"Für Mikrosekunden nach ihrer Zündung am 01.11.1952 kam die erste Wasserstoffbombe der Welt einem Stern näher als jede andere menschliche Erfindung.
.............
Montiert und getestet wurde die auf den Namen Mike getaufte Bombe auf der Insel Elugelab im nordwestlichen Quadranten des Eniwetok-Atolls, einer Ketter kleiner Koralleninsenln, die sich um eine gut siebzig Kilometer breite Lagune etwa in der Mitte zwischen Hawaii und den Phillipinen gruppieren.
An der Übung nahmen mehr als elftausend Personen teil, überwiegend (amerikanische, Anm. der Verfasserin) Militärs teil. Das Funksignal kam fast auf die Sekunde genau um 07:15 Uhr von einem Kontrollschiff, das ungefähr fünfzig Kilometer vom Explosionszentrum entfernt lag.
..............
Der sich ausdehnende Feuerball stieg, eine Art Stamm bildend, in die Lüfte, wie es aus der Ferne schien purpurrot leuchtend, und erreichte schließlich eine Höhe von fast fünzig Kilometern, wo die aufgetürmte, mehr als hundertfünfzig Kilometer weit ausladende Wolke bis zu Stratosphäre vordrang. Die mittlerweile gut zehn Kilometer dicke Basis des Stammes verwandelte sich in eine Fontäne, aus der ringsrum radioaktiv verseuchte Wassermassen ins Meer fielen - doch nicht über der Insel, denn diese war verschwunden, sondern über dem von ihr hinterlassenen siebig Meter tiefen und nahezu zwei Kilometer breitem Krater, der sich jetzt schnell wieder füllte. Was einmal Elugelab war, Korallen und Sand, Flora und Fauna auch der Nachbarinseln, der Stahlbeton und alles übrige Material des Testgeländes, hatte die Explosion verdampft oder verglüht und in einem etwa achtzig Millionen Tonnen schweren Pulk radioaktiver Teilchen verwandelt, der in die Höhe geschleudert und teilweise durch stratosphärische Luftströmunungen um die Erde befördert wurde. Auf etwas weiter entfernten Inseln blieben nur kranke Vögel, die wegen versengter Federn nicht mehr fliegen konnten, und strahlende Vegetationsstümpfe zurück."
Dies ist ein Auszug aus dem Buch Atom von Stephanie Cook, den ich wortwörtlich übernommen, allerdings an einigen Stellen ausgelassen habe. Die technischen Daten von Mike - wenn auch sehr beeindruckend oder besser gesagt beängstigend - sind für das, was ich sagen möchte nicht relevant. Mir geht es vielmehr darum, dass der Mensch die Zerstörung ganzer Inseln mit all ihrem Leben veranlasst um die tödliche und zerstörende Wirkung einer Bombe zu testen. Einer Bombe, die die achthundertfachte Sprengkraft der Hiroshima-Bombe besaß.
Ich finde es schon erschreckend, dass Menschen auf die Idee kommen, solch eine Bombe zu bauen. Aber dann noch den Gedanken entwickeln, dass man sie eines Tages auch abwerfen würde und die totale Vernichtung eines gesamten Gebietes von fast 70 km inkauf nimmt, hat mich sprachlos gemacht.
1952 war der zweite Weltkrieg noch gut in Erinnerung mit all seiner Zerstörung und Leid, aber die Amerikaner - nicht nur die Amerikaner - bastelten eine Waffe, die mind. genauso viel Leid und Tod bringen sollte und testeten sie in einem Gebiet, was wir wohl als paradisich bezeichnen würden. Dieses Paradis gibt es nicht mehr.........es wurde gegen militärische und wissenschaftliche Erkenntnisse eingetauscht.
Diese Tatsasche ist für mich sinnbildlich für das Verhalten des Menschen. Zerstören wir das Schöne, wenn wir dafür eine tödliche Waffe testen können.
So viel Respektlosigkeit vor der Umwelt und dem Leben ist zum Glück selten, aber diese eine Test am 01.11.1952 hat gezeigt, dass der Mensch bereit ist sein Land und damit sich selbst zu zerstören, wenn er auch den Feind trifft.
Auch wenn es sich bei diesen Thema nicht zwangsläufig um ein WWF-Jugend-Thema handelt, haben mich diese Zeilen als ich sie gelesen habe sehr mitgenommen und wütend gemacht. Es passt so wunderbar zum Zerstörungszug des Menschen gegen die Umwelt.
Quellen:
Buch-Auszug: Atom von Stephanie Cooke
Bild: meine Kamera
Hier wieder ein Ausschnitt aus dem Buch "Atom" von Stefanie Cooks der einem das Unglaubli... weiter lesen
Der Quastenflosser (Latimeria chalumnae) gehört zu den außergewöhnlichsten Bewohnern des Meeresg... weiter lesen
Obwohl man es der EU gemeldet hat wird immer weiter am Sylteraußenriff die Natur zerstört. Es wi... weiter lesen
Delfine, von Natur aus außerordentlich schnelle und ausdauerne Tiere. Sie können bis zu 60 km/h ... weiter lesen
Ich habe hier,passend zu den Berichten von Johannes11 und Carina einen Surftipp b.z.w einen Tauc... weiter lesen

















Erschreckend ist vorallem auch, wie viel das persönliche Ego bei vielen weitreichenden Entscheidungen mitgespielt hat. Kein neutrales abwägen von Argumenten, sondern das eigene Fortkommen haben viele Entscheidungen in eine erschreckende Richtung gelenkt....
Es ist teilweise unfassbar wie viel Natur schon Atomtests zum Opfer gefallen sind. Nicht nur das Eniwetok-Atoll und das Bikini Atoll (wo einer der erste Atomtest stattgefunden hat), sondern auch weite Teile Kasachstans und der Ukraine. Es ist für mich teilweise unfassbar, wie der Mensch sich mit einer so gefährlichen Energie, wie der Atomenergie einlassen konnte, über die er im Grunde genommen überhaupt nichts weiß.
Man sollte sich mal die Uranminen anschauen in denen das Uran für unsere Atomkraftweke geföhrdert wird und was sie mit der Umwelt anrichten.
Allein die Ranger Uranium Mine in Australien schlägt dem Fass den Boden aus, denn es den Betreibern und der Regierung durchaus bewusst, dass die Mine voller Lecks ist und täglich bis zu 100 000 Liter verseuchtes Wasser in Boden sickern und dadurch das Grundwasser verseucht wird. Nur mal so am rande der Wasserverbrauch der Mine beträgt Ca. 1,5 Milliarden Liter Wasser pro Jahr. Bei einem von Dürre und Bränden geplagten Kontinent wie Australien sollte so etwas eigentlich untragbar sein...
Super spannend oder? Ich bin zwar noch nicht durch, aber hab noch ein paar andere Stellen gefunden, über die ich schreiben wollte.
Ich finde es super, dass die Autorin wirklich ganz von vorne anfängt und einem die Möglichkeit gibt zu verstehen, warum diese ganze Atomgeschichte eine so starke Eigendynamik entwickelt hat.
@johannaEineErde: Da hast du Recht, die Natur kann nichts dafür. Aber es leiden meistens die, die nichts dafür können.......
@Urmeli
Ich finde schon, dass das auch ein WWF Jugend Thema ist. Immerhin geht es genauso um Umweltzerstörung. Wenn auch auf einem ganz anderen Niveau.. Aber danke Dir für die Informationen. Echt erschreckend.