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Zirkuselefanten - Das Drama vom Odenwald


von jan_muecher
17.06.2015
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Vor einigen Tagen ereignete sich ein furchtbares Drama im Neckar-Odenwald-Kreis. In den frühen Morgenstunden des 13. Juni 2015 fand ein 65-Jähriger Passant im Morgengrauen einen Elefanten, der aus seinem Zirkusgehege ausgerissen war. Wenig später lag der Mann leblos auf dem Boden. Der genaue Tathergang ist noch nicht geklärt, jedoch gehen die Polizei und die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die 34-Jährige Elefantenkuh "Baby" den 65-Jährigen getötet hat. Schließlich war es auch nicht die erste Gewaltattacke des Elefanten. 2000, 2010 und 2012 wurde sie bereits aggressiv gegenüber Menschen, die nach jeder Attacke ärztlich behandelt werden mussten.

Schnell stand das Urteil vieler Medien fest. Wörter wie "Killer-Elefant" tapezierten den Boulevard. Auch war die Frage, wie "Baby" aus dem Gehege ausbrechen konnte, schnell für den Zirkusdirektor geklärt. Tierschützer müssten die Stallungen aufgeschnürrt haben und auch die elektronischen Barrieren lahm gelegt haben. Aber es stellt sich viel mehr die Frage, warum ein so friedlichen Tier wie der Elefant in einer Zirkushaltung so aggressiv werden kann und für seine Art ein derartig krankes Verhalten an den Tag legen kann.

"Baby" wurde bisher vom Zirkus Luna gehalten, der schon lange unter der Beobachtung PETAs steht. Sie kritisieren die Einzelhaltung des Tieres, da Elefanten Herdentiere sind und ein damit einsames Leben nicht artgerecht ist. Im Februar 2015 spürten sie den Zirkus in der Nacht auf und maßen die Temperatur im Elefantenzelt. 6,3°C, vorgeschrieben sind mindestens 15°C. Daraufhin informierte PETA das zuständige Veterinäramt. Doch auch eine weitere Kontrolle PETAs ein paar Wochen später zeigte immer noch keine 15°C auf dem Thermometer. Umzumutbare Zustände für einen Elefanten oder anderes Wildtier aus südlichen Regionen. Dies ist wieder ein Beispiel dafür, dass Tiere in den Zirkusen unserer Republik falsch gehalten werden, weshalb auch politische Konsequenzen daraus gezogen werden müssen. Schließlich resultiert aus dieser Tierquälerei zusätrzlich auch noch eine aktive Gefahr für den Menschen. Einige unserer Nachbarn gehen mit positiven Beispiel (z.B. die Niederlanden) voraus und verbieten Tiere in Zirkussen. Wir sollten schnellsmöglich nachziehen.

 

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Kommentare (3)
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Sortieren nach Aktualität:
21.06.2015
jan_muecher hat geschrieben:
Die Niederlanden sind ja aber zum Beispiel einen guten Weg gegangen und haben Wildtiere ins Zirkussen verboten
17.06.2015
Naturliebe hat geschrieben:

Es ist einfach nur schrecklich, wie der Mensch ein Tier für die Dinge verantwortlich macht, die aus seinen eigenen Taten resultieren. Tiere gehören einfach nicht in den Zirkus! Zumindest nicht unter solchen Umständen - viel zu kleine Gehege, Einzelhaltung von Herdentieren, Schmerzen bei manchen "Kunststücken", die einfach nur völlig unnatürlich sind...
Warum kann der Mensch nicht einfach seine Augen öffnen?
17.06.2015
Lisa18 hat geschrieben:
Ich danke dir, dass du das Thema hier noch mal aufgegriffen und auch sehr gut erklärt hast. Ich würde mir wünschen, wenn alle Menschen nach diesem tragischen Fall die Augen öffnen und einsehen, dass Tiere definitv nicht in den Zirkus gehören! Man kann mit den Kinder auch viele andere noch viel schönere Sachen erleben und unternehmen, dafür muss man nicht in einen Zirkus gehen, wo Tiere gequält werden, um sie anschließend den Kleinen in einen falschen Umgebung zu präsentieren. Außerdem ist es doch viel besser, wenn man aktiv mit dem Kind etwas unternimmt, als passiv.
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