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© Martin Harvey / WWF-Canon
Gier nach Nashorn erreicht Indien!


von Marcel
08.04.2013
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War sie gerade unterwegs zu ihrem Lieblingsort? Vielleicht stapfte sie im entscheidenden Moment durch das grüne Dickicht, umgeben von summenden Fliegen - was sie aber sicher nicht störte. Vielmehr freute sie sich wohl über die warmen Sonnenstrahlen, die durch die Baumkronen funkelten. Ein Blick zu ihrem Jungen, das immer in ihrer Nähe bleibt. Dann plötzlich - unheimliche Schritte, Rufe, das Rasten eines Gewehrs...

Der traurige Rest der Geschichte: Eine verstümmelte Nashornkuh liegt auf dem Boden, inzwischen summen die Fliegen kaum noch, sondern krabbeln über ihren leblosen, faltigen Körper. Dort wo sie stolz ihr Horn trug klafft nun ein Loch. Außerdem hat jemand ihre Hufe gewaltsam entfernt. Der Tatort - es ist kaum zu glauben - liegt mitten im Manas Nationalpark in der indischen Provinz Assam. Wir vom WWF sind schockiert. Das Nashornweibchen hinterlässt ein 15 Tage altes Jungtier. Ohne seine Mutter wird es wohl kaum überleben können.

Dabei sah alles nach einem Happy End aus: Die Nashornkuh war im Jahr 2012 im Rahmen eines Auswilderungsprogramms in den Manas Nationalpark gebracht worden. Noch am 23. März war das Tier mit seinem Baby in eine Fotofalle getappt - und schenkte uns damit dieses schöne Foto. Das freute uns Naturschützer sehr, denn damit gab es Grund zur Hoffnung auf eine Erholung der dortigen Nashornbestände. Dann aber die brutale Attacke! Nach Angaben des WWF ist die Nashornkuh bereits das vierte von insgesamt 18 ausgewilderten Nashörnern, das Wilderern zum Opfer gefallen ist.

"Besonders bitter ist, dass die Nashornkuh extra in den Park überführt wurde, um sie vor Wilderern zu schützen", sagt Jörn Ehlers vom WWF Deutschland. "Doch die bestens organisierten Banden machen nicht einmal mehr vor Nationalparks halt."

In den ersten drei Monaten des Jahres 2013 haben Wilderer bereits 16 Nashörner in der Provinz Assam ermordet - so viele wie nie zuvor. "Die Wildereikrise hat Indien erreicht. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass dieses Jahr einen traurigen Rekord bringen wird", erklärt Jörn. Weil Menschen vor allem in den ost- und südostasiatischen Staaten Nashornprodukte kaufen, steigt die Gefahr für die Dickhäuter rapide an. Der WWF fordert daher ein verstärktes Engagement gegen den verbotenen Handel mit Tierprodukten, wie zum Beispiel die Durchsetzung bestehender Gesetze und abschreckende Strafen für Wilderer.

Wie viel Hoffnung bleibt? In der indischen Provinz Assam leben derzeit noch etwa 2.400 Nashörner. Der WWF wird nicht aufgeben und an allen Fronten dafür kämpfen, dass die Wilderer keine Chance haben!

© Peter Prokosch / WWF; © Jamir Ali / WWF

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Kommentare (15)
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Sortieren nach Aktualität:
17.04.2013
Westernpferdle hat geschrieben:
Grausam:(
10.04.2013
Anne95 hat geschrieben:
Einfach nur grausam :(
10.04.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
10.04.2013
sarah410 hat geschrieben:
echt traurig.... schlimm :((
10.04.2013
Makanie hat geschrieben:
Ich hasse Geschichten, die wie im Traum sind, nur um einen dann wieder brutal in die Wirklichkeit zurück zu holen. Wie etwas wunderschönes und am Ende stirbt es dann...
10.04.2013
Tamina hat geschrieben:
Ein echt schöner Bericht! ;)
09.04.2013
isabella hat geschrieben:
Zum Glück geht es dem Jungtier dann einigermaßen gut:-)
09.04.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Das darf einfach nicht wahr sein!!

Hoffentlich gelingt es, dass Kleine großzuziehen und im Anschluss wieder auszuwildern!
09.04.2013
midori hat geschrieben:
Kleiner Nachtrag: es wird versucht, das Jungtier mit der Hand aufzuziehen und dann wieder auszuwildern!
08.04.2013
Ronja96 hat geschrieben:
Das ist echt schlimm. Und das gerade in einem Nationalpark. Es ist einfach nur schrecklich, was Menschen mit den Tieren nur aus Geldgier machen und immer nur an ihren eigenen Vorteil denken.
08.04.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Das ist einfach nur traurig.
Ich hoffe man bekommt das irgendwann noch einmal in den Griff!!!
08.04.2013
LSternus hat geschrieben:
Gier kennt keine Staatsgrenzen, genauso wenig wie Armut und Elend.
Ich denke, dass man solche Probleme nur zusammen mit anderen lösen kann.
Wenn man die Armut gekämpft, müssen die Menschen die auf das Geld angewiesen sind nicht mehr wildern. Die gierigen Drahtzieher hingegen, wird man wohl durch einen längeren Aufenthalt hinter schwedischen Gardienen zur Vernuft bringen müssen.
08.04.2013
anni95 hat geschrieben:
Oh man, das ist echt bitter. In einem Nationalparks, das geht echt gar nicht. Wo sollen die armen Tiere denn noch hin, wie soll man denen helfen? Das ist echt zum verzweifeln.
08.04.2013
isabella hat geschrieben:
Ich errinere mich noch gut an das Bild mit dem Nashorn was von einem Helikopter an den Beinen in eine "sichere" Zone gebracht wurde.
Nun wissen wir wohl, dass es keine "sichere " Zone mehr gibt oder gar je gegeben hat.
Wie kann man den Tieren helfen?
Den Artikel teile ich bei Facebook, aber mehr kann ich alleine nicht bewirken, da breuchte man ja Massen um das Problem in den Griff zu bekommen:-(
Ich sehe gerade meinem Hund in die Augen und frage mich wie man einem Tier solchen Schmerzen aussetzen kann.
Diese Wilden machen wirklich vor nichts halt.
08.04.2013
Helen1698 hat geschrieben:
*schluchz* Das ist so traurig! Wie kann man nur so .... sein?! Ich hoffe, dass sich da jetzt schnell was tut, um das Problem in den Griff zu bekommen!!!
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