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Viele Vogelarten sind in Deutschland zu Hause. © J. Fieber / igreen media / WWF
Deutschland ist Eulenland


von HatTrick
13.05.2011
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Was viele Menschen garnicht wissen: Deutschland ist Eulenland. Momentan sind 10 von 13 europäischen Eulenarten bei uns heimisch. Und um mal Namen zu nennen:

Uhu, Habichtskauz, Waldkauz, Waldohreule, Sumpfohreule, Schleiereule, Raufußkauz, Steinkauz, Zwergohreule und Sperlingskauz.

Doch wo ist der Unterschied zwischen einem Kauz und einer Eule?

Der Unterschied wird rein äußerlich festgelegt. Ein Kauz hat eine etwas rundere kopfform als eine Eule. Jedoch sind auch Käuze Eulen.

Eine schwierige Kindheit

Eulen sind sehr effiziente Jäger. Doch bevor sie zum flauschigen Räuber mit starken Sinnen werden, müssen sie eine harte Kindheit durchleben:

- 70% der Eulendamen der Raufußkäuze verlassen ihre Familie, wenn diese mit ausreichend Futter durch den Vater versorgt werden. Das schwächt zwar ein Familienleben, verstärkt aber den Erfolg in der Fortpflanzung.

- Viele Eulenkinder werden also in eine für sie schwierige Welt hineingeboren. Sie wachsen mit einem gestressten Single-Vater auf, welcher nicht selten für 4 Küken sorgen muss.

- Junge Eulen haben Probleme mit dem Fliegenlernen. Durch ihre übergroßen Schwingen im Vergleich zu ihrem Körper brauchen sie meist länger als andere Vogelarten, um das Fliegen zu lernen. Zudem benötigen die Flügel viel Pflege, da sie die flauschigsten Federn im ganzen Vogelreich haben.

Der Jäger

Ist erst einmal die schwere Kindheit geschafft, können die Eulen ihre Jagdsinne weiter ausprägen und zu den erfolgreichen Jägern werden, die sie nunmal seit 60 Millionen Jahren sind. Um ihren Erfolg zu verstehen, muss man ihre besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten hinsichtlich ihrer stark ausgeprägten Sinne betrachten:

Geschwindigkeit:

Der Uhu beispielsweise, kann trotz einer möglichen Spannweite von 1,80m eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h erreichen. Dabei stößt er bei diesen Geschwindigkeiten im Wald niemals mit einem Baum zusammen. Er ist also auch äußerst reaktionsschnell und wendig.

Stille:

Die Eulen haben ein spezielles, weiches Gefieder. Ihre besondere Struktur vermeiden das Entstehen von Luftwirbeln, welche als Rauschen wahrzunehmen wären. Durch ihre breiten Flügel kann sich eine Eule ihrer Beute nahezu ohne Geräusche im toten Winkel nähern.

Tarnung:

Ein Eulengefieder bietet den Eulen aufgrund von nebeneinanderliegenden dunkel- und hellfarbigen Federn eine Schutzmöglichkeit bei Tageslicht. Anhand des Gefieders lassen sich weibliche und männliche Eulen nicht unterscheiden.

Hörsinn:

Die Waldohreule, die zweithäufigste Eule Deutschlands,  kann auf Basis von Geräuschen ein dreidimensionales Bild ihrer Umgebung erstellen. So kann sie den exakten Standort ihrer Beute lokalisieren.

Krallen:

Eulen haben vier Zehen, welche messerscharf sind und wie Dolche in ihre Beute eindringen.

 

 

Eine riesige, kauzige Familie

Es gibt auch Eulen, die sich komplett anders verhalten, als jene, die wir kennen. Ein Beispiel dafür ist der Kaninchenkauz. Er lebt nicht auf Bäumen sondern buddelt unterirdische Gangsysteme und ist ein großer Sammler. Sammeln tut er so ziemlich alles, was nicht festgenagelt ist. Beispiele sind Müll, Plastik oder Alufolie. Und das Witzige daran ist: Nimmt man ihnen etwas von ihrem Gesammelten weg, merken sie es und holen es sich zurück.

Man könnte fast sagen, dass es für jeden Ort auf der Welt eine passende Eule gibt. Demnach gibt es zum Beispiel Wüstenuhus, Schneeeulen und Waldkäuze.

Wir müssen auch Tiere beachten, die sich kaum sehen lassen oder die wir fast vergessen, weil wir uns mit gefährdeten Arten beschäftigen. In unseren Wäldern lebt eine große Familie von geheimnisvollen und prächtigen Eulen. Das sollten wir trotz all der bedrohten Tierarten nicht vergessen und zu würdigen wissen.

 

Quelle: Welt der Wunder 12/10. Seite 32-39

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Kommentare (8)
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Sortieren nach Aktualität:
14.05.2011
PlaceboEffect hat geschrieben:
hey, ich finde deinen bericht echt gut. Ich hab leider noch keine Eule in freier Natur gesehen, aber so wie du sie beschreibst, müssen sie wirklich anmutige Tiere sein :)
Auf das prächtige Gefieder sind bestimmt andere Vogelarten neidisch ;)
14.05.2011
MarcelB hat geschrieben:
mit den Krallen!? O.o krass :D
14.05.2011
HatTrick hat geschrieben:
Hey, erstmal danke für die positive Kritik :)
Das ist eine sehr gute Frage. Ich habe in zwei Quellen nachgeschaut und jeweils nur gelesen, dass er in bereits gebuddelten Systemen lebt oder sie selbst aushebt. Da der Kaninchenkauz aber in der Regel eine Größe von 19-26cm erreicht ( Quelle: Wikipedia ) gehe ich stark davon aus, dass er den großen Teil der Buddelarbeit mit den Krallen verrichtet. Der Schnabel ist ziemlich klein :) Ich habe bereits von anderen Arten gehört, welche auch mit den Krallen buddeln!
14.05.2011
Janine hat geschrieben:
Super, dein Bericht! Ich war auch überrascht von der Anzahl der viele Eulenarten in Deutschland. Bisher habe ich leider noch keine von ihnen gesehen - das ist aber auch kein Wunder bei dieser Fähigkeit zur Tanung und dem leisen Flug ;o)
14.05.2011
midori hat geschrieben:
Schöner Bericht! Eulen sind schon faszinierende Tiere. Kannst Du mir verraten, wie der Kaninchenkauz buddelt? Mit dem Schnabel? Oder den Krallen? Stell mir das sehr witzig vor! :o)
13.05.2011
MarcelB hat geschrieben:
Daumen hoch, weiter so HatTrick! ;) du lernst von den Besten!
13.05.2011
Nivis hat geschrieben:
Hey, super, dein erster Bericht. Ist wirklich toll geworden, du hast eine sehr schöne und ansprechende Art zu schreiben. Und Eulen sind schon sehr faszinierend...ich find es toll, dass es so viele Arten bei uns hier gibt!
13.05.2011
xXannaXx hat geschrieben:
toller Bericht :) gefällt mir. Sehr informativ.
Also das es so viele Eulen bei uns gibt wusst ich jetzt auch nicht :D
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