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Viele Vogelarten sind in Deutschland zu Hause. © J. Fieber / igreen media / WWF
(Keine) Orte der Begegnung: Landschaftsschutzgebiete


von Josephine
30.07.2011
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Landschaftsschutzgebiete sind eine bedeutende Stütze für die Bewahrung unserer heimischen Natur. Das wird für Euch keine neue Information sein. Am Beispiel von Thüringen - wo ich lebe - möchte ich Euch jedoch zeigen, dass es in dem Netz der Schutzgebiete einige erhebliche Schwachstellen gibt.


Die bedeutendsten Schutzgebiete nehmen in Thüringen etwa 17 % der Landesfläche ein, es gibt jedoch noch eine Vielzahl kleinerer Gebiete. Und genau hier beginnt das Problem: Die einzelnen Flächen sind kaum miteinander verbunden. Straßen, Felder, und Ortschaften trennen sie von einander. Deshalb sind einige Tiere, wie etwa Feuersalamander, von ihren Verwandten regelrecht abgeschnitten. Man nennt das „Inselvorkommen“. Durch diese kleinen Flächen genügen schon einzelne Katastrophen, um eine gesamte Art auf der Stelle aussterben zu lassen.


Auch Wildkatzen sind davon betroffen. Denn schon wenige Hundert Meter offenes Land ohne Versteckmöglichkeiten können ihre Wanderungen stoppen. Zwar werden Wildkatzenkorridore geschaffen, aber es fehlen noch wichtige Teilstücke. Aus diesem Grund ist der Austausch der Vorkommen im Harz und der gerade erst wieder nachgewiesenen Wildkatzen im Thüringer Wald längst wieder erloschen.


Letztes Jahr entschloss sich der Gesetzgeber dafür, die Schaffung eines Biotopverbundes in das Bundesnaturschutzgesetz hineinzuschreiben. Dieses sieht vor, die einzelnen Schutzgebiete in Deutschland mit Hilfe von Verbindungskorridoren zu vereinigen. Dadurch soll wieder ein Austausch der Arten möglich gemacht werden.


Doch in Thüringen wird die Natur wohl noch eine Weile darauf warten müssen: Wahrscheinlich erst 2020 wird das Gesetz umgesetzt. Das Umweltministerium begründet dies damit, dass aus der aktuellen Infrastruktur in den nächsten Jahren keine weitere Beeinträchtigung zu erwarten wäre.


Mal sehen, ob es 2020 überhaupt noch Wildkatzen in Thüringen gibt…


Ich bin sehr interessiert daran, zu erfahren, wie es in anderen Bundesländern um die Biotope steht – wenn Ihr dazu etwas in Erfahrung bringen könnt, würde ich mich freuen, wenn Ihr Euer Wissen mit Hilfe eines Kommentars teilen könntet.


Quelle: Thüringer Allgemeine vom 18.06.2011                                                                                                                                                       
 

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Kommentare (6)
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02.08.2011
Josephine hat geschrieben:
@ Marcel: Sobald es Neuigkeiten gibt, werdet Ihr die natürlich so früh wie möglich erfahren!
01.08.2011
Marcel hat geschrieben:
Ein total wichtiges Thema! Im thüringischen Nationalpark Hainich entsteht ja gerade ein Wildkatzengehege. Aber bei Gehegen und kleinen Schutzinseln darf es nicht bleiben. Deren Vernetzung ist extrem wichtig. Stark befahrene Straßen, Bahntrassen und kanalisierte Fließgewässer stellen für viele Wildtiere unüberwindliche Barrieren dar. Großräumige Wanderungen von Luchsen, Wildkatzen, Rotwild oder Fischottern werden so unterbunden. Wie Du ganz richtig schreibst besteht darin die Gefahr, dass die Tiere keine geeigneten Partner finden und sich nicht mehr vermehren. Bitte halte uns weiter auf dem Laufenden!
31.07.2011
Josephine hat geschrieben:
@ MalteG: In Thüringen regierte schwarz-rot - und daran hat sich auch noch nichts geändert. Außerdem ich kann mir nicht vorstellen, dass die Schaffung des Biotopverbundes früher umgesetzt wird als geplant - selbst wenn eine andere Regierung an die Macht kommen würde. Denn zum Beispiel Wildtierübergänge an Straßen sind sehr teuer und Geld gehört zu jenen Dingen, an denen es hier (wie sicher überall) extrem mangelt.
31.07.2011
LSternus hat geschrieben:
Wenn das nur in Thüringen so wäre ( nichts gegen Thüringen ;) ). In Fulda wo ich wohne, führt eine Bundesstraße direkt an einem Vogelschutzgebiet vorbei!
30.07.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Schade..echt Schade..
Was ist von dem derzeitigem Umweltministerium zu erwarten? Typisch Schwarz-Gelb..
30.07.2011
midori hat geschrieben:
Das ist wirklich ein Prboblem. Ich habe ja ein Praktikum in der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie gemacht. Die Leute dort bemühen sich wirklich sehr um eine Lösung. Nichtsdestotrotz findet das Thema im Umweltministerium nicht genügend Anklang. Dort begreift man eben nicht den Stellenwert. Wirklich schade :/
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