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Viele Vogelarten sind in Deutschland zu Hause. © J. Fieber / igreen media / WWF
Wolf frisst Hund?


von Marcel
16.01.2014
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Aus der Lausitz wird von einigen Medien berichtet, dass ein Hund von einem Wolf in einem von meterhohen Zäunen gesicherten Außenbereich einer Tierpension getötet worden sei. Der WWF-Wolfsexperte Dr. Janosch Arnold hält es für fraglich - prinzipiell sei es aber möglich, dass Wölfe Hunde töten.

WWF Jugend: Janosch, es wird in einigen Zeitungen berichtet, ein Wolf habe einen Hund getötet.

Janosch: Ich habe große Zweifel, ob der Hund in dem genannten Fall tatsächlich einem Wolf zum Opfer gefallen ist. Auf alle Fälle wäre dies sehr ungewöhnlich, dass ein Wolf in ein stark gesichertes Areal eindringt, um einen Hund zu töten. Das wird jetzt genetisch überprüft und dann wissen wir hoffentlich mehr. Es stimmt aber: Wölfe töten Hunde. Ich rechne damit, dass dies irgendwann auch in Deutschland passieren wird.

Warum das? Es sollte doch für Wölfe einfachere Opfer geben, als einen doch relativ wehrhaften Hund.

Es geht dabei meist nicht darum, dass der Wolf einen Hund reißt, um ihn zu fressen, obwohl auch das vorkommen kann. Wölfe töten mitunter Hunde, weil sie ihn für einen Artgenossen halten. Dann geht es um Rivalität, Konkurrenz, Territorium. In Skandinavien haben wir davon einige Fälle pro Jahr.

Was können Hundebesitzer in Wolfsgebieten tun?

Sich an die Regeln halten. In Waldgebieten herrscht in vielen Bundesländern Leinenpflicht. Sobald Hunde sich in der Nähe von Menschen aufhalten, werden sich Wölfe davon fernhalten. Entfernt sich der Hund allerdings vom Menschen, ist es nicht ausgeschlossen, dass es zu einem Konflikt mit Wölfen kommt. Es sind daher meistens Jagdhunde im Einsatz, die Wölfen zum Opfer fallen.

Und Menschen sind im Wald sicher?

Mensch und Wolf stellt eine völlig andere Konstellation dar. Der Mensch ist kein eindringender Artgenosse - im Gegensatz zum Hund. Was der Mensch aber lernen muss, ist sein Verhalten zu verändern. Wir haben mit dem Wolf wieder einen großen Beutegreifer in unseren Breiten. Darauf müssen sich nicht nur Nutztierhalter, sondern auch Hundebesitzer einstellen. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass ein Wolf in einen umzäunten Garten in Siedlungsnähe eindringt, um einen Hund zu töten. Allerdings kamen solche Fälle in Europa schon bei Kettenhunden vor, die eine leichte Beute für Wölfe sind. Der Fall in Hoyerswerda liegt jedoch völlig anders.

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Kommentare (16)
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Sortieren nach Aktualität:
18.01.2014
Carinaa hat geschrieben:
Danke für den Bericht :)
Da bin ich jetzt mal gespannt, ob dies wirklich der Fall ist..
18.01.2014
Pandafreundin hat geschrieben:
Ziemlich interessant das Thema!
Die Vorstellung ist zwar komisch aber ich kann es mir gut vorstellen, dass Wölfe Hunde aufgrund von Rivalitäten angreifen ...
Ich bin gespannt was der DNA-Test ergibt :)
18.01.2014
Lana24 hat geschrieben:
Natürlich war es der große böse Wolf- der ist es soch auch schon immer in den Märchen gewesen!
Tolles Interview und danke für den Nachtrag @midori. Ich bin froh, dass alles nur von den Medien aufgebauscht wurde!
18.01.2014
Bjarne2000 hat geschrieben:
Joa, ganz interessant, deine Ergänzungen @AliceimWunderland
18.01.2014
Himbaerchen hat geschrieben:
Ich kann den anderen nur zustimmen: sehr interessant!
17.01.2014
Ronja96 hat geschrieben:
Danke für das interessante Interview! Ich hätte es auch komisch gefunden, wenn es der Wolf gewesen wäre.
17.01.2014
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Na also...es wäre auch zu seltsam gewesen, dass das in dem Fall ein Wolf war. Komisch, dass so ein Theater um Wölfe gemacht wird. Es gibt ständig Zwischenfälle, in denen HUNDE sich böse beißen oder Kinder verletzen o.ä. Meiner Meinung nach immer wieder nur gezielte Meinungsmache, wie in anderen Fällen auch (siehe Haidebatte).
17.01.2014
Franzi... hat geschrieben:
Viele Menschen sind ja dagegen, dass wieder mehr Wölfe nach Deutschland kommen. Hätte tatsächlich ein Wolf gewildert, hätte es sicherlich viel Kritik an den Tieren gegeben.
17.01.2014
LSternus hat geschrieben:
Es ist zwar immer noch traurig, aber auch irgendwie beruhigen, dass es kein Wolf war, wer weiß wie das Thema aufgebauscht worden wäre, wenn es tatsächlich ein Wolf gewesen wäre.
Auch wenn ich denke, dass die Leute die denken WOLLEN dass es ein Wolf war, das auch weiterhin tun werden.
17.01.2014
midori hat geschrieben:
Ermittlungen abgeschlossen:

Wie das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz in Rietschen mitteilte, wurde der Schäferhund im Kampf mit einer Mischlingshündin der Rassen Ridgeback/Dogo Canario getötet. Sie hatte Verletzungen am Ohr davongetragen. (Quelle: mdr)
17.01.2014
Makanie hat geschrieben:
Ich traue es den Wölfen locker zu, dass sie in solche gesicherten Gebiete eindringen können. Ihre Instinkte sind extrem gut ausgeprägt und wenn er den Hund tatsächlich für einen Rivalen gehalten hat, ist dieses verhalten durchaus möglich.
Ich freue mich übrigens auch auf weitere Wölfe in Deutschland!
17.01.2014
AliceimWunderland hat geschrieben:
Ich denke mal sollte die DNA-Auswertung von LUPUS abwarten.
Einige Fakten die mir aber zu denken geben:
-Der Zaun ist 2m hoch auf der außen Seite ein Stromkosten und innen ist der Boden wohl höher, aber nimmt ein Wolf so viel Anstrengung und "Zivilisation" an und den Hund zu töten?
-Ein Kampf zwischen Hund und Wolf läuft nicht leise ab, wieso wurde nichts gehört von Nachbarn und der Tierpension selbst?
-Der Tierarzt der diesen "Wolfsriss" diagnostiziert hat, ist bekennender Wolfsgegner, Zufall?!
-Der Drosselbiss war kein Drosselbiss, der Kehlkopf wurde verfehlt
-bei dem Biss hat der Hund aber noch gelebt, was man auch Unterblutungen sehen kann..
-Sollten nicht irgendwelche Haare oder Blut zusehen sein, auch von dem Wolf, der Hund hatte ich ja wohl gewehrt..
-Wieso wurde der Fall erst am nächsten Tag gemeldet, obwohl der Tierarzt einen Wolfsriss vermutete?

...Ich denke viele Fragen werden offen bleiben, egal ob's ein Wolf war oder nicht..
17.01.2014
gelöschter User hat geschrieben:
Hat man denn überhaupt Spuren eines Wolfes gefunden?
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Wolf diese Anstrengungen unternimmt, nur um einen Hund zu töten.
Ein Hund in einem umzäunten Gelände stellt nicht wirklich eine Bedrohung für einen Wolf da. Warum sollte er also über den mehrere meterhohen Zaun springen, einen Kampf anfangen und dann wieder zurück über den meterhohen Zaun? Irgendwie untypisch

Vielleicht bringen weitere Ermittlungen ja Licht ins Dunkle
17.01.2014
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Töten den Wölfe einfach so ihre Artgenossen? Oder liegt es daran, dass Wölfe Hunde ein bisschen "degeneriert" finden? ( mir fällt kein passenderer Ausdruck ein)
16.01.2014
Fabia hat geschrieben:
Was mich wundert ist die Tatsache, dass der Hund in einem Bereich war, der durch meterhohe Zäune gesichert war und der Wolf da rein gekommen sein soll?! Das erscheint mir recht unwahrscheinlich ^^
16.01.2014
RichardParker hat geschrieben:
Hmm... ein interessantes Interview! Ich persönlich halte es auch für unwahrscheinlich, dass ein Wolf, einen Hund unter diesen Umständen reißt. Aber dass macht den Hund noch lange nicht zu einem Nichtrivalen des Wolfes! Vielen Dank für das interessante Gespräch!
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