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Viele Vogelarten sind in Deutschland zu Hause. © J. Fieber / igreen media / WWF
Zu 100 Prozent tödlich


von Gluehwuermchen
15.10.2013
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Amphibien wie zum Beispiel der Grasfrosch oder die Erdkröte gehören zu den weltweit am stärksten gefährdeten Wirbeltierarten.

Die Gründe dafür sind vielfältig, aber so gut wie alle menschengemacht: Erhöhte UV-Strahlung, Konkurrenz mit eingewanderten Arten, Klimaerwärmung, Verlust an Lebensraum und Krankheiten.

Doch das scheint noch nicht genug zu sein: Eine neue Studie des Instituts für Umweltwissenschaften Landau (im Auftrag des Bundesumweltamtes) deckt auf: Der Einsatz von empfohlenen Pflanzenschutzmittelmengen in der landwirtschaftlichen Praxis führt bei Grasfröschen zu einer Sterblichkeitsrate von 20 - 100 Prozent. Im Rahmen der Studie wurden sieben verschiedene Pflanzenschutzmittel getestet - die gefährliche Wirkung besteht sowohl bei Herbiziden als auch bei Fungi- und Insektiziden. Besonders tödlich wirkte das Fungizid "Headline", bei dessen Einsatz im Labor die jungen Grasfrösche innerhalb von einer Stunde zu 100 Prozent verstarben. Da die eingesetzte Menge der der Freilandpraxis entspricht, kann man schlussfolgern, dass der Effekt für Freilandpopulationen ähnlich ist.

Die Gefährlichkeit für die Amphibien hängt offenbar von der Konzentration an Zusatzstoffen in den einzelnen Mitteln ab - das variiert, ist aber auch noch nicht hinreichend erforscht.

Doch warum sind Amphibien besonders empfindlich für Pestizide?

Die Haut von Lurchen ist sehr dünn und verletzlich. Das ermöglicht den Tieren Sauerstoff über die Haut aufzunehmen (Hautatmung). Diese dünne Haut kann gut Wasser aufnehmen - und so leider auch Gifte.

Dieser Aspekt wurde bisher in den Tests der Zulassungsverfahren nicht mitberücksichtigt, einzig die Auswirkungen auf Kaulquappen in Gewässern wurden bisher miteinbezogen.

Die Studie offenbart "dringenden Handlungsbedarf" - so der Leiter der Studie Carsten Brühl. Amphibien müssten also zukünftig in die Risikobewertung miteinbezogen werden, will man ihr Verschwinden nicht weiter provozieren.

Aber auch jede(r)  Einzelne von uns kann indirekt etwas für den Amphibienschutz tun, indem sie/er auf Produkte verzichtet, die aus konventioneller Landwirtschaft stammen, da dort Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Kauft stattdessen Bioprodukte und sprecht eure Mitmenschen auf das Problem an!

Quellen:

http://m.uni-koblenz-landau.de/landau/aktuelles/archiv-2013/amphibiensterben

http://de.wikipedia.org/wiki/Haut#Amphibienhaut

Bild: Wikimedia Commons

 

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Kommentare (5)
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15.10.2013
Lisa18 hat geschrieben:
Ich finde es traurig, dass die Menschen, die ja eigentlich schlau genug sein sollten dieses Problem zu erkennen und somit die Pflanzenschutzmittel gar nicht erst zu produzieren oder jedenfalls zu verbessern, es trotzdem tun. Das ist nicht weiter als Profit machen und EGOISMUS!!!
15.10.2013
Gluehwuermchen hat geschrieben:
@Cookie: Ja, so sieht`s leider aus. Tierversuche sind nach wie vor gängige Praxis. Vom gesunden Menschenverstand her könnte ich dir auch so sagen, dass Pestizide Gift für Amphibien (und nicht nur für sie) sind....aber wenn man überzeugen will, braucht es immer "Studien"...
Mir gefällt das auch nicht.
15.10.2013
RichardParker hat geschrieben:
Ein interessanter Bericht, ich wusste gar nicht dass sich zu hohe Konzentration von solchen Mitteln, so extrem auf die Gesundheit der Amphibien auswirken kann! :O Dagegen muss unbedingt etwas getan werden!
15.10.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Echt traurig!
Schade, dass die Menschen so egoistisch sind!
Ich hoffe, dasalles bessert sich!
15.10.2013
Cookie hat geschrieben:
Danke für den Bericht! Das sind ja mal wieder traurige Neuigkeiten. Hoffentlich können die Ergebnisse der Studie dazu beitragen, dass etwas geändert wird!

Was mich allerdings stutzig gemacht hat, war der Satz: "Besonders tödlich wirkte das Fungizid "Headline", bei dessen Einsatz im Labor die jungen Grasfrösche innerhalb von einer Stunde zu 100 Prozent verstarben."
Hat man also, um zu diesen Ergebnissen zu kommen, einfach Frösche gefangen, im Labor mit Pflanzenschutzmitteln besprüht, bis sie gestorben sind?! Klar ist es wichtig, die Auswirkungen zu überprüfen und so zu beweisen, dass der Einsatz gewisser Pflazenschutzmittel die Frösche gefährdet, und ich weiß nicht, ob es da überhaupt andere Möglichkeiten gibt, aber ich weiß nicht so ganz, was ich von dieser Methode halten soll...
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