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Viele Vogelarten sind in Deutschland zu Hause. © J. Fieber / igreen media / WWF
Zoo-Report: Liebesglück in Afrika?


von Rhino
09.03.2013
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Im neuen Format „Zoo-Report“ geht es um interessante Ereignisse rund um die vielen zoologischen Gärten in Deutschland und Umgebung!

Heutiges Thema: die Auswilderung von zwei ganz besonderen Nashörnern!

Tsororo und Kalusho sind wahrlich „alte Hasen“ im Frankfurter Zoo. Geboren im südlichen Afrika, wurden die beiden stattlichen Spitzmaulnashörner 1989 von einem Wildreservat in Simbabwe nach Deutschland transportiert. Dieser Import war nicht ohne Risiko, doch die Tiere überstanden die lange Reise problemlos und gewöhnten sich schnell an das Leben im Gehege.

Fünf Jahre nach ihrer Ankunft, 1994, bekamen die beiden ihr erstes Jungtier, ein Weibchen namens „Akura“.
1997 und 2001 folgen zwei weitere Töchter, „Dzimba“ und „Hama“. Sie alle wuchsen gesund und wohl behütet im Zoo auf, haben aber ihren Geburtsort längst verlassen.
Alle drei wurden nämlich 1996-2004 erfolgreich nach Südafrika ausgewildert, wo sie heute in berühmten Reservaten, wie dem Marakele-Nationalpark oder dem Krüger-Nationalpark selbst für Nachwuchs sorgen!
Tsororo und Kalusho haben damit definitiv einen erachtenswerten Beitrag zum Erhalt ihrer kritisch gefährdeten Art geleistet.

Doch das ist heute Geschichte, bei dem prägnanten Nashornpaar ist seit 2001 kein Junges mehr zu vermelden. 
Das Weibchen Tsororo gilt mittlerweile als zeugungsunfähig und lebt strikt vom Bullen Kalusho getrennt. Letzterer kann theoretisch durchaus noch für Nachwuchs sorgen, doch praktisch fehlt ihm dafür etwas äußerst Entscheidendes … eine neue Partnerin!

Jetzt könnte man meinen, dass es doch sicherlich irgendwo in der Umgebung einen anderen Zoo gibt, in dem ein paarungsbereites Weibchen nichts sehnlicher wünscht, als einen prächtigen Bullen von Kalushos Statur, doch das Problem besteht darin, dass Tsororo und Kalusho keine gewöhnlichen Exemplare sind.

Die markant bräunlich gefärbten Dickhäuter gehören nämlich zur Unterart „Südafrikanisches Spitzmaulnashorn“ (Diceros bicornis minor), dies ist eine besonders seltene Unterart, die heute nur noch in Simbabwe, Swasiland und Südafrika vorkommt. Der Bestand hat mit den erheblichen Auswirkungen rücksichtsloser Wilderei zu kämpfen, nur noch knapp 2.000 Exemplare sind in freier Wildbahn vorhanden, in den Zoos Europas hingegen, gibt es lediglich die beiden Frankfurter ... aber nicht mehr lange! 

Denn, wie bereits 2012 angekündigt wurde: Tsororo und Kalusho kehren nach Afrika zurück! Eine Auswilderung ist beschlossene Sache!
Das klingt natürlich äußerst beeindruckend, doch es handelt sich dabei auch um ein ausgesprochen schwieriges Vorhaben.
So musste man erst einmal eine passende Region finden, in der die beiden Greenhorns so gut wie möglich vor Wilderertrupps geschützt sind.
Die Zooverwaltung, in Zusammenarbeit mit der Organisation „Back to Africa“, entschied sich letztlich dafür, die beiden nicht in ein südafrikanisches Reservat zu senden, wie es damals bei den Töchtern praktiziert wurde, sondern in den kleinen Staat Swasiland, der im Südosten Afrikas, zwischen Südafrika und Mosambik, zu finden ist!

Dort soll das Mkhaya Game Reserve als neues Zuhause für Tsororo und Kalusho dienen, das Schutzgebiet zeichnet sich vor allem durch effektive Anti-Wilderer-Truppen aus. Die Tatsache, dass Swasiland zudem eine der verschärftesten Wilderei-Gesetzlagen Afrikas aufweist und derartige Verbrechen dort ausschließlich mit hohen Haftstrafen geahndet werden, ist für eine erfolgreiche Auswilderung besonders förderlich!

Und das ist noch nicht alles: „In Swasiland wartet schon eine junge Nashornkuh auf unseren Bullen“, verkündet Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch – dies sind nun wahrlich viel versprechende Aussichten – eine neue Partnerin für Kalusho und frisches Blut für die Nashorn-Population Swasilands, doch damit dieses Vorhaben wirklich gelingen kann, muss die Reise nach Afrika absolut sicher und reibungslos verlaufen!

Dafür haben sogar die beiden Reisenden Opfer gebracht, so wurden Tsororo und Kalusho bereits 2012 die gewaltigen Hörner entfernt, um die Verletzungsgefahr beim Transport zu mindern. Dies klingt erstmal fragwürdig, es ist jedoch zu bedenken, dass die Hörner im Laufe der Zeit auch wieder nachwachsen!
Des Weiteren führen Tierpfleger mit den Dickhäutern ein Trainingsprogramm durch, das die beiden an Transportkisten und die damit verbundenen Bedingungen gewöhnt!



Ein klarer Termin für die Auswilderung steht derzeit nicht fest, innerhalb der nächsten Monate sollte es aber so weit sein!

Der Zoo Frankfurt hofft, dass dieses Projekt ebenso erfolgreich wird, wie die Auswilderung von Kalushos ältester Tochter Akura. Diese hat seit ihrer Ankunft im Marakele-Nationalpark (1996) drei Jungtiere erfolgreich großgezogen. Ob auch Vater Kalusho nach über 10 Jahren Pause wieder für Nachwuchs sorgen wird? – Wir bleiben gespannt!

Text & Titelbild: Maxim Podobed
Sonstige Bilder: © Frank C. Müller, © Seth Simonson, © W. Faust/Zoo Frankfurt

 

 

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Kommentare (9)
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17.03.2013
Puma hat geschrieben:
Ich find das toll.Ein Auswilderungsprogramm,dass auch noch klappt!Ich freu mich!Aber schade,dass es von diesen Nashörnern nicht mehr so viele gibt.Aber danke für den bericht :)
14.03.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
14.03.2013
iTSMECYNTHiA hat geschrieben:
gut das dieser zoo sich um auswilderung bemueht ...
schade jedoch um die unzaehligen tiere die ihr leben lang in zoos versauern muessen
14.03.2013
Winona hat geschrieben:
hoffentlich schaffen es die beiden!
13.03.2013
Franzichen hat geschrieben:
Echt Toller Bericht!
Ich hoffe wir werden von dir über die beiden Nashörner noch mehr hören! c:
12.03.2013
AliceimWunderland hat geschrieben:
Super Bericht!
Ich war schon oft im Frankfurter Zoo, vor allem als Kind und wusste nicht, dass die Nashörner was besonderes sind.
Hoffen wir mal das die Auswilderung für die beiden super verläuft und es bald ganz viele Babynashörner von dem alten Herren gibt ;)
12.03.2013
midori hat geschrieben:
wow! Ein toller Bericht - und da steckt einfach so viel Hoffnung und Optimismus drin. Wunderschön! Klasse, dass sogar das Jungtier schon so oft Nachwuchs hatte. Da geht einem das Herz auf! :o)

Danke für diesen großartigen, herzerfrischenden und schön bebilderten Bericht! :o)
Ich freu mich auf mehr!
11.03.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Ein riesiger Aufwand der hoffentlich von Erfolg gekrönt sein wird.

Es wäre den beiden zu wünschen, dass sie ihr "Renterleben" in Ruhe und Freiheit genießen können und zur Rettung ihrer wundervollen Art beitragen - wenn auch nur einer von ihnen :)
11.03.2013
Marcel hat geschrieben:
Wirklich beeindruckende und majestätische Tiere, wie auch diese Fotos wieder beweisen. Die Entscheidung ist dem Zoo sicher nicht leicht gefallen - umso besser, dass er die Auswilderung unterstützt. Das ist schon eine verrückte Welt, in der wir leben... Wir Menschen rotten so viele Tiere aus, dass schon einzelne Individuen um die halbe Welt transportiert werden müssen, um das Überleben einer Population wahrscheinlicher zu machen...
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