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Viele Vogelarten sind in Deutschland zu Hause. © J. Fieber / igreen media / WWF
Deutschland: Das Schlachthaus Europas - Teil 1


von Greenlife
03.06.2016
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97 P

Massentierhaltung: Möglichst viele tierische Produkte in möglichst kurzer Zeit herstellen.

Und das wird voll ausgenutzt.

Ein Deutscher isst in seinem Leben durchschnittlich 1000 Tiere und das ist einfach, denn in Supermärkten kostet ein halbes Kilo Fleisch nur etwa 3€.

In Deutschland leben fast doppelt so viele Nutztiere wie Menschen. Und es wird weit über den Bedarf der Deutschen produziert: Mehr als die Hälfte der 8,1 Millionen Tonnen Fleisch, die 2013 in den gewerblichen Schlachthöfen produziert wurden, wurde ins Ausland exportiert.

 

Die Tiere
 

Und all das geschieht auf Kosten der Tiere. Auf engstem Raum zusammengepfercht (Einem 100-Kilo Mastschwein stehen 0,75 Quadratmeter zur Verfügung, auf einem Quadratmeter sind ca. 20 Hühner erlaubt) müssen die Tiere jeden Tag hohe Leistungen erbringen:

-         Ein Huhn legt jeden Tag ein Ei

-         Eine Milchkuh produziert pro Jahr ca. 10000 Liter Milch (während ihr Kalb mit einem billigen Milchersatz gefüttert wird)

-         Ein Mastschwein nimmt in sechs Monaten 100 kg zu.

 

Dies alles können die Tiere nur mit Kraftfutter schaffen, dem zusätzlich Antibiotika beigemischt wird, um Seuchen und Krankheiten gar nicht erst ausbrechen zu lassen.

 

All das wirkt sich auf das Sozialverhalten der Tiere aus, führt zu Stress und Frustration. Nicht selten greifen sich die Tiere gegenseitig an, was manchmal sogar bis zum Tod führen kann. Doch auch dafür wurde eine schreckliche Lösung gefunden: Ferkeln werden die Ringelschwänze kupiert und die Zähne gekürzt, Rindern die Hörner entfernt und Hühnern die Schnabelspitzen abgeschnitten.

Durch Krankheiten, Seuchen, Enge und Stress verringern sich die Lebenserwartungen der Tiere drastisch. Während eine Milchkuh in „Freiheit“ ca. 30 Jahre lebt, hat eine Milchkuh in Massentierhaltung gerade mal zwei bis fünf Jahre zu leben.

 

Aber nicht nur die Masttiere leiden: Viele der alten Nutztierrassen sind vor dem Aussterben bedroht oder sogar schon ausgestorben, denn heute ist es egal, wie robust die Tiere sind, oder wie gut sie sich an das Klima anpassen können. Wichtig ist nur noch, wie viel Milch, wie viele Eier und wie viel Fleisch die Tiere hergeben.

 

In Teil 2 wird es um die Auswirkungen auf die Umwelt gehen und warum Massentierhaltung auch für die Menschen gefährlich ist.

 

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Kommentare (3)
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04.06.2016
Bob2016 hat geschrieben:
Super Bericht!
Ich bin aus gutem Grund Vegetarier und zum Teil auch Veganer.
Sowas möchte ich nämlich nicht unterstützen!!
03.06.2016
GiuliaMag hat geschrieben:
Guter Artikel zu einem sehr traurigen Thema.
Da kann man wirklich nicht verstehen, wieso so viele etwas so schreckliches unterstützen.
Jeder Euro ist eine Stimme.

Freue mich auf den nächsten Teil!
03.06.2016
Orcara hat geschrieben:
Toller Bericht!
Super zusammengefasst. Es ist wirklich traurig was da passiert :(

Wusstet ihr, dass in manchen "Hühnerställen" (also bei solche bein denen die Tiere auf engstem Raum gequält Eier am laufenden Band legen müssen) das Licht nicht im 24 Stunden-, sondern im 12-Stunden Rythmus betätigt wird, sodass sich die Tiere gezungen sehen, ihre Eier in nur halb so langer Zeit zu legen!? Und wenn die Tiere dadurch so erschöpft sind und nichts mehr leisten können, werden sie einfach geschlachtet...

Ich bin froh dass wir unsere Eier von einer Arbeitskollegin meiner Mutti kaufen können. Die Tiere leben dort glücklich mit Sonne, frischer Luft und Graß in Freilandhaltung auf dem Land
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