Bleib aktuell!


Was gibt's


Neues?


Viele Vogelarten sind in Deutschland zu Hause. © J. Fieber / igreen media / WWF
Gewinner und Verlierer des Jahres 2015!


von midori
02.01.2016
6
22
100 P

Niemals zuvor verbuchte die Rote Liste mehr gefährdete Arten: Über 23.000 Tiere und Pflanzen - und damit etwa ein Drittel aller untersuchten Arten - gelten zum Jahreswechsel 2015/16 als bedroht. Wilderei, Lebensraumverlust und Umweltverschmutzung machen den Tieren zu schaffen. „Tiere und Pflanzen, sogar ganze Ökosysteme verschwinden, dabei ist jede Art einmalig und ein Wert an sich“, warnt Eberhard Brandes, Vorstand WWF Deutschland. „Schuld für den massiven Verlust biologischer Vielfalt weltweit sind Wilderei, Raubbau, die Übernutzung natürlicher Ressourcen und der Klimawandel. Die Menschheit verursacht so nicht nur das größte Artensterben seit Ende der Dinosaurier, sondern verspielt zugleich auf Kosten nachfolgender Generationen leichtfertig ihre Lebensgrundlage.“

Doch es gibt laut WWF auch gute Nachrichten. Hierzulande ist die Rückkehr der einst ausgerotteten Wölfe Erfolg und zugleich Herausforderung. „Deutschland muss beim Artenschutz mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, dass der Mensch nicht nur das Problem verursacht, sondern auch die Lösung in den Händen hält“, so Brandes. Es gelte daher die Land- und Forstwirtschaft  nachhaltiger auszurichten. Schutzgebiete müssten besser geschützt und vernetzt werden.

Von enormer Bedeutung ist laut WWF zudem der Kampf gegen den Klimawandel, der das Potential habe zu einem „globalen Arten-Killer“ zu werden. Vor allem hoch spezialisierte Arten wie der Schneeleopard oder auch der Eisbär leiden unter den Veränderungen ihrer Ökosysteme. Andere Arten hingegen profitieren: Orcas dringen wegen des ausbleibenden Meereises immer weiter in arktische Gewässer vor und verändern das dortige empfindliche Jäger-Beute-Gefüge. Der Klimawandel ist zudem ein Faktor, warum auch die Ostsee zunehmend unter Quallen-Plagen leidet. Die als lästig empfundenen oder gar gefährlichen Tiere profitieren von den Veränderungen der marinen Ökosysteme.

Die Verlierer des Jahres 2015 ...


Maskaren-Flughund © Jacques de Speville

Zum Abschuss freigegeben: Ende November wurde bekannt, dass die Regierung Mauritius 18.000 Flughunde töten lassen will. Die Tiere sollen für Schäden im Obstanbau verantwortlich sein. Dabei haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass lediglich zwei bis drei Prozent der Schäden auf die Tiere zurückgehen. Sollten tatsächlich so viele Flughunde abgeschossen werden, würden fast 40 Prozent des Gesamtbestandes ausgelöscht.


Verendeter Titicaca-Riesenfrosch © Arturo Muñoz Saravia

Der südamerikanische Titicacasee ist stark verschmutzt. Tausende illegale Minen am See und seinen Zuflüssen verschlechtern die Wasserqualität drastisch. 2015 wurden hunderte durch Blei und Arsen vergiftete Riesenfrösche aus dem See geborgen. Die Tiere, die mit einer Länge von mehr als 20 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu zwei Kilogramm zu den größten Fröschen zählen, werden mittlerweile als akut vom Aussterben bedroht angesehen.


Saiga-Antilopen © Wild Wonders of Europe / Igor Shpilenok

Während in den 1950er Jahren noch ungefähr zwei Millionen Tiere die eurasische Steppe durchwanderten, wird ihr gesamter Bestand heute nur noch auf 250.000 geschätzt, Trend abnehmend. 2015 war der Rückgang besonders dramatisch: Innerhalb kürzester Zeit wurden bis zu 85.000 Saiga-Antilopen in Kasachstan wahrscheinlich Opfer von Krankheiten und anderen Umweltfaktoren.


Asiatischer Frauenschuh © R.Isotti / A-Cambone / HomoAmbiens /WWF

Auch Pflanzen sind vom Aussterben bedroht. Eigentlich verbietet das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES einen Handel mit den Frauenschuharten der asiatischen Tropen, trotzdem stehen sie seit diesem Jahr alle auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Alle 84 dieser Arten sind gefährdet.


Afrikanischer Geier © Peter Chadwick / WWF

Die Zahl von acht afrikanischen Geierarten hat sich in den letzten dreißig Jahren halbiert, wie Untersuchungen der kanadischen Universität von Britisch-Kolumbien ergeben. Bei sieben Arten beträgt der Rückgang gar 80 Prozent. Das Problem erstreckt sich über große Teile des Kontinents – die Bestände verringern sich in 22 afrikanischen Ländern. Als Aasfresser sind die Geier aber immens wichtig für das Ökosystem, ohne sie können sich Krankheiten wie Tollwut sehr viel schneller ausbreiten.


Nashorn © Greg Armfield / WWF UK

Die dramatische Wildereikrise geht weiter. Bis November wurden allein in Südafrika rund 1000 Nashörner gewildert und in ganz Afrika dürften zehntausende Elefanten abgeschlachtet worden sein. Einen Hoffnungsschimmer gibt es: 2015 hat die UN eine Resolution gegen illegalen Wildtierhandel verabschiedet. Der richtungsweisenden Entscheidung müssen nun Taten folgen.

Aber 2015 kennt auch Gewinner ...


Großer Panda © Bernard da Wetter / WWF

Ein gutes Jahr und viel Hoffnung für unser Wappentier! Seit der letzten Zählung vor elf Jahren hat sich die Zahl der Pandas um ganze 17 Prozent auf aktuell über 1860 Tiere vergrößert.


Amur-Leopard © Vasiliy Solkin / WWF Russland

Der Bestand des Amur-Leoparden konnte sich seit 2007 von 37 auf 70 Tiere verdoppeln – ein Erfolg der kontinuierlichen Naturschutzarbeit. Unter Mitarbeit des WWF kamen entscheidende Erfolge zum Schutz der Leoparden voran.


Orca © iStock / Getty Images

Eisbären, Robben und andere Walarten leiden unter dem Klimawandel, dem Orca hingegen kommt ein eisfreies Meer sehr gelegen. In der kanadischen und norwegischen Arktis werden die „zugewanderten“ Tiere jetzt vermehrt gesichtet. Dort machen sie Jagd auf andere Meeressäuger wie Robbe und Grönlandwal. Doch nicht nur für arktische Tierarten wird dies zum Problem: Der Orca jagt dieselben Tiere, die den Inuit, den Ureinwohnern der Arktis, als Nahrungsquelle dienen.


Amur-Tiger © naturepl.com / Edwin Giesbers / WWF

Nur noch wenige Hunderte gibt es von der größten Raubkatze der Welt. In den letzten Jahren konnten aber deutliche Erfolge erzielt werden. 2015 wurden bei der Zählung 510 Amurtiger ermittelt. 100 von ihnen ziehen nachweislich Jungen groß - ein weiterer, großer Lichtblick für den Erhalt dieser Art.


Wölfe © Ralph Frank / WWF

Nachdem er in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgerottet war, vermehren sich seit der Jahrtausendwende wieder Anzahl und Verbreitungsgebiete. Mitte 2015 wurden bundesweit 32 Rudel gezählt - fünf mehr als noch 2014. Auch den Großstädten nähert sich der Wolf: Ende Oktober wurde innerhalb des Berliner Autobahnrings ein Jungtier fotografiert. 


Iberischer Luchs © WWF Spanien

Laut Roter Liste steht der Iberische Luchs nicht mehr unmittelbar vor dem Aussterben und ist „nur noch“ stark bedroht. Die Population hat sich seit 2002 auf über 300 Tiere vervielfacht. Dies war laut WWF nur durch eine Verzahnung von Lebensraumschutz, Aufklärungsarbeit, Wildereibekämpfung sowie Nachzucht und Auswilderung, möglich.

Du willst uns im neuen Jahr 2016 bei unserer Arbeit unterstützen, damit die Zahl der Gewinner wächst? Dann werde WWF Jugend Mitglied! Jeder Beitrag zählt - Du kannst die Welt und das Leben dieser Arten zum Besseren verändern. Gleich mitmachen und mit uns gemeinsam die Welt retten!

Weiterempfehlen

Kommentare (6)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
08.01.2016
Pferdefreak hat geschrieben:
Ich finde es immer noch sehr traurig, dass Tiere wegen Menschen so Schlimm Leiden müssen.
04.01.2016
Hummelelfe hat geschrieben:
Die Tiere auf der Roten Liste tun mir super leid. Die 2 Hauptgründe sind ja Wilderer und der Klimawandel. Ohne diesen 2 Gründen wäre die Rote Liste viel kürzer.
Gottseidank gibt es auch Gewinner. Dafür freue mich mich!!!
04.01.2016
Gangsterhunnie hat geschrieben:
es sit schade, dass so viele tiere vom aussterben bedroht sind. andererseits gibt es auch gewinner und das ist sehr gut
03.01.2016
Puma hat geschrieben:
Ich bin einerseits traurig, dass es immer noch Verlierer geben muss, aber auf der anderen Seite freu ich mich mit den Gewinnern, das das zeigt, dass Naturschutz auch wirklich was bewirkt! :D
02.01.2016
RichardParker hat geschrieben:
Ich schließe mich Lisa, dass die rote Liste derart breit geworden ist, ist sehr ernüchternd und traurig. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und für mich sind die Gewinner des letzten Jahres auf jeden Fall Motivation um für die Verlierer und damit meine ich alle bedrohten Arten, weiter zu kämpfen!
02.01.2016
Sunlight hat geschrieben:
Einerseits furchtbar erschreckend, wie schlecht es um viele Arten steht und gleichzeitig mutmachend, wie groß die Erfolge von jahrelanger Naturschutzarbeit sein können...
Auf ein aktionsreiches Jahr 2016 - damit die letztjährigen Verlierer schon bald bei den Gewinnern stehen!
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Könnte dir auch gefallen
"Die Woche der Umwelt" - Zu...
Die „Woche der Umwelt“ ist eine Veranstaltung des Bundespräsidenten und der B... weiter lesen
Rote Liste: Auch der Mensch ist bedroht
Rote Liste: Auch der Mensch...
Die Liste der Todeskandidaten wird immer länger. Die neueste Version der Internationalen ... weiter lesen
Wiederansiedlung der Luchse...
Bald werden im Pfälzerwald die ersten 3 von 20 Luchsen ausgewildert, dabei handelt es sich ... weiter lesen
"Spot on" für die GreenTec...
Tausende Menschen in einem Raum, feierlich-ehrenvolle Musik, eine aufwendige Videoinstallation u... weiter lesen
Was wäre, wenn die EU-Kommission die Naturschutz-Gesetze überarbeitet?
Was wäre, wenn die EU-Komm...
Heute werden wir Bundesumweltministerin Barbara Hendricks euer Buch überreichen. Das Buch... weiter lesen
Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil