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Viele Vogelarten sind in Deutschland zu Hause. © J. Fieber / igreen media / WWF
Woher wissen Blumen wann es Zeit ist zu blühen?


von Janine
06.03.2011
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Langsam wird es bunt in Deutschland, denn die Frühblüher erwachen aus ihrem Winterschlaf. Sie strecken ihre Köpfchen in den Himmel und verwandeln die Winterwiesen in ein buntes Blumenkissen. Neben Winterlingen, Schneeglöckchen und dem Violetten Krokus, kann man auch schon Gänseblümchen und sogar ein paar Tulpen entdecken. Jede Art hat ihre eigene Saison. Die einen blühen schon sehr früh im Jahr, andere lassen sich viel Zeit und warten auf den Sommer um ihre Schönheit zu präsentieren.

Beim genauen Hinsehen entdeckt man, dass dieselben Blumenarten - unabhängig von ihrem Standort - fast gleichzeitig zu sprießen beginnen. Aber woher wissen die Blumen, wann sie blühen sollen? Liegt es an den wärmeren Tagen? Oder am Niederschlag, der von Schnee in Regen übergeht? Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Tageslänge für die Blühinduktion verantwortlich ist. Fällt genügend Licht auf die wartenden Zwiebeln und Samen, entfalten sich schon bald ihre Kronblätter.

Die Blumen können also zwischen Helligkeit und Dunkelheit unterscheiden, und das funktionier so:
Pflanzen können blaues und auch rotes Licht aufnehmen. Hellrotes Licht ist für die Blütenbildung verantwortlich. Fällt es für einige Zeit auf die Blätter, so werden bestimmte Pigmente aktiviert. Diese Pigmente sorgen dann dafür, dass das Blühhormon "Florigen" in den Spross transportiert wird, wo es die Blume erblühen lässt.

Einige Arten zählen zu den Langtagpflanzen, zum Beispiel Süßgräser (wie der Mais), oder auch die Kartoffel. Langtagpflanzen brauchen eine kurze Nacht um zu erblühen.
Die Kurztagpflanzen hingegen benötigen eine lange Nacht, die möglichst nicht von Licht, wie dem Schein des Vollmonds, gestört werden darf. Zu ihnen gehören unter anderem die Sojabohne und der Bergkaffee.
Wird der Rhythmus durch Störfaktoren beeinträchtigt, können die Proteine nicht aufgebaut werden und die Blume kommt nicht zur Blüte.

Lange und kurze Tage sind also der Grund weshalb einige Arten im Frühjahr und andere erst im Sommer blühen. Jede Blume hat sich durch die Evolution perfekt angepasst. Ist eine von ihnen beispielsweise von spezifischen Insekten abhängig, weil sie für die Bestäubung verantwortlich sind, so wird sie zu der Jahreszeit erblühen, in der auch die Insekten in Hochform sind. Dieses Wechselspiel hat in jahrmillionenlanger Feinabstimmung zum Bild der heutigen Flora geführt.

 

 

Quellen:
Praktikumsskript - Übung Biologie III/B, Teil: Pflanzenphysiologie WS 2010/2011, Botanisches Institut der Universität zu Köln
http://de.wikipedia.org/wiki/Photoperiodismus
Universität zu Köln, VL13_BIOIII_b_Vorlesung_Hoecker_Licht_2.pdf, WS 2010/2011
Bilder:
Janine Koch

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Kommentare (11)
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28.03.2011
gelöschter User hat geschrieben:
sehr interessant und gut geschrieben?
10.03.2011
KatevomDorf hat geschrieben:
erfolg muss sich ja auch iwann einstellen, wenn die natur rumexperimentiert...
so muss es sein. wie das ineinander greifen von zahrrädern^^
08.03.2011
Bienenkoenigin hat geschrieben:
total fazinierend, wie in der natur, so alles aufeinander passt und alles miteinander zu hamoniert =)
07.03.2011
KatevomDorf hat geschrieben:
wenn ich raten müsste würde ich sagen: verkurzte generationszyklen und resistentere pflanzen im allgemeinen, da die extrema zwischen den jahrenzeiten krasser sind. also eher euriök aber speziell ausgerichtet.
07.03.2011
Nathalie hat geschrieben:
Danke, das wusste ich auch noch nicht :)

Weißt du, welche Konsequenzen wir durch den Klimawandel bezüglich der Pflanzen zu befürchten haben?
07.03.2011
Janine hat geschrieben:
@Nathalie: Auf den Blättern der Pflanzen befinden sich kleine Spaltöffnungen, sogenannte Stomata. Sie sind für den Gasaustausch zuständig, also z.B. für die Abgabe von Sauerstoff und die Aufnahme von CO2. Wenn es sehr warm ist schließen sich die Stomata, damit der Wasserverlust nicht zu groß ist. Denn das Wasser in der Pflanze verdunstet ja schneller, je wärmer es wird. Der Nachteil ist, dass die Photosynthese bei geschlossenen Stomata nicht mehr so effizient ablaufen kann, weil das CO2 nicht mehr so gut aufgenommen werden kann. Deshalb sind Pflanzen im ständigen Balanceakt.
Aber auch diese Funktion ist von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich. Einige öffnen ihre Stomata bevorzugt in der Nacht, andere am Tag.  

Pflanzen können aber auch anders auf Temperaturen reagieren. Zum Beispiel lassen einige bei Hitze ihre Samen fallen, oder rollen ihre Blätter aus oder ein.
07.03.2011
Nathalie hat geschrieben:
Ein wirklich interessanter Bericht :)

In wiefern reagieren denn die Pflanzen auf Wärme?
06.03.2011
GruenerDrache hat geschrieben:
Cool =)
Jetzt weiß ich bescheid ,
danke :)
06.03.2011
sternchen1 hat geschrieben:
danke für die information, das ist etwas was ich schon immer mal wissen wollte, aber nie die zeit gefunden habe, es mal selber rauszufinden
06.03.2011
umwelterfinder hat geschrieben:
wusste ich gar nicht woran das liegt habe darüber nie nachgedacht
06.03.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Sehr informativ :o)
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