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© Staffan Widstrand / WWF
Ölbohrungen in der Arktis


von zeemzee
12.09.2012
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Seit Jahren versuchen Öl- und Gasfirmen wie Shell, Exxon oder Gazprom die Erlaubnis zu erhalten, in der Arktis zu bohren. Zum ersten Mal seit über 20 Jahren erlaubt die US-Regierung Ölbohrungen in der Arktis und hat Anfang September eine solche Genehmigung an den Konzern Shell vergeben. Shell darf nun mit vier Probebohrungen in der arktischen Tschuktschensee und der angrenzenden Beaufortsee beginnen – das ist das Gebiet nördlich von Alaska. Dort werden Vorkommen von 26 Milliarden Barrel Öl und 3,68 Billionen Kubikmeter Erdgas vermutet.

Der WWF ist entsetzt von der Entscheidung der US-Regierung”, sagt Margaret Williams, die Leiterin des WWF Alaska Büros. „Es gibt einfach noch nicht die Technologie, um einen Ölunfall unter den extremen Bedingungen der Arktis effektiv zu bekämpfen. Im arktischen Ozean zu bohren ist ein Spiel mit der Zukunft.“

Experten haben immer wieder betont, dass es bisher keine Möglichkeiten gäbe, eine Ölkatastrophe unter den rauen Bedingungen der Arktis zu beheben. Ein Ölunfall wie bei der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ 2010 im Golf von Mexiko hat ja unter „normalen“ Umständen zu einer Katastrophe geführt! Ein Unfall würde die Zerstörung für das einmalige und empfindliche Ökosystem der Arktis bedeuten. Denn „Regierungen und Konzerne sind noch nicht bereit, in dieser Region zu arbeiten - und effektiv mit Ölteppichen oder anderen Unfällen umzugehen. Weder vom politischen, noch vom technischen oder infrastrukturellen Standpunkt“, erklärt der WWF-Arktisexperte Mikhail Babenko. Mit der Katastrophe von 2010 haben die Staaten um den Golf von Mexiko lange noch nicht abschlossen!

Shell ist hier nicht unschuldig am Zweifel, den viele dem Vorkommen entgegenbringen. In der Vergangenheit geriet Shell immer wieder in verschiedenen Erdregionen bei schweren Ölunfällen in die Kritik. In Nigeria kam es zu zwei massiven Ölunfällen, hervorgerufen durch Öllecks von Shell. Laut eines Berichts des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP könnte es bis zu 30 Jahre dauern und circa eine Milliarde US-Dollar kosten, um die Schäden zu beheben. Bis heute haben die Aufräumarbeiten aber noch nicht einmal begonnen. Bei der Gannet Alpha Plattform vor der schottischen Küste kam es im August 2011 zum schlimmsten Ölunfall der vergangenen zehn Jahre an der Britischen Küste. Und hier Shell informierte die Behörden erst zwei Tage später!

Norwegens Öl-Sicherheits-Behörde hat den Konzern 2012 wegen seiner schlechten Planung bei den Bohrungen vor Norwegens Küste kritisiert. „Die Ereignisse der letzten Zeit lassen uns zweifeln, dass der Konzern in der Lage ist, unter den rauen Bedingungen der Arktis verantwortungsvolle, gut vorbereitete und geregelte Bohrungen durchzuführen,“ stellt WWF-Experte Babenko fest.

Man könnte sogar von einer Leichtsinnigkeit Shells reden. Denn während der Konzern in das verwundbare Ökosystem aufbricht, haben die Konzerne Total und BP ihre Pläne für Bohrungen in der Arktis gestoppt. BP stellte fest, dass ihr Projekt „Liberty“ nicht mehr den neuen Sicherheitsstandards des Konzerns entspricht. Der Ölkonzern Total ist von Bohrungen in eisbedeckten Regionen abgerückt, da die Risiken, falls es zu einer Ölkatastrophe kommt, einfach zu groß sind.

Bilder © Sindre Kinneroed / WWF; Kevin Schafer / WWF; National Geographic Stock / Karen Kasmauski / WWF

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Kommentare (9)
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15.09.2012
PaulaTvD hat geschrieben:
Das ist so verantwortungslos und kann einen wirklich wütend machen!!! Warum sind die Menschen bloß so Provit und geld gierig??? Ich habe vor ein paar Tagen auf so einem Protest Banner von greenpeace einen Spruch gelesen der wirklich der Wahrheit entspricht:
Wäre die Welt eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet!
14.09.2012
Angelina hat geschrieben:
Das ist echt unglaublich, der Arktis sowas anzutun!
Shell sieht jetzt bestimmt schon die super Quelle von Öl vor sich, mit der es wieder super viel Geld verdienen kann, anstatt der Entscheidung von Total und BP zu folgen.
Und wenn dann etwas passiert, haben wir die riesen Katastrophe ..
Scheint so als würden solche rücksichtslosen Konzerne, wie Shell, Scheuklappen tragen, mit denen sie nur den Profit sehen und nicht die Katastrophen links und rechts.
14.09.2012
Viveka hat geschrieben:
Wie kann Shell denn solche Risiken verantworten? Der Mensch kann doch nicht immer nur an den Profit denken!
13.09.2012
cookiefreak hat geschrieben:
ich bin sprachlos und unglaublich wütend! wir machen alles kaputt
13.09.2012
SaveTheWorld. hat geschrieben:
Toller Artikel! Kurz & knackig ;-) Eine Frage hab ich an dich: Wie machst du das mit den Bildern so schön & woher beziehst du sie, ohne irgendwelche Rechte zu verletzen?
13.09.2012
Carina hat geschrieben:
Den Konzern Shell hab ich sowieso schon "gefressen", wie man so schön sagt. Diese Verbrecher. Das macht mich wirklich einfach nur noch wütend.
Vielleicht kann man an dieser Stelle ja noch auf die Petition von Greenpeace aufmerksam machen: http://www.savethearctic.org/
12.09.2012
LSternus hat geschrieben:
Shell hat keinerlei Verantwortung! Es interessiert sich nicht für Umwelt oder Menschenrechte. Wir müssen unbedingt verhindern, dass in Arktis Öl gefördert wird.
12.09.2012
zeemzee hat geschrieben:
Man merkt immer häufiger, dass wir nur hierauf warten: "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann." :(
12.09.2012
Frederieke hat geschrieben:
Ein schöner Bericht und ich bin der Meinung,man sollte auf gar keinen Fall in der Arktis nach Öl bohren !!
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