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© Martin Harvey / WWF-Canon
Tibet - Vergangenheit ist Gegenwart


von RichardParker
27.01.2015
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Hallo meine Lieben,

heute möchte ich über ein Land berichten, dass mich wirklich fasziniert. Wenn ich so über Tibet nachdenke fallen mir auf Anhieb zwei Menschen ein. Sabryie Tenberken und Mao Zedong.

Durch das Buch „Mein Weg führt nach Tibet – Die blinden Kinder von Lhasa“ hörte ich das erste Mal von der blinden Tibetologin. Eine bewundernswerte junge Frau, die die Welt verändern wollte. 1992 entwickelte sie eine nie dagewesene Schrift für Blinde, die Brailleschrift. 1997 reiste sie alleine nach Tibet und gründete ein Jahr später die erste Blindenschule Tibets.

„Mein Weg führt nach Tibet“ ist eine wundervolle Dokumentation dessen, was eine junge Blinde auf sich nehmen musste um die Welt vieler tibetischer Kinder ein wenig schöner zu machen, um die Menschen zum Umdenken zu bewegen, um Erfolg zu haben.

Dass Mao Zedong nicht wirklich etwas mit Verbesserung zu tun hat ist denkbar. Er war Vorsitzender der kommunistischen Partei und Staatspräsident der Volksrepublik China. Seit der Gründung ebendieser war der Anspruch auf Tibet wieder entflammt. 1950 zog die chinesische Volksarmee in einer tibetischen Stadt ein und stieß zunächst auf sehr schwächlichen Widerstand.

Als am 23. Mai 1951 unter Druck der chinesischen Regierung das 17-Punkte-Abkommen unterzeichnet wurde, brachte dies die ersten Steine ins Rollen. Die Unterzeichnung fand ohne die Zustimmung der tibetischen Regierung statt, die erst am 24. Oktober 51 nachzog.

Das Abkommen beinhaltete folgende Punkte
- Integration Tibets in China
- Religionsfreiheit für die Tibeter
- Wahrung bestehender politischen System
- Reformprozesse ohne Druck von China

Die Landreform durch die Errichtung von Volkskommunen und der Zwangsniederlassung von Nomaden führte jedoch zu ersten Unruhen, die blutig niedergeschlagen wurden. 1955 gab es erste, größere Aufstände. Es kam zur Unterstützung durch den Geheimdienst CIA der Waffen und Ausbilder nach Tibet entsandte. Außerdem schlossen sich mehrere tibetische Volksstämme zu einem Bündnis zusammen.

Das Jahr 1959 schreibt Geschichte, am 10. März bricht der Tibetaufstand aus. Der Dalai Lama erfährt nur noch herablassende Behandlung durch die chinesische Regierung und flüchtet am 17. März 1959 nach Indien. Kaum vier Tage später, am 21. März 1959, verlieren zehntausende Tibeter ihr Leben, in einem blutig niedergerungenen Volksaufstand.
In der chinesischen Kulturrevolution von 1966-1976 werden nahezu alle Kultur- und Gedenkstätten Tibets, sowie Religionshäuser und Klöster zerstört.

Schaut man sich die Zustände des heutigen Tibet an, könnte man meinen wieder in der Vergangenheit zu sein. Die Spannungen zwischen China und Tibet halten weiter an. Eine nahezu pedantische Kontrolle Chinas über Geburten. Die Tibeter dürfen keinen Reisepass besitzen (Eine Ausreisegenehmigung gibt es nicht), sie werden sprichwörtlich im eigenen Land festgehalten. Das Rechte auf freie Meinungsäußerung und Religionsfreiheit sind quasi nicht mehr existent. Die bloße Erwähnung des derzeitigen Dalai Lamas oder die Verbreitung von Bildern ist streng verboten. Verstöße können Folter oder gar die Hinrichtung zur Folge haben.

Willkommen im 21. Jahrhundert. Ein ganzes Land wird unterdrückt und ist ein Gefängnis auf der Fläche von insgesamt 1 268 947 km². Unvorstellbar, aber totalitäre Regime existieren auch dort noch, auf dem Dach der Welt.


Text: RichardParker


Textquellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tibet
http://de.wikipedia.org/wiki/Autonomes_Gebiet_Tibet

Bildquelle:
http://naturexp.com/blog/wp-content/uploads/2014/02/Tibet-1.jpg

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Kommentare (5)
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Sortieren nach Aktualität:
13.02.2015
OekoTiger hat geschrieben:
Cooler Bericht! Ein klasse Bericht!
28.01.2015
Luke24 hat geschrieben:
Schön, dass du mit Tibet mal auf eine der Regionen aufmerksam machst, die in letzter Zeit selten in der medialen Berichterstattung auftauchten, obwohl die Situation dort - wie du schreibst - nach wie vor wirklich sehr angespannt ist
28.01.2015
somebodywholovesourearth hat geschrieben:
Guter Bericht. :)
Es gibt einen Film namens "Sieben Jahre in Tibet", er hat mich berührt und ist einer wahren Begebenheit nacherzählt. In ihm geht es um eine Bezieung von dem jungen Dalai Lama und einen Österreicher und um die Situation mit China.
28.01.2015
MarcelB hat geschrieben:
Die Annektierung TIbets hatte aber strategisch weitere Gründe, als ein "entflammender Anspruch". In Tibet entspringen zahlreiche Flüsse, die die Wasserversorgung Chinas decken. Vor allem als sich China in ein Agrarland zurückentwickelte und der große Hunger unter Mao ausbrach war das von entscheidender Bedeutung.

Außerdem war Tibet ein strategisch wichtiger Standort für die militärischen Konflikte in den 60er Jahren mit Russland und Indien.

Wie wäre es mit einem zweiten Teil zu Tibet, wo es um die ökologischen Probleme Tibets durch die chinesische Ausbeutung geht? ;) Im Netz gibts dazu ein paar sehr informative Artikel. :)
28.01.2015
FriedaRockt hat geschrieben:
Vielen Dank für diesen schönen Bericht!
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