HILFSPROJEKTE
Drei Regionen im Fokus
Tigerschutz ist ein Zusammenspiel von Überzeugungs-, Detektiv-, Knochen- und Kopfarbeit. Der WWF Deutschland engagiert sich gleich in drei Regionen, in denen Tiger vorkommen: im südostasiatischen Mekong-Gebiet, auf der indonesischen Insel Sumatra und in der Region Amur-Heilong im russischen fernen Osten.
Wie kann man den Tiger-Lebensraum schützen?
Mehr Schutzgebiete und "Grüne Korridore" einrichten
Die Insel Sumatra ist heute nur noch zu einem Drittel bewaldet. Die letzten Tiger leben vorwiegend in Schutzgebieten und Sumpfwäldern an der Ostküste. Der WWF kämpft dafür, dass neue Schutzgebiete ausgewiesen und durch Waldkorridore miteinander verbunden werden. So können sich Tiger zwischen isolierten Waldinseln ungehindert bewegen. Auch in der Amur-Region wird ein ganzes Netz aus Schutzgebieten entwickelt.
Was macht eine Tiger-Streife?
Sie legt Wilderern das Handwerk.
Oft arbeiten sie "undercover", die Männer der Tigerpatrouillen auf Sumatra. Sie durchstreifen die Wälder, spüren Tigerfallen auf und kämpfen gegen die organisierte Tigerwilderei. Zugleich suchen sie Spuren von Tigern, um ihr genaues Verbreitungsgebiet zu kennen. So können sie leichter verhindern, dass die Raubkatzen in menschlichen Siedlungen Schaden anrichten.
In der Amur- und Mekong-Region bildet der WWF ebenfalls Anti-Wilderer-Brigaden aus und unterstützt sie mit technischen Geräten. Sie schützen nicht nur die Tiger, sondern auch den Bestand ihrer Beutetiere.
Vor welcher Falle haben Tiger nichts zu fürchten?
Vor der Kamerafalle.
In Kambodscha tappen die Tiger seit zwei Jahren in die Fotofalle. Mitten in den Wäldern, an strategisch günstigen Stellen, sind Kameras angebracht. Sie warten nur darauf, einen Tiger zu filmen, sobald er den ausgesendeten Infrarotstrahl kreuzt.
Auch Spürhunde sind den Tigern in der Mekong-Region auf den Fersen: Sie schnüffeln den Kot der Großkatzen, der später in einem Labor analysiert wird. So kann bestimmt werden, wie viele Tiger es dort überhaupt noch gibt, und wo genau sie vorkommen. Je mehr über die Tiger bekannt ist, desto effektiver können sie geschützt werden.
Aufnahmen einer Film-Kamerafalle auf Sumatra kanst du hier sehen.
Was haben kleine Fischereien mit dem Tiger zu tun?
Sie sind eine alternative Einkommensquelle.
Kahlschlag und Wilderei sind die Wurzel allen Tiger-Übels. Deshalb entwickelt der WWF gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung alternative Einkommensquellen. In der Mekong-Region sammeln die Menschen Honig von Wildbienen und betreiben kleine Gemeindefischereien.
Auch Ökotourismus ist ein lukratives Geschäft in der Mekong- und Amur-Region: die Dorfbewohner bieten Reisenden Übernachtungsmöglichkeiten und führen sie durch Nationalparks. So können die Menschen mit intakter Natur anstatt durch Raubbau oder Wilderei ihren Lebensunterhalt verdienen.
Beteiligen sich die Tigerverbreitungs-Staaten am Tigerschutz?
Der WWF steht im Dialog mit allen 13 Regierungen.
Damit die verbliebenen Regenwälder Sumatras nicht auch noch vernichtet werden, haben WWF-Mitarbeiter und Regierungsvertreter vor zwei Jahren ein Abkommen unterschrieben. Die letzten Fleckchen unberührter Natur sollen unter Schutz gestellt und zerstörte Flächen wiederhergestellt werden.
Auch mit den zwölf anderen Regierungen der Tiger-Verbreitungsstaaten steht der WWF im Dialog. Er unterstützt und berät die Länder beim Schutz des Tigers und seines Lebensraumes.
schreibt für die WWF Jugend Redaktion, einer besonders aktiven Gruppe von Community-Autoren.
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