DIE BEDROHUNG
Tiger in Not!
Drei Tiger-Unterarten sind heute bereits ausgestorben: der Bali-Tiger, der Java-Tiger und der Kaspische Tiger. Die sechs verbliebenen sind so stark bedroht, dass sie das nächste Chinesische Jahr des Tigers in zwölf Jahren nicht mehr erleben könnten. Die größten Gefahren für den Tiger heißen Schießgewehr und Kettensäge.
Was bewirkt Medizin aus Tigerkörperteilen?
Vor allem das Aussterben der Tiger.
In Asien schwört so manch Erkrankter auf eine ganz besondere Arznei: Pillen, Salben oder Pulver aus Tigerkörperteilen. Von den Schnurrbarthaaren bis zum Tigerblut, alles hat nach der traditionellen asiatischen Medizinlehre angeblich eine große Heilkraft. Die Nachfrage nach den Wundermittelchen ist auch heute noch groß.
Obwohl es weltweit verboten ist, Tiger in medizinische Produkte zu verwandeln! Wilderer nehmen das Risiko, bei der Tigerjagd erwischt zu werden in Kauf. Denn mit einem toten Tiger können sie viel Geld verdienen. Auch die Quacksalber, die die verarbeiteten Tigerkörperteile dann in Döschen und Flaschen abfüllen, machen Profit. Heute ist Wilderei eine der Hauptbedrohungen für Tiger.
Welche Mutprobe endet für Tiger meist tödlich?
Die Jagd nach Tigern.
Lange Zeit war die ultimative Mutprobe, einen Tiger zu schießen. Wer seinen Freunden einen echten Tigerschädel zeigen konnte, galt als furchtloser Abenteurer. Bis in die 1930er Jahre hinein haben Sport- und Trophäenjäger so die Tigerbestände immer weiter verkleinert. Europäer, die auf der indonesischen Insel Java lebten, haben früher Jagdausflüge auf der Nachbarinsel Bali organisiert. Dort haben sie den Bali-Tiger mit immer ausgeklügelteren Gewehren verfolgt und schließlich ausgerottet.
Wie hat sich der Lebensraum von Tigern verändert?
Riesige Waldgebiete sind zerstört worden.
Dem Tiger wurde der Boden unter den Pranken entrissen. Ursprünglich war er von der Türkei über Russland und China bis nach Bali verbreitet. Doch in den vergangenen 150 Jahren hat er mehr als 90 Prozent seines Lebensraumes verloren. Besonders brisant ist, dass ein Großteil davon allein in den vergangenen zehn Jahren zerstört wurde.
Die wachsende Weltbevölkerung benötigt immer mehr neue Städte, Straßen und Agrarflächen. Auch um Holz zu gewinnen, wurden vor allem in der jüngsten Vergangenheit riesige Waldflächen gerodet. So ist die indonesische Insel Sumatra, auf der der Sumatra-Tiger lebt, heute nur noch zu einem Drittel bewaldet. Bestehende Waldgebiete werden immer weiter zerstückelt. Autobahnen und Landstraßen zerteilen große Tigerhabitate in kleine Waldinseln.
Wieso halten viele Tiger streng Diät?
Weil ihnen die Nahrung fehlt.
Dem Tiger hängt der Magen oft bis auf den Boden. Nicht nur er wird gejagt und verliert seinen Lebensraum, sondern auch seine Beute. Hirsche, Tapire, Wildschweine - auch sie werden in manchen Gegenden immer seltener. Dorfbewohner jagen Rot- und Schwarzwild, um sich selbst zu ernähren oder das Fleisch zu verkaufen und schnappen den Tigern damit die Beute weg. Schlecht ernährte Tigerweibchen werden nicht so leicht trächtig wie gesunde. Auf den Punkt gebracht bedeutet das: je weniger Beute, desto weniger Tiger.
Leben mehr Tiger in Gefangenschaft oder in freier Wildbahn?
Besonders viele Tiger werden in Tigerfarmen gehalten.
In China, Laos, Thailand, Vietnam und sogar in den USA gibt es sogenannte Tigerfarmen. Allein in China leben etwa 4.000 Tiere in Gefangenschaft, angeblich zu Tigerschutz-Zwecken. Das sind mehr Tiger als in freier Wildbahn noch vorkommen. Die Betreiber von Tigerfarmen behaupten, dass die Raubkatzen später in die Freiheit ausgewildert werden sollen. Doch tatsächlich ist bisher noch kein solcher Fall bekannt.
Artenschützer vermuten, dass die Betreiber von Tigerfarmen nur darauf spekulieren, eines Tages mit ihren Tigern handeln zu dürfen. Bislang ist das noch verboten. Eine Gesetzeslockerung würde für die wild lebenden Tiger das Aus bedeuten. Denn dann könnte man kaum mehr nach verfolgen, ob ein Fell oder Knochen nun von einem Tiger aus Gefangenschaft oder aus freier Wildbahn stammt.
schreibt für die WWF Jugend Redaktion, einer besonders aktiven Gruppe von Community-Autoren.
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