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Viele Vogelarten sind in Deutschland zu Hause. © J. Fieber / igreen media / WWF
Nationalpark Sächsische Schweiz


von Carina
12.11.2012
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Zerklüftete Sandsteingebirge, vom Aussterben bedrohte Tierarten, jahrhundertealte Bäume – das alles und viel mehr bietet der Nationalpark Sächsische Schweiz. Bei dem letzten WWF Jugend Redaktionstreffen Ende Oktober hatten wir das unglaubliche Glück, den Park buntbelaubt und trotzdem verschneit erleben zu können – ein herrlicher Anblick! Damit Ihr unsere abenteuerliche Wanderung und unseren Kampf mit den Elementen hautnah miterleben könnt, hat Uli vor einigen Tagen darüber eine spannende Reportage geschrieben. Wie darin bereits angekündigt, möchte ich Euch nun einiges mehr über den Nationalpark und seine faszinierende Flora und Fauna erzählen.

Der 93,5 km2 große Nationalpark ist eingebettet in ein Landschaftsschutzgebiet und bildet mit ihm zusammen die „Nationalparkregion Sächsische Schweiz“. Die Landschaft dieser Nationalparkregion ist unglaublich vielfältig. Gewässer und Moore gehören genauso dazu wie Wiesen, Wälder und Felsen. Um Euch einen Eindruck zu verschaffen, habe ich ein paar der insgesamt 52 Flächennaturdenkmale des Parks herausgesucht:

- Marschners Büschel heißt ein wertvolles Feuchtgebietsbiotop im nördlichen Teil der Sächsischen Schweiz. Es ist vor allem wichtig, da es sich hemmend auf den Wasserabfluss auswirkt und Heimat vieler seltener Pflanzenarten ist.
- Das Labyrinth Langenhennersdorf ist eine Felsgruppe, die aufgrund von Erosion und Zerklüftung mit zahlreichen Höhlungen versehen ist. Hier wachsen Kiefern, Buchen und Fichten, die etwa 200 Jahre alt sind.
- Das Kachemoor Markersbach gehört zu der Kategorie der sogenannten nährstoffreichen Moore. Hier wachsen viele seltene Moorpflanzen und Grasfrosch, Bergmolch und Kreuzotter fühlen sich genauso heimisch wie einige vom Aussterben bedrohte Libellenarten.


So sieht das Kachemoor aus.

- Der Kleinhennersdorfer Stein ist ein bewaldeter Tafelberg. Das zerklüftete Felsplateau zeigt für den Sandstein charakteristische Verwitterungsformen und ist von einem natürlichen Riff-Kiefernwald bewachsen.

Der Park gehört zu dem Naturraum des Elbsandsteingebirges, das auch Uli schon erwähnt hatte. Diese Erosionslandschaft ist vor ca. 90 Millionen Jahren entstanden – also in der Kreidezeit. Damals war die Gegend noch komplett von einem Meer bedeckt. „Schwer vorstellbar“, wie Janine ganz richtig mit Blick über die Baumkronen und Felsen feststellte. Doch tatsächlich sind letztere Sedimentablagerungen, die über Flüsse der umliegenden Festlandgebiete abgetragen wurden. Als sich das Meer schließlich zurückzog, blieben sie zurück – und sind bis heute für das kundige Auge Beweise für die geologischen Vorgänge vor Millionen von Jahren.

Von den tierischen Bewohnern des Parks haben wir bei unserer Wanderung leider nicht viel gesehen. Dabei bietet die Gegend auch hier eine große Vielfalt:

- Da wären zum einen Fische. Unsere schuppigen Freunde hatten es allerdings nicht immer leicht in der Sächsischen Schweiz. Schwermetallbelastung und Uferbebauungen haben in der Vergangenheit die Artenvielfalt stark beeinträchtigt. Da sich die Wasserqualität der Elbe während den letzten 15 Jahren aber stark verbessert hat und dem Umweltschutz in Ostdeutschland allgemein mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde, haben sich die Bestände wieder weitestgehend erholt. Zudem wurden anspruchslose Fischarten eingebürgert, sodass die Artenvielfalt heute sogar noch höher ist als ursprünglich.
- Auch Amphibien hatten unter dem verschmutzten Gewässer zu leiden. Feuersalamander und Bergmolche sind daher beispielsweise nur noch relativ selten zu finden. Häufig trifft man hingegen auf die Erdkröte und den Grasfrosch.


Ein Grasfrosch.

- Die häufigsten Reptilien im Nationalpark sind Kreuzotter, Ringelnatter, Blindschleiche und Waldeidechse. Auch das Vorkommen der seltenen und in ihrem Bestand gefährdeten Glatt- oder Haselnatter wurde schon nachgewiesen.
- Die Insektenvorkommen im Nationalpark sind noch kaum untersucht. Hauptsächlich wirkten hier Diplomarbeiten und Freizeitforscher an der Erforschung einzelner Insektengruppen mit. Von dem Vorkommen des Grün-Rüsslers und der Tapezierspinne weiß man beispielsweise, sie sind jedoch noch nicht genauer untersucht worden.
- Im gesamten Elbsandsteingebirge sind bis heute etwas über 250 Vogelarten nachgewiesen worden. Etwa 25 Arten nutzen die Sandsteinfelsen als sichere Brutplätze, manche sind sogar ausschließlich auf sie angewiesen. Die Felsen locken immer wieder Besonderheiten der Vogelwelt an, so im Sommer 2004 einen Mauerläufer. Die Sächsische Schweiz ist außerdem ein Verbreitungsschwerpunkt von Wanderfalke, Uhu und Sperlingskauz.


Ein Sperlingskauz.

- Zu den Säugetieren im Nationalpark zählen zahlreiche Fledermaus- und Mausarten, außerdem Maulwürfe, Feldhasen, Siebenschläfer, Eichhörnchen, Biber, Füchse, Marderhunde, Waschbären und Dachse. Sogar der vom Aussterben bedrohte Fischotter fühlt sich hier heimisch und an der Elbe hat man auch schon Seehunde sichten können. Und auch auf den Luchs kann man hier theoretisch treffen: Er besiedelt die großen Waldgebiete des Elbsandsteingebietes rechts und links der Elbe und die daran angrenzenden Bereiche.

Auch das Hermelin ist in der Sächsischen Schweiz noch recht häufig.

Außer dieser spannenden Artenvielfalt, den Naturlandschaften und ca. 400 km Wanderwegen bietet der Nationalpark aber auch noch zahlreiche Bildungsprogramme für jedes Alter an. Auch die Möglichkeit für ein Praktikum, einen Bundesfreiwilligendienst oder ein FÖJ besteht. Falls Ihr darauf neugierig geworden seid oder vielleicht den Park einfach einmal besuchen wollt, informiert Ihr Euch am besten hier: http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/red6/praxiserfahrung/ oder hier http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/service/kontakt/

Quelle: http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/red1/

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Kommentare (9)
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01.12.2012
raubkatze hat geschrieben:
Die Fotos sind echt toll!!!
Also ich wohne auch in der Nähe eines Nationalparks, die Natur dort ist wirklich super! Zurzeit ist es wieder wunderschön wenn die Äste der Bäume ein bisschen mit Schnee bepudert sind, das sieht schon so weihnachtlich aus ;-)
13.11.2012
LSternus hat geschrieben:
Nationalparks sind ungeheuer wichtig. Man muss nicht über Grenzen und Kontienente um tolle Landschaften zu sehen, aber dass wurde schon gesagt ;)
Leider sind auch hier in Deutschland Arten bedroht.
13.11.2012
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Wie toll :) Rhino hat recht: Wir haben so tolle Ecken ganz bei uns in der Nähe. Da würde ich gerne mal im Frühjahr oder Sommer hin, das muss richtig faszinierend sein mit so "wildem" Baumbestand!
13.11.2012
Rhino hat geschrieben:
Sehr schöner und informativer Bericht! :)

Man staunt immer wieder, was für wunderbare Naturreservate wir doch im eigenen Land haben ... das wir trotzdem immer so in die Ferne schwelgen :D
13.11.2012
Zerschmetterling hat geschrieben:
Ich war noch nie da, bin aber ein Liebhaber der sächsischen Schweiz.
In letzter Zeit habe ich ziemlich viel von diesem Gebiet gehört.

Vor ein/zwei Wochen habe ich eine eindrucksvolle Doku gesehen, und als kleiner Tipp:
in der aktuellen "Ein Herz für Tiere" ist ebenfalls ein Bericht über die sächsische Schweiz.
13.11.2012
green.eyes hat geschrieben:
klingt sehr gut und informativ
13.11.2012
midori hat geschrieben:
Einfach nur prima, so ein Carina-Bericht! ^^
12.11.2012
MaRyLoU hat geschrieben:
Schöner Bericht mit interessanten Infos und natürlich :) schönen Bildern
12.11.2012
Cosima hat geschrieben:
Ein toller Bericht :)
Interessant und vor allem gut gegliedert.
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