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Viele Vogelarten sind in Deutschland zu Hause. © J. Fieber / igreen media / WWF
Heute ist Welterschöpfungstag!


von midori
19.08.2014
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Stell Dir vor, Du stehst morgen früh aus Deinem Bett auf. Du schlurfst gähnend ins Badezimmer - um richtig wach zu werden, brauchst Du kaltes Wasser! Als Du den Wasserhahn aufdrehst, passiert nichts. Ein kläglicher Tropfen lugt aus dem Wasserhahn hervor, fällt in das Waschbecken und verschwindet sofort im Abfluss. Du wunderst Dich - sollte heute das Wasser abgedreht werden? Dann wirst Du eben zuerst frühstücken. Als Du die Tür Deines Kühlschranks öffnest, staunst Du nicht schlecht, denn er ist leer. Dabei warst Du doch gestern erst einkaufen?! Was ist denn heute nur los? Du beschließt, das Radio einzuschalten, um Nachrichten zu hören. Aber egal in welche Steckdose Du den Stecker stöpselst, das Radio bleibt stumm.

Ein Horrorszenario? Rein theoretisch müsste es uns morgen allen genauso ergehen! Denn heute ist Welterschöpfungstag und ab morgen leben wir auf Pump. Soll heißen - ab morgen verbrauchen wir für den Rest des Jahres 2014 Ressourcen, die wir eigentlich gar nicht haben und schaden damit zukünftigen Generationen. Die Erde ist erschöpft.

Damit ist der „Welterschöpfungstag“ (Englisch: Overshoot Day), der sich aus Berechnungen des Global Footprint Networks ergibt, erneut um einen Tag im Kalender nach vorne gerutscht. Im vergangenen Jahr reichten die Ressourcen noch bis zum 20. August, 2012 sogar noch bis zum 22. August. Prekär sei die Lage vor allem deshalb, da seit 30 Jahren mehr Ressourcen verbraucht werdem, als nachhaltig vorhanden sind.

„Die Menschheit häuft nicht nur seit drei Jahrzehnten bei der Natur neue Schulden an, sondern beansprucht in jedem Jahr auch einen immer größeren Kreditrahmen“, warnt WWF-Vorstand Eberhard Brandes. „Man muss weder Buchhalter noch die viel zitierte schwäbische Hausfrau sein, um zu wissen, dass so ein Verhalten nicht ewig gut gehen kann.“ Klimawandel, Artensterben und Wassermangel – bereits heute seien die Auswirkungen der Übernutzung mehr als deutlich. Die Verantwortung hierfür tragen laut Brandes vor allem die wohlhabenden Länder und die großen Industrienationen, wie etwa Deutschland oder die USA.


© United States Coast Guard / NOAA

Um der Bedrohung zu begegnen, müssten generell die Produktionsweisen und Konsumgewohnheiten der Menschheit umweltfreundlicher und nachhaltiger werden. Regierungen, Unternehmen und Konsumenten hätten die Mittel in der Hand, um nachhaltiger zu leben und zu wirtschaften, sei es durch höhere Energieeffizienz und erneuerbare Energien, bewussteren Fleischkonsum, umweltfreundliche Mobilität oder nachhaltigen Fischfang.

Die Berechnungen zum Welterschöpfungstag gehen auf das Konzept des Ökologischen Fußabdrucks zurück, der ausweist, wie viel Fläche benötigt wird, um alle Ressourcenbedürfnisse inklusive der Energieversorgung zu gewährleisten.

Allein die CO2-Emissionen haben sich seit 1970 mehr als verdoppelt. Deutlich ist auch der Rückgang der Artenvielfalt. Die Bestandszahlen ausgewählter Arten gingen seit 1970 im Schnitt um 30 Prozent zurück. In tropischen Regionen sind es sogar durchschnittlich 60 Prozent gewesen.

Lebt die Menschheit unverändert weiter wie bisher, benötigen wir bis zum Jahr 2030 zwei Planeten, um unseren Bedarf an Nahrung, und nachwachsenden Rohstoffen zu decken. Bis zum Jahr 2050 wären es knapp drei. 1961, im Gründungsjahr des WWF, benötigte die Menschheit hingegen nur zwei Drittel der weltweit zur Verfügung stehenden, natürlichen Ressourcen.

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© NASA

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Kommentare (8)
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25.09.2014
Ria2000 hat geschrieben:
O Gott, erschreckend! Das ist echt schlimm, dass Menschen einfach nicht verstehen, dass sich im Umgang mit dieser Erde dringendst etwas ändern muss....
26.08.2014
Morgentau hat geschrieben:
Oje, das ist ja RICHTIG traurig. Nur bis zum 19. August! Wenn wir so weiter machen, schaffen wir bald nicht mal mehr ein halbes Jahr mit den Ressourcen, die uns für ein ganzes zur Verfügung stehen. :(
Das Problem ist, dass die Leute, sie hier leben, keine Auswirkungen davon zu spüren bekommen. "Welterschöpfungstag? Och schade, aber hey, ich kann ja immer noch einkaufen gehen, macht ja nix in der Realität..."
20.08.2014
Ronja96 hat geschrieben:
Das ist wirklich erschreckend. Davon habe ich gestern im Fernsehen auch einen Beitrag in den Nachrichten gesehen. Das sollte, denke ich, wirklich allen Menschen einen Denkanstoß geben.
20.08.2014
Jule98 hat geschrieben:
Schon erschreckend: 1961 2/3; 2030 2 und 2050 fast 3 "Erden".
Das ganze erinnert mich zu gut an das Buch "Euer schönes Leben kotzt mich an". Ein wirklich "gutes" Buch. Gut, nicht weil es vom Inhalt her nicht schön ist, aber man bekommt einfach vor Augen geführt, was wir mit unserer Erde anstellen und wohin es im schlimmsten Fall führen kann.
Danke für die Infos!
20.08.2014
AlinaSky hat geschrieben:
Erschreckend, dass dieser Zeitpunkt immer weiter nach vorne rückt im Kalender… Ab heute auf Pump… :( Wann werden die Menschen endlich begreifen, dass es so nicht weiter gehen kann??? There is no Plan(et) B!
20.08.2014
Kathy3 hat geschrieben:
Ich finde es jedes Mal erschreckend, wie verschwenderisch wir mit unseren Ressourcen umgehen. Es ist ja nicht so, dass keiner davon wissen würde.... Und trotzdem macht es den Anschein, dass wirtschaftliche Interessen weltweit an erster Stelle stehen und nur selten gewollt nach anderen Maßstäben gehandelt wird :(
19.08.2014
Taki hat geschrieben:
Gut das es den Tag gibt. Zum Denkanstoß. Sollte man viel Bekannter machen.
19.08.2014
Laura619 hat geschrieben:
Habe es eben auch bei RTL gesehen, als ich die Nachrichten geschaut habe. Wirklich erschreckend... Ich frage mich, wann einige Menschen, Länder, Nationen endlich begreifen, dass es so nicht weiter gehen kann und das egoistische Verhalten die Zukunft der Erde und das Leben der nachfolgenden Generationen gefährdet...
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