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Viele Vogelarten sind in Deutschland zu Hause. © J. Fieber / igreen media / WWF
Neue Tier- und Pflanzenarten in Deutschland - gut oder schlecht?


von sarahsolaika
10.12.2012
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In Deutschland sind bei neuesten Beobachtungen 800 neue Tier- & Pflanzenarten festgestellt wurden. Es handelt sich dabei um gebietsfremde Arten, welche auf verschiedenen Wegen "eingeschleppt" werden. Die meisten von ihnen gelten als " vollkommen unproblematisch und integrieren sich hervorragend", so die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Beate Jessel.

Häufig gelangen sie durch den Schiffverkehr nach Deutschland. Sie haften sich an den Schiffrumpfen fest und werden dann die langen Strecken von ihren Herkunftsländern (z.B. Japan, Amerika, Neuseeland) bis nach Deutschland und anderswo hin mittransportiert.

Doch bei einigen Spezies können Gefahren für heimische Tiere und Pflanzen auftreten. Deren Lebensräume werden eingeschränkt, sie werden durch die "Einsiedler" verdrängt oder auch getötet. Der amerikanische Flusskrebs trägt die Pest mit sich, was ebenfalls eine Bedrohung darstellt. Dennoch überwiegt die Zahl der unauffälligen, sich eingliedernden Arten.

Amerikanischer Flusskrebs

Auch die etwa 500.000 in Deutschland lebenden Waschbären gehören zu eingeschleppten Tierarten. Die Populationen haben sich so stark vergrößert und verbreitet, dass sie heute nicht mehr wegzudenken sind.

Der Waschbär ist aus Deutschland nicht mehr zu beseitigen. - Warum sollte man das auch wollen? Ist es nicht schön, so eine Tierart hier bei uns zu haben? Ja und nein, lautet meine Antwort. "Der Waschbär gefährdet in Brandenburg die Sumpfschildkröten, stellt ihnen nach und beißt ihnen den Kopf ab. Dabei ist die Sumpfschildkröte eine gefährdete Art", sagte die BfN-Präsidentin Jessel. Außerdem fressen Waschbären Eier von Brutvögeln und andere waldnützliche Kleintiere. Menschen verärgert er durch Müllspuren von der Futtersuche, zerkratze Autos und verwüstete Dachböden. Das sind zwar weniger schlimme Aspekte, aber in der Luxusgesellschaft der Menschen gelten "soche schlimmen Vorkommnisse" trozdem als unerwünscht.

Trotzdem erfreuen sich gerade Naturliebhaber an der durch eingeschleppte Tiere und Pflanzen immer größer werdenden Artenvielfalt.

So ähnlich gestalten sich die Pro- & Kontraseiten auch bei den anderen Einsiedlern, wie z.B. dem exotischen Halsbandsittich, dem amerikanischen Heusenkraut, der Schwarzmundgrundel und vielen anderen.


 Halsbandsittich © www.selafotos.de

Ich hoffe, der Bericht hat euch gefallen! Wenn ihr Fragen und Anregungen habt, einfach als Kommentar schreiben. :)

 

Quellen:

http://www.epochtimes.de/800-neue-tier-und-pflanzenarten-in-deutschland-gezaehlt-1045778.html

http://www.ecomare.nl/de/ecomare-encyclopedie/mensch-und-umwelt/schiffahrt/einschleppung-v-arten/

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1342037195315

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Kommentare (16)
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27.02.2013
JenniNightnight hat geschrieben:
Ich finde es immer toll ,wenn neue Tierarten bei uns ihre neue Heimat finden. das ist aber nur gut wenn alle Tiere hier leben können und nicht nur ein Teil und der sndere Teil wird verdrängt oder gar ausgerottet.
09.01.2013
david.s hat geschrieben:
ich finde es nicht so gut in deutschland und auch in anderen ländern eingeschleppte tierarten zu haben, da sie ja ihren natürlichen lebensraum haben und viele von ihnen heimische arten ausrotten z.b. das graue eichhörnchen oder wie hier der waschbär
17.12.2012
sarahsolaika hat geschrieben:
@ SarahRi:
bei der sache mit dem "loswerden" hast du recht, ich finde aber, dass möglichkeiten geschaffen werden müssen, um die hier zuvor lebenden arten vor dem aussterben zu schützen! nix gegen die "neuen" tierarten, aber wenn die alten verdrängt werden, ist das natürlich negativ für unsere umwelt..
16.12.2012
SarahRi hat geschrieben:
Ich sehe die ganze Situation aus von zwei unterschiedlichen Seiten.

Jedoch denke ich, dass man die einwandernen Arten nicht mehr "los" wird, da sie sich so gut anpassen...
14.12.2012
Kathinki hat geschrieben:
Ein sehr schöner Artikel!
ich hatte das noch nie so gesehen,das die Waschbären positiv und negativ sind!
13.12.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Stimmt, der größte und gefährlichste Eindringling ist immer noch der Mensch :/
12.12.2012
Tierfreundin hat geschrieben:
Schöner Artikel!
Ich denke auch,dass es eine Frage der Integration ist, ob gut oder schlecht.
Jedoch war das auf der Welt schon immer so, dass neue Tierarten dazukamen, die andere verdrängt hatten, wobei natürlich gesagt werden muss, dass wahrscheinlich die Meisten neuen Tierarten vom Menschen "eingeschleppt" wurden und nicht auf natürlichen Wegen nach Deutschland kamen. Solange die einheimischen Arten nicht zu sehr gefährdeet werden sehe ich das als unproblematisch...und die "Probleme", welche die Tiere aus Menschensicht machen finde ich nicht sehr dramatisch, immerhin ist es der Mensch, der sich überall rücksichtslos der Natur gegenüber ausbreitet und diese zerstört, wo auch immer er auftaucht. Wir nehmen den Tieren genauso ihren Lebensraum weg, irgendwo müssen die sich ja dann aufhalten.
11.12.2012
LSternus hat geschrieben:
Interssanter Artikel.
Ich denke ob ein Tier zur Plage wird oder nicht hängt davon ab wie gut es sich integriern lässt. Arten die der einheimischen Tierwelt arg zu Last werden müssen wieder verschwienden.
11.12.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
11.12.2012
sarahsolaika hat geschrieben:
Ich bin der Meinung, dass man schon gegen "Eindringlinge" vorgehen sollte, vorallem gegen die, die für die einheimischen Tiere und Pflanzen schädlich sind. Und gegen solche, bei denen die Einsiedlung ungewollt ist. Am verrücktesten finde ich es, wenn die Arten von so weit weg wie Asien oder Amerika kommen. Ich finde es verblüffend, dass sie hier überhaupt überleben. Leider auch ein Zeichen des Klimawandels, wenn sich (übertrieben!) Arten aus den Tropen in Deutschland einrichten und ihre Existenz sichern. Natürlich gehört dieses Populationswandern zur Natur, aber wie Urmeli schon sagt, wenn alles zu schnell geht, gerät das Gleichgewicht aus den Fugen.
11.12.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Wow, wir sind ein Waschbärland.....

Grundsätzlich sind Veränderungen gut und normal. Aber sobald der Mensch seine Finger im Spiel - bewusst oder unbewusst - wird es knifflig. Die Natur kann sich nicht so schnell auf so viele "Eindringlinge" auf einmal einstellen.

Wie so oft im Leben stellt sich die Frage hinsehen und eingreifen oder den Dingen ihren Lauf lassen - notfalls bis ins Verderben hinein
11.12.2012
Janine hat geschrieben:
Danke für den Artikel! :o) Das Thema ist echt immer wieder spannend! Deshalb gab es das ja schon öfter hier.

Ich denke, dass sich am Ende alles einpendeln wird, was nciht unbedingt gut ist. Wenn die Waschbären keine Beutetiere mehr finden, dann werden sie sich auch dezimieren - wobei sie ja auch genügend Futter in den Städten finden.

Ich persönlich finde es immer schade, wenn eine Art ausstirbt, vor allem wenn es durch den Menschen geschieht. das natürliche "survival of the fittest" ist aber naturgegeben und evolutiv unglaublich wichtig.

Die Halsbandsittiche finde ich total schön. Hier in Köln finden sie genug zu fressen, dadurch werden andere Tiere nicht großartig beeinflusst. Allerdings besetzen sie auch Baumhölen und vertreiben so Spechte und Eichhörnchen. Neulich bin ich spazieren gegangen und über meinem Kopf hat es plötzlich geknisselt. Da hab ich hochgesehen und 50 Sittiche im Baum über mir entdeckt. Sie haben die Früchte eines Feldahorns gefressen, was sich schön anhörte und auch sehr idyllisch aussah, denn immer wieder propellerten kleine Flugsamen herunter.

Und zu den Grundeln: Ach du meine Güte! Die sind total furchtbar! Grundeln sind zwar nicht sehr groß, aber ihr Vorteil ist ihr riesiges Maul, das alle möglichen Fische fressen kann! Vor allem die kleinen und noch jungen Fische. So sorgen sie dafür, dass die natürlichen Bestände im Rhein enorm schrumpfen. Das ist schon katastrophal. Als wir letztes Jahr mit einem Schleppnetz im Rhein gefischt haben (zu wissenschaftlichen Zwecken) hatten wir jedes mal NUR Grundeln im Netz und zwar zu Hauf! Egal wo wir mit dem Netz hingegangen sind, am Ufer, tiefer im Fluss, am Sandabschnitt, an der Steinschüttung... die Grundeln waren überall! Wir haben sie in Alkohol eingelegt und später ihren Mageninhalt untersucht. Und nicht selten haben wir verschluckte Fische in ihnen gefunden.
Und es kommen immer mehr. Mittlerweile haben sich vier Grundelarten hier angesiedelt. Eine fünfte wurde auch schon entdeckt. Ich bin gespannt wo das hinführt.
10.12.2012
Zerschmetterling hat geschrieben:
Ein interessantes Thema, über das auch ich schon einen Bericht verfasst habe:

http://www.wwf-jugend.de/entdecken/deutschland/artikel/herzlich-willkommen-oder-bitte-draussen-bleiben;4701

Ich finde, was seinen natürlichen Lauf genommen hat, sollte den auch weiterhin nehmen dürfen.
Manchmal allerdings hat auch der Mensch seine Finger im Spiel, und handelt unbedacht.

Des weiteren sollte auch gesagt werden, dass die nun förmlich ur-deutschen Tierarten auch mal Besucher/Zuwanderer waren.

LG
10.12.2012
Carinaa hat geschrieben:
schöner bericht (:
Das mit dem Waschbären ist tatsächlich negativ und positiv...
10.12.2012
sarahsolaika hat geschrieben:
Natürlich gehört das alles zum Lauf der Dinge und zum Lauf der Natur, dass Populationen auch ihren Lebensraum ändern, jedoch hat es im Rahmen der Natur geringere Ausmaße als wenn der Mensch auch eine Rolle spielt. Die Tiere und auch Pflanzen würden nie Distanzen, wie z.B. den ganzen Atlantik alleine überwinden. Und genau da liegt der Punkt, wo die Natur in ihrer Ausgeglichenheit ins Wanken gerät. Durch das biologische Gleichgewicht könnte alle Lebewesen eben in diesem Gleichgewicht leben, doch durch den Eingriff des Menschen existiert dieses Gleichgewicht beinahe nicht mehr. :(
10.12.2012
Helen1698 hat geschrieben:
Ich finde das eine sehr spannende Frage, über die man fantastisch philosophieren kann! :) Einerseits könnte man sagen, dass man nichts dagegen tut, so nach dem Motto "Das ist der Lauf der Dinge", andererseits kann man auch argumentieren, dass man die heimischen Arten schützen sollte, vor allem, wenn die entstandene Bedrohung durch den Menschen verursacht wurde. Da kommen dann auch wieder weitere tolle philosophische Fragen auf! :) Vielen Dank für deinen Artikel! :)
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