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© Staffan Widstrand / WWF
Kein guter Tag für Eisbären!!!


von JenniNightnight
10.03.2013
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Schande für die EU!!!

Am Freitag hab ich in der LVZ ( Leipziger Volkszeitung ) ein Artikel über Eisbären gelesen, der mich sehr geschockt hat. Es ging darum, dass ein US-Antrag mit russischer Unterstützung bei der Artenschutzkonferenz von Bangkok keine Mehrheit für einen pottenziellen Schutz vor kommerzielle Jäger bekam. Und wer war Schuld? Die EU, weil sie sich der Stimme enthielt. 

"Es gibt nur noch 25.000 Tiere in 5 Ländern. Und von denen könnten 2/3 durch Eisschmelze und Verlust des Lebensraums in den nächstén 40 Jahren verschwinden" , sagte Sandra Altherr von Pro Wildlife mit Blick auf die Eisbären.

Dazu kommt, dass in Kanada Eisbären gejagt werden dürfen. Pro Jahr landen Felle von rund 400 Tieren auf dem internationalen Markt.

Eigentlich sah es vor der Konferenz ganz gut für die Eisbären aus. Die USA holte sich Russland für einen Antrag ins Boot und auch Deutschland war für ein Handelsverbot. Doch Dänemark blockierte dass EU-Ja, weil sie die Interessen des Eisbärenlandes Grönland vertritt.

Ich finde es echt schlimm, dass es vor allem an der Stimme der EU lag, dass das Verbot nicht verabschiedet werden konnte. Viele sagen zwar, dass das Verbot eh nichts gebracht hätte, weil die größte Bedrohung der Klimawandel wäre. Aber ein Anfang für die Eisbären wäre es auf alle Fälle gewesen.

 

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Kommentare (6)
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09.04.2013
Cinderheart hat geschrieben:
warum haben so viele leute einfach kein herz für diese tiere? wie kann man das übers herz bringen und trotzdem in der nacht ohne schlechtem gewissen schlafen? ich könnte das nicht, mir würden die eisbären viel zu leid tun.
11.03.2013
Madamsel hat geschrieben:
Vielen lieben Dank für die schnelle und umfangreiche Antwort, Marcel!

Wenn man über solche Nachrichten stolpert, dann macht sich häufig eine Verwirrung breit, die nicht selten auf mangelnden Kenntnissen zur genauen Sachlage beruht. Es ist daher sehr wichtig, dass man sich immer die Argumente beider Seiten anhört, um die Überlegungen zu verstehen, die hinter einer solchen Entscheidung stehen. Ansonsten fällt man ein vorschnelles Urteil und das endet dann in einem Shitstorm, oder wie man es nennen mag.

Ich kann deine Argumentation gut nachvollziehen und schätze sie fundierter ein als die Behauptungen, die von Gegenseite kommen.
Und ja, du konntest mir mehr Klarheit verschaffen ;)
11.03.2013
Marcel hat geschrieben:
Dieses Thema zeigt ganz besonders deutlich, wie kompliziert die Welt manchmal ist. Auch für uns Naturschützer. Ich möchte euch gerne versuchen zu erklären, warum der WWF empfohlen hatte, gegen eine Aufnahme von Eisbären in die Schutzliste I zu stimmen. Das wirkt auf den ersten Blick paradox, denn natürlich wollen wir, dass die Eisbären leben können. Aber die Sache ist nicht so einfach, und dass wir dagegen gestimmt haben, hat einen guten Grund.

Die größte Bedrohung für die Eisbären stellt nicht die Jagd und der damit verbundene Handel von Fellen und anderen Teilen dar. Der Klimawandel und der Verlust des Lebensraumes sind vielmehr dafür verantwortlich, dass sich die Eisbären-Populationen verringern. Nun könnte man sagen: O.K., aber trotzdem ist es doch gut, wenn die Eisbären irgendwie durch diese Entscheidung geschützt worden wären.

Tatsächlich ist es aber so: Die Eisbären sind bereits auf dem Anhang II von CITES gelistet. Die Kriterien, die erforderlich sind, um auf Anhang I gelistet zu werden, sind sehr streng und basieren auf wissenschaftlichen Daten. Eine Listung auf dem Anhang I wäre erforderlich wenn: die Population weniger als 5000 Individuen zählt, wenn sich der Lebensraum auf eine sehr kleine Fläche verteilt oder wenn sich die Größe der Population um 70 Prozent verringert bzw. innerhalb von zehn Jahren einen Rückgang von 50 Prozent erwartet wird. Das trifft für die Eisbären nicht zu. Würde man die Eisbären - quasi symbolisch - dennoch auf I listen, dann würden für unterschiedliche Tierarten unterschiedliche Standards gelten. Der Schutz durch CITES wäre nur noch Verhandlungssache, und die wissenschaftliche Grundlage wäre verwässert.

Außerdem: CITES ist ein Abkommen, das den internationalen Handel von Tierprodukten bekämpfen soll - wovon der Eisbär nicht bedroht ist. Hätte man die Einstufung auf I also befürwortet, hätte man den Schutz der Eisbären nicht vorangebracht, denn der Klimawandel und die industrielle Ausbeutung der Arktis könnten weitergehen. Und die Staaten könnten zynischerweise dann sogar sagen: Wir haben doch mit CITES etwas für den Eisbären getan, also müssen wir uns nicht weiter anstrengen. - Und das darf nicht sein.

Ihr müsst euch solche Verhandlungen in etwa wie einen Basar vorstellen. Da gibt es viele Interessensvertreter, die ihren Erfolg suchen, indem sie einer vermeintlich guten Sache zustimmen, um dann auf andere Pflichten verzichten zu dürfen. Nur, weil der Eisbär ein äußerst attraktives und populäres Tier ist, darf die CITES-Konvention nicht verwässert werden. Eine Listung nach Popularität und nicht nach wissenschaftlichen Kriterien würde der gesamten biologischen Vielfalt unseres Planten eher schaden als nutzen.

Mit dem Eisbär sollte abgelenkt werden - dabei sind ganz andere Tierarten vom internationalen Handel bedroht: vor allem Elefanten, Nashörner und Tiger. Für diese Tiere müssen wir uns bei der CITES vorrangig einsetzen.

Wir als WWF wollen den Eisbären vielmehr durch mehr Klimaschutz sowie den Schutz der Arktis helfen. Wir setzen uns dafür ein, dass CO2-Emissionen weltweit gesenkt werden, dass in klimafreundliche Technologie investiert wird und dass die Erderwärmung die 2 Grad-Celsius-Marke nicht überschreitet. Dass sich gerade die US-amerikanische Regierung für den Eisbärenschutz in Bangkok eingesetzt hat, wirkt für viele Umweltschützer geradezu zynisch, nachdem die USA bislang jegliche Klimaziele verweigert haben (u.a. Kyoto-Protokoll).

Ich hoffe, ich konnte euch hiermit eure Verwirrung nehmen. Manchmal ist es leider kompliziert, und die Sache wird erst mit einem zweiten Blick klarer.
11.03.2013
Zerschmetterling hat geschrieben:
Traurig - aber so ein schönes Foto
10.03.2013
Madamsel hat geschrieben:
Ja, davon habe ich auch gehört. Aber wisst ihr, was mich sehr stutzig gemacht hat? Das Stimmen laut werden, der WWF habe ebenfalls gegen das Verbot von Eisbärenfellhandel gestimmt. Lest mal:

"The EU abstained from the vote because of opposition from Denmark, as bears are hunted by the Inuit population of Greenland, which still belongs to Denmark. Germany, the UK, the Netherlands and Belgium were in favour of the ban. Russia was with the USA in calling for a ban to protect its bears from poaching. WWF, normally upfront on bear protection, was opposed to the ban."
http://blogs.dw.de/ice/

Da stelle ich mir die Frage, warum der WWF das getan hat. Ich meine, die Tatsache, dass der Klimawandel die Eisbären stärker bedroht als der Fellhandel kann doch kein Grund sein, gegen dieses Verbot stimmen.

Es wäre schön, wenn mir jemand das erklären könnte.
10.03.2013
Anne95 hat geschrieben:
Das ist wirklich schockierend, die EU hätte mit ihrer Stimme bestimmt etwas bewirken können. Ich glaube schon, dass ein Verbot ein Schritt in die richtige Richtung ist. Die Leute, die dem widersprechen, suchen nur eine Ausrede um sich nicht anstrengen zu müssen. Aber das ist überall so.
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