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Die Bedeutung der Pilze


von Janine
21.05.2009
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Wir kennen sie in den unterschiedlichsten Formen und Größen. Mal sind sie lästige kleine Fellteppiche, die sich als Schimmel auf unseren Lebensmitteln ausbreiten und manchmal benutzen wir sie, um unserem Essen einen besonderen Geschmack zu geben. Wir sammeln sie im Wald, wir kaufen sie im Laden und teilweise kann unser Geldbeutel dabei ziemlich dünn werden.
Aber nicht nur in der Lebensmittelabteilung spielen Pilze für uns eine große Rolle. Doch bevor wir uns näher mit der Bedeutung der Pilze auseinander setzen können, müssen wir uns erst mit folgender Frage beschäftigen - Was ist eigentlich ein Pilz?
Wenn wir an Pilze denken, dann haben wir schnell das Bild eines Champignons, Pfifferlings oder eines anderen behuteten Stiels im Kopf. In Wahrheit ist dieser Teil des Pilzes, den wir schon für den ganzen Pilz halten, aber nur der sogenannte “Fruchtkörper”. Viele Pilze bilden allerdings gar keine Fruchtkörper aus, wie zum Beispiel der uns wohl bekannte Brotschimmel. Sie bestehen dann lediglich aus Zellfäden, die man “Hyphen” nennt. Diese Hyphen sind der eigentliche Pilz.
Die Pilze bilden eine ganz eigentümliche Gruppe von Organismen. Sie gehören nicht zu den Pflanzen, und auch nicht zu den Tieren, wobei sie mit ihnen sogar näher verwandt sind, als mit unseren grünen Zeitgenossen. Im Gegensatz zu vielen anderen Lebewesen ernähren sie sich weder durch das Aufnehmen von Licht, oder das Fressen anderer Lebewesen, sondern durch Zersetzung. Deshalb bezeichnet man sie auch als Destruenten. Und das ist auch einer der Gründe, weshalb Pilze so wichtig für uns sind. Sie sorgen dafür, dass umgefallene Bäume und Tierkadaver schnell zersetzt werden. Ohne sie würden wir rasch in einem Berg aus Biomasse verschwinden und das Leben, wie wir es kennen, wäre nicht möglich.
Aber nicht nur aus Wald und Wiesen, sondern auch aus der Lebensmittelproduktion sind die Pilze nicht mehr wegzudenken. Sie sind fester Bestandteil für die Herstellung von Brot, Milchprodukten und Alkohol, vor allem als Hefe.
Die Pilze haben einen großen Platz in der Gestaltung unserer Umwelt eingenommen und haben ihren Siegeszug in unserer Speisekammer fortgesetzt.
Allerdings erleichtern uns die Pilze den Alltag nicht immer. Neben ihren hilfreichen Diensten in der Lebensmittelproduktion und dem Abbau von organischen Substanzen, können sie auch große Gefahren mit sich bringen. Mensch, Tier und auch Pflanzen können von Pilzinfektionen befallen werden und dies kann in manchen Fällen sogar zum Tode führen, vor allem wenn das Immunsystem vor dem Befall bereits geschwächt war. Durch die moderne Medizin kann allerdings oft Abhilfe geschaffen werden, und natürlich hat “Fungi” auch im Krankenhaus schon längst einen festen Platz eingenommen. Penicillin wird aus Pilzen gewonnen. Die Entdeckung des Penicillins war ein Durchbruch in der Medizin. Plötzlich gab es einen Stoff, der Bakterien ohne weiteres abtöten konnte und so wurde vielen Menschen das Leben gerettet.
Allerdings ist der Pilz nicht nur mit dem Leben des Menschen so sehr verflochten. Auch viele Pflanzen sind auf ihn angewiesen. Zum Beispiel dann, wenn sie selbst nicht in der Lage sind, genügend Nährstoffe aus dem Boden zu ziehen. Wenn dieses Ereignis eintritt, legen sich Pflanzenwurzeln und Hyphen dicht umeinander, wodurch der Pilz als Nährstoffquelle für die Pflanze dient und sie so ernährt. Es entsteht also eine sogenannte Symbiose.
Und auch Ameisen ziehen ihre Vorteile aus dem vielfältigen Organismus. Sie legen Pilzgärten an, um Schädlinge zu bekämpfen und nutzen sie als Nahrungsquelle.

Wie wir sehen, wäre eine Welt ohne Pilze nicht denkbar. Sie begegnen uns als guter Freund und auch als arger Feind und haben schon längst einen führenden Platz in unserem Leben eingenommen. Übrigens ist der Pilz auch flächenmäßig dominant. Ein einziger von ihnen bedeckt in den USA eine Fläche von 900 Hektar und ist mit seinen 2400 Jahren der älteste lebende Organismus dieser Welt.

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Kommentare (2)
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24.05.2009
Janine hat geschrieben:
Mein Onkel ist auch mal mit uns in den Wald gegangen und wir haben einen ganzen Korb voller Pilze gesammelt. Leider ist das jetzt schon ewig her und ich habe alles, von dem was er uns damals erzählt hat, wieder vergessen.
Auf der Wiese neben unserem Haus ist, was die Pilze angeht, jetzt einiges los! Es gibt eine Art und die wächst was das Zeug hält und erobert den ganzen Rasen. Ich muss mich mal darüber informieren, was das für Pilze sind. Vielleicht muss ich dann erstmal nicht mehr einkaufen gehen.
22.05.2009
Marcel hat geschrieben:
Hey Janine, total interessant, was du da schreibst. Ich finde Pilze auch sehr faszinierend. Du hast es schon angesprochen: Die eigentlichen Helden verrichten ihre lebenswichtige Arbeit ganz leise und versteckt. Ein Wald ohne die Arbeit der Pilze oder auch der vielen Organismen im Boden könnte nicht überleben. Das sind ware wunderwelten, die da unter unseren Füßen rumoren. Ein besonders schönes Pilzerlebnis hatte ich im letzten Herbst. Da hat mich ein Kumpel mit in den Taunus genommen und mir das Pilzesammeln beigebracht. Irre, wie viele essbare Pilze es gibt! Man muss sich natürlich gut auskennen und immer einen Fachmann dabei haben, sonst verrenkt man sich den Magen. Oberste Pilzsammler-Regeln: Was man nicht kennt stehen lassen. Und wenn man einen Pilz erntet, dann nicht komplett aus dem Boden reißen, sondern unten abschneiden - dann können neue Pilze nachwachsen. Hat echt riesig Spaß gemacht. Und die Pilzpfanne war auch lecker.
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