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Deutsche immer umweltbewusster!? - Die Umweltbewusstseinsstudie 2014


von Gallina
30.03.2015
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Seit 1996 werden Bürgerinnen und Bürger alle zwei Jahre in einer repräsentativen Umfrage nach ihrer Einschätzung der Umweltqualität sowie zu aktuellen Themen der Umweltpolitik befragt. Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse zur gesellschaftlichen Verankerung des Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutzes in Deutschland.

In Berlin stellten die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, heute die Studie zum Umweltbewusstsein 2014 vor. Im Juli und August letzten Jahres wurden dazu 2117 Personen bereits zum zehnten Mal online befragt, wobei 2014 erstmals auch Personen zwischen 14 und 17 Jahren mit einbezogen wurden.

Laut der Umweltbewusstseinsstudie 2014 unterstützen immer mehr Deutsche eine engagierte Umweltpolitik. Bundesumweltministerin Hendricks stellte fest: „Gutes Leben und Umweltschutz gehören aus Sicht der Befragten zusammen.“. Doch die Deutschen haben eine klare Vorstellung davon, was ein gutes Leben ausmacht. Sie wollen gesund sein, keine Not leiden, sich in ihrer Familie geborgen fühlen und einen hohen Lebensstandard haben. Erst an fünfter Stelle folgt der Wunsch nach einer intakten Umwelt und Natur. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte: „Ich verstehe diese Ergebnisse als Gestaltungsauftrag der Bevölkerung an die Umweltpolitik. Früher haben viele gedacht, Umweltschutz und Wirtschaftskraft würden sich widersprechen.“ Heute weiß man: Das Gegenteil ist richtig. „Gutes Leben und Umweltschutz gehören zusammen.“

Obwohl 30 Prozent der Befragten eine intakte Umwelt und die Natur für einen Teil des „guten Lebens“ halten, sehen nur 19 Prozent der Probanden den Umweltschutz als eines der aktuell wichtigsten Probleme an. Dabei nennen vor allem junge Befragte den Klimaschutz immer wieder als Thema von großer Bedeutung. Obwohl diese Werte etwa auf dem Niveau früherer Befragungen liegen, sind sie deutlich unter denen von 2012.

2012 haben 35 Prozent der Befragten den Umweltschutz als Problem wahrgenommen – deutlich mehr als 2014. Die Ursache: 2012 beeinflussten die Reaktorkatastrophe in Fukushima und viele ungeklärte Fragen mit Blick auf die Energiewende die Studie merklich. Umweltschutz rangierte damals auf Platz zwei der aktuell wichtigsten Probleme. Das heißt jedoch nicht, dass den Befragten heute deshalb der Umweltschutz weniger wichtig ist, sondern er vielmehr als ein ungeklärtes Problem gesehen wird.

 

 

Für 63 Prozent der Befragten ist der Umweltschutz Bedingung für die Lösung anderer Probleme. So ist Umweltschutz eine grundlegende Voraussetzung, um Zukunftsaufgaben – wie z.B. die Globalisierung – zu meistern. Doch ein geringer Teil (19 Prozent) hält ihn noch für ein Thema, welches andere Vorhaben behindert. 56 Prozent sehen im Umwelt- und Klimaschutz eine Voraussetzung, um den Wohlstand zu sichern.

Zudem wünscht sich die Mehrheit der Befragten die Abkehr von einer auf das Auto zugeschnittenen Städteplanung. Nicht der Autoverkehr soll in Städten und Gemeinden bei der Planung Vorrang haben, sondern vielmehr soll in Zukunft auf kurze Fußwege und gut funktionierende Fahrradwege sowie den öffentlichen Nahverkehr geachtet werden (Zustimmung 82 Prozent). Von den 14- bis 17-Jährigen sind sogar 92 Prozent für eine solche Umgestaltung. Eine Auto-zentrierte Stadt wird von vielen Menschen offensichtlich mehr als Belastung, denn als Erleichterung des Alltagslebens erlebt. Vor allem der Straßenverkehrslärm stört, durch den sich 54 Prozent der Befragten gestört fühlen.

Bislang haben nur 4 Prozent der Befragten Carsharing tatsächlich genutzt (vor allem in den großen Städten), obwohl sich 21 Prozent vorstellen können, künftig solche Angebote vermehrt zu nutzen. Ein Carsharing-Fahrzeug kann fünf normale Fahrzeuge ersetzen. Diese Idee hat daher das Potenzial, sich zu einem wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Ressourceneffizienz zu entwickeln. Auch hier ist die Jugend zukunftsweisend, denn Sharing von Autos oder Fahrrädern ist vor allem bei Jüngeren beliebt.

 

 

Noch einen aus Sicht des Bundesumweltministeriums positiven Trend zeigt die Studie: Nämlich, dass fast die Hälfte der Verbraucher inzwischen beim Einkauf von Haushaltsgeräten auf den Energieverbrauch achtet und stets das energieeffizienteste Modell wählt. Auch bei Reinigungsmitteln, Taschentüchern und Toilettenpapier greifen sie immer häufiger zu den grünen Varianten, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnet sind. 92 Prozent der Verbraucher kennen das Umweltzeichen; ein Drittel achtet beim Einkauf darauf.

 

 

Das Interesse an Öko-Produkten ist aber unterschiedlich ausgeprägt; Öko-Textilien etwa kaufen derzeit nur 10 Prozent der Befragten häufig. „Bei umweltfreundlich hergestellter Kleidung stimmt schlicht das Angebot der Hersteller noch nicht. Biobaumwolle hat derzeit einen Anteil von unter ein Prozent am gesamten Baumwollmarkt. Hier müssen die Hersteller nachlegen, dann steigt auch die Nachfrage.“, sagte Krautzberger.

Mit der Qualität der Umwelt in ihrer unmittelbaren Umgebung sind 86 Prozent der Befragten zufrieden. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2000. Auch die Umweltqualität in Deutschland allgemein schätzen 73 Prozent als gut ein. Immerhin 41 Prozent der Befragten gaben an, dass es ihnen wichtig sei, sich mit sich und der Umwelt im Reinen zu fühlen. Zu einem guten Leben gehören für 92 Prozent der Deutschen aber auch ausdrücklich die Natur, wie das Bundesamt für Naturschutz bereits im vergangenen Jahr in einer Befragung zum Naturbewusstsein herausgefunden hat. 85 Prozent der Bundesbürger macht es demnach glücklich, in der Natur zu sein. 95 Prozent sind der Meinung, dass es die Pflicht des Menschen ist, die Natur zu schützen.

Das Umweltbewusstsein wandelt sich. Die allgemeine Bereitschaft, sich um Umwelt- und Naturschutz zu engagieren, steigt wieder an und über den Zustand der globalen Umwelt sind 93 Prozent der Deutschen nach wie vor sehr besorgt.

 

 

Textquellen:

http://gateurope.de/deutsche-immer-umweltbewusster/

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/6394784/am-buerger-vorbeigeplant.html

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2015/03/2015-03-30-umweltbewusstseinsstudie-2014.html

http://www.umweltbundesamt.de/presse/presseinformationen/umweltbewusstsein-2014-immer-mehr-menschen-sehen

 

Bildquellen:

http://img.welt.de/img/deutschland/crop131588940/7046935065-ci3x2l-w900/DWO-Carsharing-fb-Teaser.jpg

http://gateurope.de/deutsche-immer-umweltbewusster/

http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Futopia-index.com%2Fuploads%2F14%2F02%2F05%2F1uwyga09bz30%2F670_503_3%2F140204-supermarkt-alternative-klopapier-u-w-olaf-wandruschka-670x503.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.utopia.de%2Fgalerie%2Fkatastrophale-produkte-und-gute-alternativen%2F5&h=503&w=670&tbnid=mcvu2qRmW3OJBM%3A&zoom=1&docid=JKTQ5XqJekz1hM&ei=JasZVd_kHoaoPOvCgYAL&tbm=isch&client=safari&iact=rc&uact=3&dur=240&page=1&start=0&ndsp=20&ved=0CD8QrQMwCg

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Kommentare (4)
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01.04.2015
UliRike hat geschrieben:
Danke für die Zusammenfassung :) die ergebnisse lassen hoffen :D
01.04.2015
LSternus hat geschrieben:
Wow, das ist doch gar nicht mal schlecht.
Ich muss zugeben dass ich das Umweltbewusstsein der Deutschen etwas negativer eingeschätzt hätte - und ich bin eigentlich ganz froh darüber mich geirrt zu haben ;)
Die Studie zeigt doch dass unsere Bemühungen nicht umsonst sind :)
01.04.2015
Puma hat geschrieben:
Vielen Dank für diesen Bericht. :) Ich wusste gar nicht,dass es so eine Studie überhaupt gibt... :/
Aber wie midori freut es mich auch,dass wir auf dem richtigen Weg sind :D
31.03.2015
midori hat geschrieben:
Tolle Zusammenfassung der Studie, liebe Rebekka! Und es zeigt vor allem eins ganz deutlich - wir sind auf dem richtigen Weg! Wir haben nur dann die Chance, die Menschen zum Weltretten zu motivieren, wenn die Natur ihnen auch etwas bedeutet - und das tut sie!

Was mich ein wenig resigniert, ist die Tatsache, dass gerade mal 21% der Befragten IMMER zu Produkten aus Recyclingpapier greifen - immerhin schon etwa 40% wählen häufig solche Produkte. Das muss eindeutig noch viel mehr werden! :o)

Danke Rebekka, für die tolle Darstellung!
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