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Viele Vogelarten sind in Deutschland zu Hause. © J. Fieber / igreen media / WWF
Elend ohne Hoffnung


von Atalanta
12.08.2013
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20 P

 Vorweg: Das hier ist kein Bericht im Sinne einer sachlichen Reportage, sondern eher eine kurze Geschichte oder Momentaufnahme von einem Tier (ich habe an ein Schwein gedacht) in Massentierhaltung. Wie treffend oder gut es geschildert ist, müsst ihr selbst entscheiden. Ich schreibe gerne, eben eher Geschichten als Reportagen, und ich hoffe, hier somit etwas Positives einbringen zu können. Aber bildet euch selbst eure Meinung davon.

Wieder wankt er. Prallt links und rechts gegen die harten Metallstreben, gegen andere Leiber. Wer noch Kraft hat, stößt ihn zurück. Die anderen nehmen es hin, teilnahmslos. Kauen auf den schlammfarbenen Pellets, um wenigstens etwas zu tun.
Der Boden ist hart und rutschig, von einer schlammigbraunen Schicht bedeckt. Durch schmale Spalten sickert die Scheiße davon, bereit, zu neuem Futter verarbeitet zu werden. Der Gestank ist bestialisch. Aber seine Nase ist taub, nimmt nichts mehr auf. Sein Mund schmeckt nicht mehr, falls er das überhaupt je getan hat.
In letzter Zeit kommen sie öfter, rammen ihm Spritzen ins Fleisch. Früher hatte er Angst, wollte sich wehren. Jetzt nicht mehr. Wozu denn noch?
Seine Beine geben nach. Unter seinem eigenen Gewicht sackt er zusammen. Über seine borstige Haut ziehen sich Wunden, tief, nur oberflächlich, verkrustet oder frisch. Spuren der Langeweile. Sein Hinterfuß ist angeschwollen, vielleicht gebrochen. Er ist ausgerutscht und im Spalt hängen geblieben. Den Schmerz spürt er nicht mehr. Vielleicht ist er abgestumpft. Vielleicht sind es die Antibiotika.
Seine einst so lebhaften Ohren hängen herab, mutlos, tot.
Leer, leblos starren die schwarzen Augen in das dämmrige, unnatürliche Licht. Sein Blick ist gebrochen. Vielleicht sieht er sie noch, in seinen Träumen. Satte Wiesen voller Blumen, riecht den Geruch des frischen Heus, hört die ersten Rufe der Vögel.
Vielleicht wartet er aber auch einfach nur. Wartet auf das Ende, wartet, dass es endlich vorbei ist.
 

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Kommentare (5)
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25.08.2013
Jakobine hat geschrieben:
Warum spührt er nichts mehr, vielleicht tut jeder Atemzug weh? Durch die verätzte Lunge, aufgrund der Giftgase der Exkremente. Viele haben Blut in der Lunge, viele sterben daran. Vielleicht tut jeder Schritt weh, viele liegen, weil sie durch die Schmerzen nicht mehr stehen können. Antibiotika nimmt nicht die Schmerzen, sondern verhindert, dass sie an den Folgen der Massentierhaltung sterben. Trotzdem danke, fürs schreiben und mitfühlen.
13.08.2013
Atalanta hat geschrieben:
Dankeschön euch beiden :D
13.08.2013
Traeumerin hat geschrieben:
Wow! Dass ist wirklich gut!
So mit soviel Leidenschaft und Gefühl!
Super gut :) Schreib weiter!
13.08.2013
Traeumerin hat geschrieben:
Wow! Dass ist wirklich gut!
So mit soviel Leidenschaft und Gefühl!
Super gut :) Schreib weiter!
13.08.2013
Monamona hat geschrieben:
Hey, dass ist echt gut! Ich schreibe auch gerne und kenne diesen Wunsch, Momente zu "fangen", um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und ich finde, du hast den Moment super eingefangen.... Sehrsehrschön! Schreib bloß weiter! :)
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