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Deutschlands Stadtwälder - gefährdete Erholungsgebiete?


von Gluehwuermchen
13.07.2011
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2011 ist das internationale Jahr der Wälder. Doch kaum einer denkt bei dem Stichwort Wald an unsere Stadtwälder, die immerhin ganze 3% des deutschen Waldbestandes ausmachen.

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass man sich eher selten Gedanken über diese grünen Randbezirke macht. Doch wie geht es eigentlich unseren Stadtwäldern?

Stadtwälder wurden schon zu Beginn der Industriealisierung angelegt. Zu dieser Zeit fingen sie den sauren Regen ab, der durch die aufkommende Industrie verursacht wurde.

Damals gelangten Schadstoffe ungehindert in die Luft und schlugen sich in unmittelbarer Umgebung nieder. Später entwickelte man höhere Schornsteine, die den Rauch in entferntere Regionen bliesen.  Schadstoffe waren dann eben das Problem der Nachbarn und nicht mehr das eigene - eine keine besonders gelungene Lösung.

Schaut man in das Jahr 2011, so ist die Belastung durch Schwefeldioxid in der Luft nicht mehr so eklatant wie noch vor 30 Jahren. Effektive Filtersysteme in Kohlekraftwerken und bei Fahrzeugen haben den Schadstoffausstoß minimiert. Dennoch lässt sich die Vergangenheit nicht einfach wegdividieren: Die Schwermetalle wurden mit der Zeit in den Boden eingetragen und gefährden stellenweise das Grundwasser und somit auch uns.

Diese potentielle Gefahr besteht dennoch nur in lokal begrenzten Bereichen. Viel größer ist immer noch der Erholungswert, den Stadtwälder gerade in Ballungsgebieten bieten.

Wälder sind wichtig für das Leben auf unserem Planeten und somit auch für uns. Ein Hektar Wald filtert im Jahr nahezu 70 Tonnen Staub aus der Luft! Hätte eine Industrienation wie Deutschland keine Wälder, würden wir Menschen alle längst an Atemproblemen leiden.

Dennoch sind unsere Stadtwälder gefährdet. Ein Faktor ist dabei der Mensch auf direktem Wege. Stadtwälder um Großstädte wie Berlin, Hamburg und dem Ruhrgebiet leiden unter dem hohen Bevölkerungsdruck. Sehr viele Menschen suchen Erholung im Grünen und zerstören dabei oft mehr, als ihnen klar ist - sei es durch das Zertreten von Pflanzen, das Abladen von Gartenabfällen oder dem Gassigehen mit dem Hund. Kot und Urin von vielen Hunden erhöhen den Stickstoffgehalt im Boden und ziehen somit Pflanzen wie Brennesseln, Brommbeeren und Springkraut an, welche wiederum andere Pflanzen verdrängen.

Diese typischen Stickstoffzeiger sind ein deutlicher Indikator für einen gestörten Stoffhaushalt im Boden.

Eine andere Gefährdung ist natürlich der Klimawandel. Besonders im Sommer wird es in Großstädten dazu noch sehr heiß. Die Durchschnittstemperatur ist dementsprechend Tag und Nacht angehoben und wirkt sich negativ auf Wasser- und Nähstoffaufnahme der Bäume aus.

Leider gibt es noch nicht sehr viele Studien, die sich mit den klimatischen Auswirkungen auf Stadtwälder befassen, was vor allem daran liegt, dass Stadtwälder keinen direkten wirtschaftlichen Nutzen bringen.

Vielleicht trägt ja das internationale Jahr der Wälder dazu bei, mehr Augenmerk auf unsere urbanen Wälder zu lenken. Ohne sie würde das Leben in den Großstädten sehr schnell unerträglich werden. Ein Zeichen dafür, dass man sich ein wenig mehr um ihren Erhalt sorgen sollte.

Quellen:

www.geo.de/GEO/natur/oekologie/68870.html

(Frederike Enke interviewt den Geographen Michael Dohlen)

Bild: Dirk Paeschke,www.kostenlos-fotos.de

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Kommentare (7)
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18.07.2011
Peet hat geschrieben:
Danke für den tollen Bericht - sehr informativ! :)
14.07.2011
MJ1499 hat geschrieben:
@Viveka: okay, das ist traurig...naja, kann man wol nichts machen -.-
14.07.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Guter Bericht und sehr informativ!
14.07.2011
Viveka hat geschrieben:
erstmal danke für den bericht (:
ich selbst wohne jetzt nicht in einer großstadt, sondern in einem dorf. aber selbst hier merkt man die gefährdung des waldes. es werden immer mehr waldstücke und wiesen für wohnanlagen zerrstört! und das, obwohl es andere alternativen geben würde. unser bürgermeister verweist bei beschwerden aber nur auf andere umweltschutzprojekt, die schon gestartet worden sind...
14.07.2011
MJ1499 hat geschrieben:
ist ja blöd...wo wohnst du denn???? ;) Aber da kann man bestimmt was gegen machen, oder???
14.07.2011
Babbuina hat geschrieben:
Ich wohne in der Nähe von Hannover im Zentrum einer Stadt mit sehr viel Grün um mich herum. Nun haben aber einige Architekten vor, ein altes Herrenhaus abzureißen und ein Mehrfamilienhaus dorthinzustellen. Natürlich mit vielen Mietparteien. Aber da diese dann natürlich auch Autos haben wollen und wir sowieso zu wenig Parkplätze haben, haben sie überlegt ein Teil dieses Parks wegzunehmen. Aber ich denke, dass sie verlieren werden, da dieser Park wirklich schön ist und wir ihn brauchen. Und die Tiere !
14.07.2011
MJ1499 hat geschrieben:
Also wir in Hannover haben ja den größten Stadtwald in Deutschland :) und soweit ich weiß, ist der nicht so gefährdet...aber naja ;) da trifft auch nciht alles drauf zu, was du geschrieben hast, der ist sehr zentral und bisher ist keiner auf die Idee gekommen, den abzuholzen :)
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