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Mensch und Tier – Sollten Tiere Rechte haben? (4/4)


von Madamsel
09.01.2016
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Dies wird wahrscheinlich der kontroverseste Teil der Reihe, mit dem Ziel eine flinke Diskussion zu entfachen. Betrachtet die Ausführungen in diesem Artikel bitte als eine mögliche Argumentationsweise, die dazu einlädt, mal einen anderen Blickwinkel anzunehmen. Seht es also als Denkanstoß und spinnt den Gedanken weiter: Sind Tierrechte realisierbar und warum? Was sind Alternatieven, um den menschlaichen Umgang mit Tieren in verschiedenen Kontexten zu verbessern? Schreibt eure Ansichten und Ideen als Kommentare!

Stellt euch vor, ich spreche eine Person auf der Straße an und frage: „Entschuldigung, können Sie mir sagen, ob Tiere Rechte haben sollten?“. Vielleicht spielt diese Person in ihrem Kopf ein schnelles Szenario durch, nach dem Motto: Wenn ich allen Tieren das Recht auf Leben geben würde, würde das nicht nur bedeuten, dass man zum Beispiel keine Nutztiere für den Fleischkonsum mehr halten dürfte, sondern auch, dass man Ameisen in der Küche nicht mehr bekämpfen dürfte. Das wären aber große Probleme in der praktischen Umsetzung…Ich sage daher „Nein“. Die Person würde somit zuerst an all die weitreichenden Folgen denken, die es hätte, wenn man Tieren Rechten geben würde und sich auf diese Weise eine Meinung bilden. Aber es lohnt auch, einmal allen persönlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen auszublenden und schlichtweg nach den Prinzipien zu schauen, die hinter der anfangs gestellten Frage stehen. Wir werden also erst mal die Grundlagen der Menschenrechte und die Normen der Demokratie betrachten, um herauszufinden, ob Tierrechte prinzipiell gerechtfertigt wären oder nicht.


Die universellen Menschenrechte sind auf den fundamentalen Bedürfnissen basiert, die jeder Mensch hat. In unserer Gesellschaft hat damit jeder Mensch gleiches Recht auf Leben, körperliche Unversehrtheit, Nahrung, medizinische Versorgung und anderes. Als eines dieser Rechte jemandem vorbehalten wird, weil er eine andere Hautfarbe, Religion, Herkunft, Geschlecht oder jeglichen anderen Status hat, wird von Diskriminierung gesprochen und von der Verletzung der Menschenrechte.


Wenn Bedürfnisse somit die Basis für Rechte sind, muss die folgende Frage lauten, ob Tiere nicht genauso wie Menschen Bedürfnisse haben. Zum Beispiel, ob sie das Bedürfnis haben zu leben, unverletzt zu sein oder Nahrung zu bekommen. Manche sagen, dass man die Bedürfnisse von Tieren nicht feststellen kann, weil Tiere diese nicht aussprechen können. Jedoch kann man sehr wohl aus dem Verhalten und dem körperlichen Respons von verletzten, isolierten, hungernden oder eingesperrten Tieren ihr Bedürfnis ableiten. Das reicht von dem Versuch, der Situation zu entfliehen, bis zu der Abgabe von Stresshormonen, die man messen kann. Auf diese Weise könnte man für jede Tierart fundamentale Bedürfnisse definieren. Hieran mangelt es also nicht.


Die nächste Frage muss lauten, ob tierliche Bedürfnisse genauso wichtig sind wie die des Menschen. Schauen wir uns dazu mal die Definition einer Demokratie an. Hiernach wird jede Belangstellung gleich viel gewichtet, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Herkunftsland oder anderem Status. Logisch, die Stimme meines Nachbarn zählt ja nicht mehr oder weniger als meine, nur weil er einen anderen Status hat als ich. Das Leben in einer Demokratie bedeutet also, dass eine Person auf Basis einer nicht relevanten Eigenschaft wie Frau-Sein, Farbig-Sein, Religiös-Sein, Groß-Sein oder was auch immer nicht diskriminiert werden darf. Auch Tier-Sein ist eine solche Eigenschaft und darf daher kein Grund für Diskriminierung sein.


Manche Leute meinen, dass es legitim ist, um Tieren Leid zuzufügen, weil Menschen weiter entwickelt sind, intelligenter sind, anders sind, schlichtweg die Macht dazu zu haben. Aber Babys sind doch auch weniger entwickelt als Erwachsene und trotzdem haben sie Rechte. Klar, vielleicht nicht gerade das Wahlrecht, aber ein Recht auf körperliche Unversehrtheit schon. Warum sollte das nicht auch für Tiere gelten? Peter Singer spricht in seinem Buch Animal Liberation was diesen Punkt betrifft von Speziesismus, also der Diskriminierung von Tieren mit der Begründung dass sie eben Tiere sind. Der Denkfehler, der hier begangen wird, ist leicht aufzuspüren, wenn man das Wort „Tiere“ durch „Frau“ oder „Farbige“ ersetzt. Wer Frauen oder Farbige ausgrenzt, weil sie weiblich oder farbig sind, der diskriminiert sie aufgrund einer nicht relevanten Eigenschaft. Genaus das gleiche gilt auch für Spezies, also dem Menschen gegenüber anderen Tierarten. Nur weil man einer anderen Art angehört, heißt das nicht, dass ein Bedürfnis weniger wichtig oder wert ist.

Der Australische Philosoph Peter Singer introduziert in seinem Buch Animal Liberation den Begriff Speziesismus und erklärt, warum die Eigenschaft "Tier-Sein" kein Grund für Diskriminierung sein darf. 


Wenn wir also nach den Normen schauen, auf denen die Menschenrechte und die Demokratie basiert sind, müssen wir feststellen, dass Tiere vom Prinzip her auch Rechte haben sollten, die ihre fundamentalen Bedürfnisse sicher stellen. Dies würde, wie oben angesprochen, jedoch weitreichende Folgen für die einzelne Person, die Gesellschaft, das Rechtssystem, die Bio-Industrie, die Wissenschaft und vieles mehr haben. Tierhaltung und Schlachtung, Fischen und Jagen, aber auch Entwaldung, weil dadurch Lebensraum der Tiere schwindet, sind die ersten Dinge, die einem so einfallen. Aber hat nicht eine Mücke oder eine Kopflaus auch das fundamentale Bedürfnis zu überleben? Und da jedes Bedürfnis eigentlich doch gleich viel zählt, wie eben argumentiert wurde, hieße das, dass man keine Mücke mehr totschlagen und keinen Parasiten mehr bekämpfen dürfte?

Ihr wollt noch mehr über die Beziehungen zwischen Mensch und Tier erfahren? Dann lest auch die letzte Folge der Reihe, in der es um die Frage geht, ob Tiere Schmerzen empfinden können. 

--------------------

Referenzen: 

Beerda, B., Schilder, M. B. ., Van Hooff, J. A. R. A. ., De Vries, H. W., & Mol, J. A. (1999).
Behavioural and hormonal indicators of enduring environmental stress in dogs.

Eskens, E. (2015) Over Dierenrechten. Retrieved from:
https://blackboard.ru.nl/webapps/portal/frameset.jsp?tab_group=courses&url=%2Fwebapps%2FblaFblackb%2Fexecute%2Fcontent%2Ffile%3Fcmd%3Dview%26content_id%3D_2332323_1%26course_id%3D_108557_1%26framesetWrapped%3Dtrue [accessed 9 November 2015]

UN General Assembly (1948), Universal Declaration of Human Rights. Retrieved from:
http://www.refworld.org/docid/3ae6b3712c.html [accessed 9 November 2015]

 

Bildquellen:

Pixabay, Wikipedia, Pexels

 

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Kommentare (18)
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17.01.2016
Pina_Earthlover hat geschrieben:
Ich finde das schwierig, weil ein Recht zu leben für Tiere auch bedeuten müsste, dass Tiere sich untereinander nicht mehr töten, was man Tieren natürlich nicht vorschreiben kann. Und um diesen Gedanken noch weiter auszuführen: Wenn Tiere sich gegenseitig weiter töten, weil es so in ihrer Natur liegt, warum sollten wir Menschen dann damit aufhören, Fleisch zu essen? Schließlich sind wir, grob gesehen, auch nur Tiere, und da wir "Allesfresser" sind, gehört es auch in unsere Natur, Tiere zu töten und deren Fleisch zu essen. Die Natur hält sich ja gerade deswegen im Gleichgewicht!

So viel zum töten von Masttieren, die gegessen werden sollen. Was ist aber mit dem "grundlosen" Töten von Mücken, Milben etc.?
Natürlich haben auch diese ein Recht auf Leben, aber auch hier kann man sagen, das Tiere untereinander nicht anders sind. Viele Tiere töten aus Notwehr, wenn sie sich bedroht fühlen.

Ich denke also, dass Rechte für Tiere schwer zu realisieren wären. Wie die Meisten hier finde ich aber auch, dass Tiere auf jeden Fall besser geschützt werden müssen!
11.01.2016
Buchenblatt hat geschrieben:
Schwierige Frage!
Ich denke, dass auf jeden Fall der Tierschutz besser werden muss. Das kann man auch in Form von Tierrechten sehen. Diese konnten ja beinhalten, das immer mit in die Freiheit und Unversehrtheit von Tieren eingegriffen werden darf, wenn es dafür einen triftigen Grund gibt. Klar ist es sinnlos, wenn alle Menschen Veganer werden würden, aber zumindest die in den Industrieländern sollten ihren Fleischkonsum auf das von der WHO empfohlene Maß begrenzten. Alles andere wäre nur noch Geschmackssache (evtl. sogar angelernt) und wäre damit kein triftiger Grund mehr.
Zirkustiere wären verboten, Zoos nur noch mit ein bis zwei Arten mit bewiesenen Artenschutzprojekten möglich. Vielleicht wäre das eine Lösung...
10.01.2016
Fencer hat geschrieben:
Ich bin auch der Meinung, dass Tiere oft doll unterschätzt werden. Viele Leute sagen dann oft: Das ist ihr Instinkt, das machen sie automatisch, Tiere denken nicht. Mich macht das dann immer ziemlich wütend, denn (nur so als Beispiel) es ist ja den Vögeln wohl nicht "einprogrammiert", wie sie mithilfe der Sterne den Weg nach Süden und wieder zurück finden, darin sind sie den Menschen sogar überlegen. Das soll jetzt nicht heißen, dass Tiere generell intelligenter als Menschen sind, aber auf jedenfall schlauer als wir denken!
10.01.2016
midori hat geschrieben:
@Lena97

Ich kann Deine Ausführungen durchaus verstehen. Aber wer garantiert uns, dass eine Fliege nicht doch Liebe empfinden kann? Wir gehen bis jetzt einfach davon aus, weil wir noch nichts gegenteiliges 'erforscht' haben. Aber nur weil wir es noch nicht herausgefunden haben, muss es nicht heißen, dass dem nicht doch so sein könnte. Unseren Wissenshintergrund als Maßstab anzusetzen, kann also auch nicht so wirklich richtig sein.

Was die Tierrechtler betrifft - die haben wohl alle etwas radikale Ansichten. Aber genau damit haben sie ja seit langem die Debatte angeregt.
10.01.2016
Lena97 hat geschrieben:
Eine interessante Frage, die du hier aufwirfst.
Ich finde allein die Möglichkeit der Tierrechte nur sinnvoll, wenn es um den Umgang des Menschen mit Tieren geht, d.h. im Falle der Nutztiere (auch Haustiere/Zootiere) und frei lebender Tiere, die in Berührung mit Menschen kommen und z.B. von ihnen in ihren Möglichkeiten beschränkt sind. Das Verhalten von Tieren untereinander kann man ihnen nicht vorschreiben und das ist auch gut so. Hier also meine Gedanken zu Tierrechten als Handlungsvorschrift zwischen Mensch und Tier:

Ein entscheidender Vorteil von Tierrechten wäre das Verständnis eines Tieres als Lebewesen und nicht als Gegenstand. Solange wir Tiere als Objekte betrachten, können wir ihren Bedürfnissen nicht gerecht werden. Tierschutzgesetze mögen viel besagen, aber allein das Wort Gesetz besagt schon, dass es dabei in erster Linie um Vorschriften für Menschen geht, nicht um die Erfüllung der Bedürfnisse der Tiere. Gesetze werden gebrochen, das ist Alltag (man denke z.B. an das Jugendschutzgesetz, rauchende Jugendliche brechen somit das Gesetz). Rechte zu verletzen klingt dagegen schon bedeutend schlimmer.

Mir stellt sich die Frage, ob eine Ausschließung bestimmter Tiergruppe von diesen Rechten wirklich als Diskriminierung betrachtet werden kann. Kann ich einen treuen Hund, eine widerspenstige Katze oder auch ein vor Angst quiekendes Schwein auf die gleiche Stufe stellen wie eine Fliege, die ja bekanntlicherweise ein Gedächtnis vor nur ein paar Sekunden hat und somit zu Gefühlen wie beispielsweise Liebe nicht fähig sein kann? Sicher, auch die Fliege hat das Bedürfnis zu leben, in jeder Sekunde ihres Lebens. Das gönne ich ihr auch. Doch hat sie auch das Bedürfnis glücklich zu sein? Kann sie Glück überhaupt empfinden? Ich halte es nicht für diskrimierend verschiedenen Tieren verschiedene Rechte zuzusprechen. Man sollte sich auch nicht dafür schämen, unterschiedliche Tiere unterschiedlich zu behandeln, schließlich will auch jeder von uns individuell sein und individuell behandelt werden. Wichtig ist dabei jedoch trotzdem, dass man über die Gefühle und Bedürfnisse nachgedacht hat und demnach handelt.
Um auf das hier oft genannte Beispiel der Mücke zu kommen: Fliegen, Spinnen, Wespen, Falter werden bei mir ausgesetzt, Mücken werden erschlagen. Für mich zählt das als Notwehr und ich möchte mich nicht dafür schämen müssen, mich zu verteidigen.

Übriges sehe ich Veganismus nicht als die einzige Möglichkeit die Bedürfnisse von Tieren zu respektieren. Kann ich ein Huhn nicht als einen Angestellten betrachten, der Eier produziert und von mir dafür seine Bezahlung in Form von Futter bekommt? (Oder besser noch, als einen Freund, der mir Eier schenkt wofür ich ihm mit Körnern danke?) Faire Arbeitsbedingungen sind hier natürlich Vorraussetzung. Wir befinden uns schließlich in Deutschland.

P.S. Ich war sehr überrascht darüber, dass du Peter Singer in deinem Bericht erwähnst, da er ja durchaus ein sehr kontrovers kritisierter Autor ist. Ich habe das Buch Animal Liberation nicht gelesen, dafür aber Auszüge aus seinem Buch "Praktische Ethik". Darin hat er zum Teil sehr erschreckende Ansichten mitgeteilt. Hier ein Beispiel: "Wir bezweifeln nicht, dass es richtig ist, ein schwerverletztes oder krankes Tier zu erschießen, wenn es Schmerzen hat und seine Chance auf Genesung gering ist. "Der Natur ihren Lauf lassen", ihm eine Behandlung vorzuenthalten, aber sich zu weigern, es zu töten, wäre offensichtlich unrecht. Nur unser unangebrachter Respekt vor der Lehre von der Heiligkeit des menschliche Lebens hindert uns daran, zu erkennen, dass das, was bei einem Pferd offensichtlich unrecht ist, ebenso unrecht ist, wenn wir es mit einem behinderten Säugling zu tun haben."
(Ich weiß, dass der letzte Teil ein wenig weit führt. Bitte seid mir nicht böse, ich wollte nur sicherstellen, dass uns allen bewusst ist, wen wir hier zitieren.)
10.01.2016
Fencer hat geschrieben:
Ja stimmt... °_°
10.01.2016
midori hat geschrieben:
@Fencer Zum einen wäre es ja nicht so, dass man plötzlich alle Ställe öffnet und die Tiere in die Wildnis entlässt. Sie würden dann eben einfach ihr weiteres Leben auf diesem Hof verbringen und statt immer weiter zu züchten, könnte man diese Tiere eben kastrieren/sterilisieren und die 'Nutztiere' in dieser Anzahl würden sich langsam verringern.

Wir müssen uns einfach von dem Gedanken verabschieden, dass Tiere für uns da sind. Sie leben um ihrer selbst Willen - und das das funktioniert, kann man auf zahlreichen Gnadenhöfen, wie etwa Hof Butenland, wunderbar sehen.

Aber das nur kurz dazu, denn das geht zu sehr von der eigentlichen Diskussion ab! ;o)
09.01.2016
Fencer hat geschrieben:
@midori: ich bin auch vollkommen gegen die Ausbeutung der Tiere und deshalb Vegetarier, wenn meine Eltern es erlauben würden wäre ich wahrscheinlich Veganer;). Aber wenn alle Menschen Veganer wären, was sollen dann die ganzen Tiere machen? Ich meine, die Schweine und Hühner würden sich ja in der Wildnis nicht zurechtfinden, aber die Art lebt ja trotzdem weiter (und das soll sie auch!). Wäre das nicht alles ein riesen Chaos? Kann gut sein dass ich jetzt irgendwas nicht bedacht habe...dann schreibt es bitte :)
09.01.2016
midori hat geschrieben:
Danke erstmal für diesen wundervollen Beitrag! Ich liebe solche Debatten! ;o)

Ich habe erst vor wenigen Tagen zu genau diesem Thema eine spannende Dokumentation gesehen, in der sich auch nochmal ein deutlicher Unterschied zwischen Tierschützern und Tierrechtlern zeigte. Die letzteren haben wesentlich radikalere Ansichten.

Kurzum kann ich der Meinung eines Professors zustimmen: wer Rechte hat/haben möchte, muss diese durchsetzen können. Das können Tiere nicht. Vor allem deshalb nicht, weil sie sich uns gegenüber nicht äußern können. Daher müssten wir ihre Stimme sein - aber auch wir können nur mutmaßen, was Tiere wollen/brauchen. Daher gäbe es auch hier immer die Möglichkeit der Fehlinterpretation - ob unbewusst oder mit Absicht. Rechte für Tiere sind also demnach schlichtweg nicht zu realisieren.

Ich stimme aber den anderen zu: das sollte uns nicht davon abhalten, den Tierschutz weiter auszubauen. Und ob wir soweit gehen oder nicht und den Tieren Rechte zusprechen - ich bin dennoch der Meinung, dass kein Tier von uns ausgebeutet werden sollte und daher nur die vegane Lebensweise Zukunft verspricht. Alles andere wäre Speziesismus! ;o)
09.01.2016
Hummelelfe hat geschrieben:
@Fencer: Ich auch :) Auch aus der Turnhalle und dem Klassenzimmer habe ich schon welche gerettet ;)
09.01.2016
Fencer hat geschrieben:
@Hummelelfe: Ja, stimmt. Ich denke, gegen solche Ausnahmen hat hoffentlich niemand etwas. PS: ich rette die Mücken und Spinnen auch immer vor den Händen bzw. dem Staubsauger meiner Familie;)
09.01.2016
Hummelelfe hat geschrieben:
Also die Tierrechte müssen auf jeden Fall verbessert werden. Es sollte aber Ausnahmen bei bestimmten Tieren geben (Mücke etc.). Ich kann Mücken usw. auch nicht totschlagen. Man kann sie ja einfangen und rauslassen.
09.01.2016
Gangsterhunnie hat geschrieben:
@Fencer: Hast recht
09.01.2016
Fencer hat geschrieben:
Ich bin der Meinung, dass es nicht funktionieren würde, "Rechte" für Tiere zu verfassen, genau aus dem Grund, der jetzt schon so oft geschrieben wurde: es wäre ja "Diskreminierung", Mücken, bis hin zu Milben und Bakterien, andere Rechte als z.B. Hunden zu geben. Allerdings sollten die Regeln im Umgang mit Tieren trotzdem verschärft werden. Denn das mit die Massentierhaltung z.B. ist etwas, das wir im Verhältnis als unmenschlich bezeichnen würden. Auch würde ich mir, wie Cookie, wünschen, dass der Natur und den Tieren einfach mehr Respekt entgegengebracht wird.
09.01.2016
Jayfeather hat geschrieben:
sehr interessante Argumente!
Ich bin mir nicht sicher, wie meine Meinung dazu ist. Einerseits stimme ich Franzi zu, es ist einfach nicht für alle Tiere durchzusetzen. Und wenn man nur einigen Tieren Rechte geben würde, wäre es wieder Diskriminierung.
Andererseits würde es mich gerade für "Nutztiere" freuen, wenn sie durch diese Rechte ein besseres Leben leben könnten.
Das Argument, dass z.B. ein Löwe die Rechte einer Antilope verletzen würde ist meiner meinung nach nicht so eindeutig. Denn wenn der Löwe nicht jagen würde, dann könnte er seine Bedürfnisse nicht erfüllen und würde daher diskriminiert werden. Könnte man vlt. sagen, dass ein Verhalten (z.B. das Jagen) berechtigt ist, wenn es um das eigene Überleben geht?

Realistisch betrachtet, schließe ich mich daher der Meinung an, dass ein besseres Tierschutzgesetz wichtiger ist.
Aber von einer Welt voller Frieden und Harmonie träume ich trotzdem gerne ;)
09.01.2016
Cookie hat geschrieben:
Ich stimme Franzi zu. Soweit, dass die Tiere dann ja auch untereinander gegen die Gesetze verstoßen würden, hatte ich gar nicht gedacht, aber beim Beispiel der Mücke und der Kopflaus war mir eingefallen, dass diese wenn sie stechen oder beißen (Was genau machen Läuse eigentlich?) ja die Unversehrtheit des Menschen antasten, da sie ihm Schaden zufügen. Wenn die Menschen die Rechte der Tiere beachten müssen, müsste es ja umgekehrt genauso sein, aber man kann wohl schwer eine Mücke anklagen, weil sie einen gestochen hat.
Trotzdem klingt es grausam, zu sagen, für die einen Tiere möchte ich das Recht, dass sie nicht mehr getötet werden bzw. ihnen kein Leid mehr zugefügt werden darf, für diese andere Art aber nicht.
Irgendwie musste ich auch ein bisschen an indigene Völker denken, die viel naturverbundener leben und mehr Achtung vor den Tieren und der Natur haben. Vielleicht brauchen wir keine auf Papier festgehaltenen Tierrechte, sondern ein anderes Verständnis, indem die Tiere mehr Wertschätzung erfahren?
Nur schade, dass man die nicht einfach bestimmen kann und es wohl schwer anders geht, als Gesetze zum Schutz der Tiere zu beschließen.
09.01.2016
FranziL hat geschrieben:
Kontrovers ist diese Frage an sich nicht, man macht sie nur zu einer, die viel diskutiert wird, obwohl die Antwort eigentlich eindeutig ausfallen sollte.
Generell finde ich es nicht richtig, dass sich der Mensch als Spezies über andere Tierarten stellt und meinte mit ihnen machen zu können was er will. Aber entspricht das nicht genau dem Recht des stärkeren, wenn zum Beispiel ein Orka ein Walbaby frisst auch wenn es sich dabei um eine grausame Tat handelt? Nein, ich halte nichts von Massentierhaltung und Tierversuchen, doch Rechte für Tiere sind, finde ich, nicht durchsetzbar und auch keine wirklich sinnvolle Lösung. Schließlich würden dann alle Tiere die gleichen Rechte haben, um keine Spezies zu diskriminieren. Doch wie bringt man einem Löwen bei, dass er keine Antilopen mehr jagen darf, weil diese ein Recht auf körperliche Unversehrtheit haben? Und was sollen Raubtiere außer Fleisch essen? Vitamin- und Nährstofftabletten?
Die nächste Frage muss unweigerlich lauten, ob Bakterien diese Rechte auch haben sollen. Und spätestens dann erkennt man das Problem dieses Vorschlages, weil man Bakterien ja diskriminieren würden, wenn man ihnen diese Rechte verwehrt, allerdings ist es überlebenswichtig für uns Menschen (und für andere Tiere), dass unser Immunsystem Bakterien abtötet, bzw. wir Menschen hin und wieder auch mal mit Medikamenten unser Überleben sichern. Sollen wir, um die Rechte der Bakterien zu achten, unser Immunsystem "abschalten"? Doch dann töten die Bakterien Tiere und verletzen damit deren Recht auf körperliche Unversehrtheit...
Bakterien könnte man vielleicht noch außer acht lassen, aber Bandwürmer sind ebenfalls Tiere...
Ich glaube, es zeigt sich ziemlich deutlich, dass sich so ein Vorschlag absolut nicht umsetzen lässt. Grund dafür ist nicht zuletzt die Tatsache, dass es eben Fleischfresser gibt, die den Artbestand der Pflanzenfresser regulieren und somit ein wichtiges Endglied der Nahrungskette darstellen. Können wir uns mit derartigen Gesetzen und Rechten also über natürliche Gegebenheiten stellen? Wollte man so etwas nicht mit jenen Rechten für andere Tiere gerade vermeiden?
Also: Rechte für Tiere - nein danke, aber ein Tierschutzgesetz - ja bitte!
09.01.2016
Gangsterhunnie hat geschrieben:
Ich finde schon, dass Tiere gewissen rechte haben sollten. Allerdings wird sich nicht ganz vermeiden lassen, dass man mal eine Mücke oder sondtiges totschlägt. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich nicht tierlieb bin, sondern einfach, dass man in manchn Situationen nicht unbedingt anders handeln kann. Bei Mücken ist es außerdem nicht so dramatisch, da die Eltern sich nicht um ihren Nachwuchs kümmern, wenn er geschlüpft ist. Bei Hunden zum Beispiel wäre das anders. Der Hündin würde etwas gemommen werden, was sie liebt, und das ist weit schlimmer.
Also: Tiere sollten ein recht haben nicht misshandelt zu werden oder man sollte ihnen nichts nehemen, was sie lieben. Das sind für mich wichtige Fakten aber das kann natürlich jeder anders sehen.
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