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Viele Vogelarten sind in Deutschland zu Hause. © J. Fieber / igreen media / WWF
Die Gefährdung unserer Moore


von CaelumMeaRegula
01.04.2016
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Die Sonne lässt sich endlich wieder blicken und die ersten Blumen in unserem Garten blühen. Schneeglöckchen, Krokusse, Osterglocken und Hyazinthen kündigen den Frühling an und den ein oder anderen lockt es nach draußen, um die Frühlings- und Sommerblumen zu säen. Natürlich muss dafür auch frische Erde her, denn in nährstoffreichen Böden gedeihen Blumen bekanntlich am besten.

Doch das hegen und pflegen des eigenen Gartens kann zum Verhängnis für Klima und Artenvielfalt werden. Denn Blumenerde besteht leider immer noch aus bis zu 80 % Torf. Und dieser Torf wird aus dem Moor gewonnen. Genauer gesagt, aus dem Trockenlegen von Mooren.

Das Moor gehört zu den artenreichsten Ökosystemen der Welt. Da die extremen Bedingungen im Moor eine hohe Spezialisierung der Bewohner fordert, hat sich hier über Jahrtausende eine einzigartige Biodiversität entwickelt, die überaus empfindlich auf Veränderungen reagiert. Vögel finden im Moor die letzten ungestörten Nistmöglichkeiten und auch seltene Amphibien sind auf diesen Lebensraum angewiesen.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/frosch-wassertier-nahaufnahme-797690/

Doch nicht nur für die Artenvielfalt ist das Moor unabkömmlich. Auch wir Menschen profitieren in hohem Maße von den natürlichen Eigenschaften des Moores. Sie sind in der Lage enorme Wassermengen zu speichern und somit durch Starkregen verursachte Überschwemmungen zu verhindern. Darüber hinaus kommt uns die Wasserfilterfunktion des Moores zu Gute, denn durch die vielen Pflanzen können wasserlösliche Substanzen gebunden und Schwebstoffe schließlich abgelagert werden. Dies ermöglicht die Neubildung von Grundwasser.

Die umfangreiche Trockenlegung von Mooren im Zuge der Torfgewinnung verdrängt die hier lebenden wasserliebenden Spezies. Ihrer Lebensgrundlage beraubt, sterben die hoch spezialisierten Arten schließlich aus.

Und nicht nur das: Da Moore immense Mengen an CO2 binden und diese beim Torfabbau freigesetzt werden, wird auch der Klimawandel beschleunigt.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/gro%C3%9Fer-wei%C3%9Fer-reiher-marsh-moor-60892/

Torf ist kein nachwachsender Rohstoff. Es dauert mehrere Jahrhunderte, bis er entsteht. Ohne Rücksicht darauf, werden rund zehn Millionen Kubikmeter Torf jedes Jahr allein in Deutschland verbraucht. Ein Drittel von Hobbygärtnern.

Aus gegebenen Gründen ist es wichtig, dass wir nachhaltig mit dem Rohstoff Torf umgehen. Und zum Glück gibt es Alternativen zur torfhaltigen Blumenerde. Das heißt, dass der Schutz unserer Moore und das Gärtnern nicht im Widerspruch zueinander stehen. Voraussetzung dafür ist, dass wir darauf achten, welche Blumenerde wir kaufen. Es gibt Erde, die aus Maisstroh, Rindenhumus, Kompost und unterschiedlichsten Fasern besteht und somit ganz ohne Torf auskommt. Unsere ohnehin recht robusten heimischen Pflanzen kommen auch mit dieser Erde bestens zurecht. Und als kleiner Tipp am Rande: Wer einen eigenen Komposthaufen hat, braucht für überaus nährstoffreiche Erde nicht einmal Geld ausgeben :-)

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Kommentare (1)
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02.04.2016
KikiFi hat geschrieben:
Das mit dem Kompost ist wirklich der beste Tipp. Bio-Tonne quillt nicht über und man hat super Erde für den Garten. :)
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