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© Staffan Widstrand / WWF
Wie steht es eigentlich um die Walrosse?


von ArktisKatze
19.06.2016
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Im Schatten der Eisbären?

Dass der Lebensraum Arktis und vor allem die dort lebenden Eisbären durch den stetigen Klimawandel und das Abschmilzen des Packeises gefährdet sind, ist weithin bekannt. 

Dass allerdings ebenso die Walrosse von diesem Wandel negativ betroffen sind, vergessen die meisten. Walrosse sind Außenseiter: Von vielen als hässlich und plump empfunden, rangieren sie auf der Sympathieliste natürlich nicht so weit oben wie die majestätischen Eisbären. Das resultiert auch darin, dass viele Projekte und Hilfsaktionen sowie Spenden ausdrücklich zugute dieser wunderbaren Bären gehen und wenig spezifisch für die ebenso beeindruckenden Walrosse getan wird.

Zugegeben, die Eisbären sind besonders stark und unmittelbar vom Wandel in der Arktis betroffen und benötigen unsere Hilfe. Außerdem wirkt die Arbeit im Klimaschutz auf den gesamten Lebensraum Arktis und hilft letztendlich auch den Walrossen.

Also wie nötig haben eigentlich die Walrosse unsere unmittelbare Hilfe?

Und hier fängt das Problem schon an: Leider ist momentan nur sehr wenig über tatsächliche Populationszahlen und -trends bekannt. Es können nur grobe Schätzungen zu den aktuellen Zahlen gemacht werden. Selbst die IUCN Red List Of Threatened Species (Link unten in den Quellen) muss die schwergewichtigen Meeressäuger daher in die Kategorie "data deficient", also "unzulängliche Datenmenge", einordnen. Das bedeutet, dass keine verlässlichen Prognosen über die Entwicklung der Walrosspopulation gemacht werden können.

Es wird angenommen, dass die Walrosspopulation noch sehr groß ist, jedoch gibt es Anzeichen dafür, dass zwei der drei Unterarten durch das schmelzende Packeis besonders gefährdet sind.

Durch das voranschreitende Verschwinden des Packeises müssen Walrosse längere Strecken im Meer zurücklegen, um geeignete Futterstellen zu finden, denn sie ernähren sich von Schnecken, Krebstieren, Garnelen etc. vom Meeresgrund. Da sie aber nicht sehr tief tauchen können, finden sie ihre Nahrung nur in seichten Regionen. 

Außerdem pflanzen sich Walrosse relativ langsam fort. Walrosskühe gebären erst mit etwa 7-8 Jahren Jungtiere und haben eine Tragzeit von 15 Monaten. Es wird jeweils nur ein einzelnes Jungtier geboren.

Auch die illegale Jagd auf Walrosse ist nach wie vor eine Bedrohung für diese Spezies. Obwohl die meisten Staaten die Jagd schon gesetzlich verboten oder zumindest reglementiert haben, werden viele Tiere wegen der Begehrtheit ihrer Stoßzähne getötet. 

Einige indigene arktische Völker pflegen eine uralte Jagdtradition auf Walrosse und hägen auch heute noch zu großen Teilen von deren Fleisch ab.

Weiterhin wären die allgemeinen Gefahren für den Lebensraum der gigantischen Meeressäuger durch mögliche Öl-Katastrophen erwähnt. Neuerdings war in den Medien sogar von gewissen "Massenpaniken" innerhalb einzelner Walrossgruppen an der Küste Alaskas zu lesen, die durch zu tief fliegende Flugzeuge erzeugt wurden. Die aufgeschreckten Walrosse trampelten dabei Jungtiere zu Tode. Flugbehörden wollen dies in Zukunft verhindern.

Abschließend kann festgestellt werden, dass auf jeden Fall Anzeichen für eine allgemeine Bedrohung für die Walrosse schon alleine durch die Veränderung ihres Lebensraumes vorhanden sind. Mit dem Vorantreiben des Klimaschutzes kann also den Walrossen in jedem Fall auch geholfen werden. Allerdings wäre es wünschenswert, mehr Aufmerksamkeit für die nicht so sehr beachteten Meeressäuger innerhalb der Bevölkerung zu generieren und mehr Projekte zur konkreten Datenerhebung zu organisieren, um Gewissheit über den aktuellen Status der Population und deren Trends zu bekommen. 

 

Quellen: 

http://www.iucnredlist.org/details/15106/0

http://www.defenders.org/walrus/threats

http://www.ktuu.com/content/news/New--383188321.html

http://www.walrus-world.com/walrus-hunting/

 

Das verwendeten Fotos befindet sich in der public domain, gefunden auf https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Noaa-walrus22.jpg und https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Noaa-walrus17.jpg

 

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Kommentare (1)
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25.06.2016
Buchenblatt hat geschrieben:
Danke für die Infos!
Ich selbst empfinde Walrösser gar nicht als lump, sondern finde sie ziemlich liebenswürdig! Unter Wasser bewegen sie sich auch recht elegant. Ich hoffe, dass durch die Eisbärenprojekte auch der Lebensraum der Walrösser so gut wie möglich geschützt wird.
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