind auch wir Menschen Natur. In der Natur ist ein Geben und Nehmen allgegenwärtig, doch wir Menschen übertreiben es ziemlich mit dem nehmen und vergessen der Natur dafür auch etwas zu geben. Ich finde die Hilfe die wir für die Natur leisten können fängt bei uns zuhause an und nicht in der Natur selbst... Zum Beispiel essen nicht mehr so viel wegwerfen oder Müll trennen oder Nachhaltigen Strom verwenden usw.... Natürlich können wir der Natur auch helfen indem wir sie schützen und z.B. versuchen die Abholzung des Regenwaldes zu verhindern oder so, aber in erster Linie fängt die hilfe für die Natur in unserer Gesellschaft an!
11.10.2016
Marcel hat geschrieben:
Vielen Dank für diesen beeindruckenden Artikel, Sina. Es ist wirklich spannend zu schauen, wie die verschiedenen Gesellschaften über die Natur nachgedacht haben. Bemerkenswert ist bei dieser 'Geschichte der Ideen' unter anderem auch, dass niemand die Natur selbst fragen kann, wie sie eigentlich ihre Rolle in der Welt sieht. :)

Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass wir Menschen Teil der Natur sind, und dass es für unser Überleben und unsere Zukunft überhaupt nicht zielführend ist, Mensch und Natur getrennt voneinander (oder sogar als Gegner) wahrzunehmen, wie es manche tun. Typisch für uns Menschen ist auch, dass wir uns in unserer Bedeutung viel zu wichtig nehmen. Der Natur ist im Grunde egal, wie es uns geht - aber uns kann es nicht egal sein, wie es der Natur geht, denn sie bildet unsere Lebensgrundlagen.

Darüber hinaus ist mein persönlich stärkster Antrieb jedoch die ethische Verpflichtung, die wir haben. Denn wir sind nur eine Spezies von vielen und teilen uns die Erde mit anderen Lebewesen. Nur weil wir Menschen mit einem Regenwurm nicht kommunizieren können bedeutet das nicht, dass seine Bedürfnisse weniger wert wären. Das sind sie freilich nur aus einer egozentrischen Sichtweise des Menschen. Aber von einer objektiven Ebene aus betrachtet hat jeder Erdenbewohner ein Interesse daran, auf diesem begrenzten Lebensraum zu leben, und deshalb ziehe ich für mich daraus den Schluss, dass es unsere Pflicht ist, jenen Lebewesen zu helfen, die durch unsere Aktivitäten zu Schaden kommen.

Natürlich ist dieses Beziehungsgeflecht inzwischen so unglaublich komplex, dass es keine einfachen Lösungen geben kann. In manchen Regionen tut es der Natur gut, wenn wir sie einfach in Ruhe lassen (Wildnis), in anderen Regionen ist gerade unser Eingriff das, was die biologische Vielfalt erhöht (in einer nachhaltig bewirtschafteten Kulturlandschaft ist mehr Leben als in einem Forst) und in manchen Regionen ist die Natur bereits so sehr zerstört, dass wir gar nichts mehr retten können. Wir müssen mittlerweile mit immensem Aufwand Nashörner per Helikopter in sicherere Gebiete transportieren, damit sie nicht aussterben - nur eines von vielen Beispielen, wie absurd wir Menschen die Zerstörung bereits vorangetrieben haben.

Die Natur ist für mich vor allem eines: Schönheit. Wie oft habe ich schon einen Baum, einen Farn, ein Spinnennetz oder eine Felsformation betrachtet und dabei gedacht: So formschön und künstlerisch bekommen wir Menschen beim besten Willen nichts hin. Aber was daraus auch nicht folgern darf, ist Menschenhass. Wir Menschen schaffen durchaus wundervolle Dinge, nicht nur Zerstörung. Wir Menschen haben einen guten Kern, denn wir sind schließlich Teil der Natur. Wir sind Teil der Gemeinsamkeit alles Lebendigen. Wenn wir uns allerdings weiter eine künstliche Umwelt schaffen aus Plastik, Bildschirmen, Betonklötzen und virtuellen Realitäten, laufen wir Gefahr, das zu vergessen.
11.10.2016
Jayfeather hat geschrieben:
sehr interessanter Bericht!
Ich denke auch, dass eine Mischung aus "Natur in Ruhe lassen" und eingreifen am Besten ist. Ein Urwald kann ohne Hilfe des Menschen entstehen, in dem man das Gebiet einfach in Ruhe lässt. Aber wenn man offene Grünlandflächen oder die Heide erhalten möchte, muss man ein paar Weidetiere drauf stellen. Für mich gehören diese Kulturlandschaften auf jeden Fall zur Natur.
Wir Menschen können ja auch nicht so tun, als wären wir nicht hier. Auf irgendeine Art und Weise müssen wir eingreifen, um zu überleben. Ich denke ein "geringes Maß an Mensch" gehört ebenfalls zu Natur.
10.10.2016
Sunlight hat geschrieben:
Danke Dir sehr für diese philosophische Zeitreise!
Mir ist beim Lesen aufgefallen, dass ich mir noch nie so richtig Gedanken darüber gemacht habe, was ich eigentlich ganz genau unter der Natur verstehe, die ich jeden Tag schützen will.
Aber ich schließe mich Anne an: sicherlich sollten wir lernen, die Natur wieder mehr sich selbst zu überlassen und ihr eigenes Gleichgewicht zu finden, aber gerade bei Themen wir Landwirtschaft und Tourismus ist es aus meiner Sicht absolut notwendig, dass wir Menschen lernen, im Einklang mit der Natur zu leben, zu handeln und zu wirtschaften! :)
10.10.2016
Seni hat geschrieben:
ich mag diesen philosophischen Blickwinkel total. Hat mich zum Nachdenken gebracht und sogar dazu, meine Wertevorstellung vielleicht einfach manchmal mehr in Frage zu stellen. Danke! :-)
09.10.2016
Cookie hat geschrieben:
Vielen Dank für diesen wundervollen Bericht, liebe Sina! Ich fand es sehr spannend, mal aus einem ganz anderen Blickwinkel auf das Thema Natur zu schauen, mit dem wir uns hier ja täglich beschäftigen.
Die Fragen, die du am Ende stellst, machen wirklich nachdenklich und erinnern mich auch an das, was wir während des RedAktionsteamertreffens im Naturschutzgebiet an der Ammer und bei unserem Einsatz an der Isar erfahren haben. Vor allem daran, wie genau man abwägen muss, ob man der Natur tatsächlich hilft, wenn man an einer Stelle zu ihrem Schutz eingreift. Ist es okay, einen Aussichtspunkt in die Natur zu setzen, um so eine seltene Steinformation zu schützen, da die Leute nicht mehr direkt dorthingehen, sondern sie aus der Ferne bewundern? Ist es okay, dass wir zum Schutz der Tamariske die Weiden entfernen, die dort ebenfalls natürlich vorkommen?
Ich denke, man muss einen Mittelweg finden. Wir können die Natur nicht überall kontrollieren und sollten sie, wo es noch möglich ist, in Ruhe lassen, aber wir Menschen haben schon so viel zerstört, dass es ganz ohne unsere Eingriffe denke ich auch nicht geht. Vor allem in Gebieten wie Wäldern und an Flüssen, wo sich ohnehin oft Menschen aufhalten, müssen wir lernen, mit der Natur zu leben. Das gilt auch für den Anbau von Lebensmitteln. Du hast danach gefragt, ob Felder zur Natur zählen, und ich würde diese Frage mit ja beantworten. Es sind Orte, an denen uns die Natur Nahrung schenkt und gerade an solchen Orten ist der Einklang mit der Natur wichtig, damit wir sie nicht ausbeuten. Wie überall ist das aber sicher auch wieder eine Gratwanderung. Gehören Schädlinge nicht auch zur Natur? In wiefern dürfen wir sie von unserer Nahrung fernhalten oder müssen wir uns die Ernte von ihnen zerstören lassen?
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