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Viele Vogelarten sind in Deutschland zu Hause. © J. Fieber / igreen media / WWF
Völkermord mit Folgen – Wer rottet die Bienen aus?


von Phalaenopsis
01.04.2011
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Seit 2006 tritt gehäuft ein Besorgnis erregendes Völkersterben bei den Bienenpopulationen Europas und Nordamerikas auf. Ganze Völker ausgewachsener Bienen scheinen plötzlich vom Erdboden verschluckt und lassen ihren Bienenstock und somit ihre Brut ohne Nahrung zurück.

Neben der Aufzucht ihrer Brut haben Honigbienen die bedeutende Aufgabe, den Erhalt der Blütenpflanzen zu gewährleisten, indem sie deren Fortpflanzung beschleunigen. Eine erwachsene Biene kann an einem Tag bis zu 1000 Blüten bestäuben.

Bei anhaltendem Bienensterben befürchtet man als Konsequenz große Rückschläge bei den Ernteerträgen der Nutzpflanzen, die durch Honigbienen bestäubt werden.
Zu diesen Pflanzen, die zu einem Großteil auch unserer Ernährung dienen, zählen viele Obstsorten der Familie der Rosacaea, unter Anderem Apfel, Birne, Kirsche und fast alle gemeinen Beerenarten, die bei uns im Supermarkt erhältlich sind und in Deutschland beheimatet sind. Schätzungsweise 80 Prozent unserer pflanzlichen Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse entstehen durch die Arbeit der Bienen.
Die Biene füttert also nicht nur ihre Nachkommen, sondern sorgt auch dafür, dass wir im Sommer mit einem gefüllten Magen, zufrieden im Gartenstuhl auf der Terrasse sitzen und uns die Sonne auf den Bauch strahlen lassen. Dabei stören uns ironischerweise wahrscheinlich nur die lästigen gelb – schwarz gestreiften Brummer, die uns auf ihrer Nahrungssuche manchmal vor der Nase herumschwirren.

Bis heute haben Wissenschaftler noch nicht den genauen Grund für das Bienensterben ermitteln können. Es scheint als würden viele Faktoren im Zusammenspiel zum sogenannten Colony Collapse Disorder (CCD) führen – dem Völkersterben der Bienen.

Eine Ursache des Völkersterbens in Deutschland ist vermutlich der Befall der erwachsenen Honigbienen mit Varroamilben. Obwohl diese Parasiten sich vorzugsweise im Bienenstock in der Brut vermehren, müssen sie im Winter auf die ausgewachsenen Tiere wechseln, da zu dieser Zeit keine Brut aufgezogen wird. Die Varroamilben beißen sich bei den Bienen fest und saugen ihr Blut. Die Gefahr dabei liegt in der Übertragung von Krankheitserregern wie den Picorna-Viren zu denen auch das IAP- Virus (Israeli Acute Paralysis Virus) gehört, welches zum Tod der Honigbienen führen kann.
Das Immunsystem der Tiere in diesen Breitengraden kommt nicht gut mit den Erregern der Varroamilbe zurecht, da sie ursprünglich aus Asien stammt. Deshalb sind die Tiere hier auf die Schutzmaßnahmen der Imker angewiesen, die die Bienenstöcke im Winter mit Ameisen – oder Oxalsäure besprühen um die Milben abzutöten.

Ein weiteres Problem, welches das Völkersterben der Bienen unterstützt, ist die Bewirtschaftung von Agrarflächen in Deutschland. Während des Frühjahrs stehen viele mit Nutzpflanzen (z.B. Raps) bewirtschaftete Felder in voller Blüte. Aber schon ein paar Wochen später sind die Äcker abgeerntet. Mit den Nutzpflanzen werden auch die Blütenpflanzen an den Wiesenrändern abgemäht, was dazu führt, dass manche Bienenvölker im Sommer schlicht und einfach verhungern.

 

 

Einer anderen Vermutung nach können auch Pestizide für das Massensterben verantwortlich sein. Beobachtungen von Imkern zu Folge zeigten die Honigbienen vermehrt Orientierungslosigkeit und unerklärliche Verhaltensänderungen, was möglicherweise auf die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln zurückzuführen ist, welche als Nervengifte wirken.
Besonders kritisiert wurde das von der Firma Bayer hergestellte Produkt „Gaucho“ mit dem Wirkstoff Imidacloprid. Dem Ergebnis einer Untersuchung der französischen Regierung aus dem Jahr 2003 zu Folge verursacht Imidacloprid unter bestimmten Bedingungen den Tod von Bienen.


Wie kann man helfen?


Wenn die Menschheit ihre Bewirtschaftung der Agrarflächen nicht nachhaltig umstellt, wird es den Bienenpopulationen in Zukunft noch schlechter ergehen. Bauern sollten beim Abmähen der Ernte wenigstens auf den Erhalt der Wiesenränder mit Blütenpflanzen achten. Aber nicht nur die Farmer können helfen, jeder einzelne kann den Erhalt der Bienen unterstützen. Sie sind zwar nur kleine Tiere, aber sie haben eine große Bedeutung für uns alle.


Mein Aufruf an euch:


Helft den Bienen und helft euch selbst!
Pflanzt im eigenen Garten/ Garten eurer Eltern Pflanzen, von denen Bienen sich ernähren wie etwa blütenreiche Laub – und Obstgehölze, Liguster, Eiche, Linde oder wenn ihr einen Balkon habt Blütenpflanzen wie Rosen, Erdbeeren, Margeriten. Auch Kräuter wie Lavendel, Thymian und Salbei locken Bienen an.


Kauft deutschen Honig von unseren Imkern! Zwar ist der teurer als Honig aus dem Ausland, aber die Imker bieten den Bienen Schutz vor der gefürchteten Varroamilbe, die einer der Hauptgründe für das Bienensterben ist.

www.deutscherimkerbund.de


Berichtet mir auch gerne von euren guten Taten für die Bienen.


Quellen:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,750139,00.html
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,644685,00.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Colony_Collapse_Disorder
Magazin Hörzu Wissen, April/ Mai2011: Wunderwerk Biene

 

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Kommentare (7)
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03.04.2011
Stoffie hat geschrieben:
toller bericht!
03.04.2011
Phalaenopsis hat geschrieben:
@ Saida
Geranien und Fuchsien, sowie alle Blüten die zwar üppig blühen aber nur wenig Nektar und Pollen haben sind nicht für Bienen geeignet.
@ Nick, danke für den Link. Leider stehen wirtschaftliche Interessen nur zu oft über der Gesundheit der Tiere
02.04.2011
Viveka hat geschrieben:
guter bericht! wir haben zwar schon viele blumen, aber ich werd mit meiner mutter trotzdem noch mal einkaufen gehen (:
01.04.2011
gelöschter User hat geschrieben:
danke für den super Bericht! Zieh dir mal rein was unsere Regierung dazu sagt: http://www.youtube.com/watch?v=9SSEndlcl6Q&feature=player_embedded
01.04.2011
Saida hat geschrieben:
Super Bericht. Ich habe von diesem Problem schon öfter gehört. Aber dein Bericht hat es einem viel besser veranschaulicht :) Bei uns Blühen die Wilderdbeeren jeden Sommer auf dem Balkon aber ich werde trotzdem noch andere Blumen dazu holen :D Weißt du vielleicht welche Blumen Bienen nich mögen ? Damit ich nicht noch was falsches kauf ;)
01.04.2011
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
01.04.2011
Jolly hat geschrieben:
Ein interessanter Bericht. Ich habe mir noch nie so viele Gedanken über die gelb-braun gestreiften Brummer gemacht, die einen Herzinfakt nach dem anderen verursacht haben, wenn sie mir vor den Augen herum geschwirrt sind. Ich persönlich habe aber nichts gegen Bienen :) Erst recht nicht, gegen die Maya. Jeden Sommer haben wir ein Erdbeergarten, der uns schöne Stunden auf dem Balkon schon beschert hat - nur leider schienen nicht nur Bienen sich daran zu verköstigen, sondern auch Schnecken. =| Dennoch: Vielen Dank für diesen Bericht!
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