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© Staffan Widstrand / WWF
Geht das Meer unter?


von Marcel
12.05.2009
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Die Welt hat mal wieder eine neue Umwelt-Konferenz geschenkt bekommen - die wievielte eigentlich?! Jedenfalls gibt’s jetzt eine Welt-Ozeankonferenz. Nicht weniger als 5.000 Regierungsvertreter, Wissenschaftler und Umweltschützer aus mehr als 80 Ländern werden diese Woche im indonesischen Manado miteinander reden und reden und reden. Mit welchem Ergebnis? Naja, man soll ja die Hoffnung nie aufgeben. Der WWF findet: Das ist erstmal eine gute Sache. Dann aber bitte auch handeln!

„Die Meere und ihre Bewohner sind durch die globale Erwärmung akut bedroht“, warnt Regine, die Leiterin unseres Klimaschutz-Teams. Eigentlich paradox, oder? Heißt es nicht immer, durch den Klimawandel steigt der Meeresspiegel, und so ist es eigentlich das Meer, das uns bedroht?! Ein Meter mehr in diesem Jahrhundert, das wäre eine echte Katastrophe. Aber nicht nur für uns Menschen.

altDurch den Klimawandel steigt die Wassertemperatur, und mit dem steigenden CO2-Gehalt versauern die Meere. Beides bedroht Korallenriffe, Wale, Delfine und andere Lebewesen. Für die Vielfalt des Lebens in den Weltmeeren ist das gefährlich. Nehmen wir das Beispiel…

Eisbären: Sie müssen immer länger auf das für sie lebenswichtige Packeis warten, das ihnen im Frühling die Rückkehr über das Meer in ihre Robbenjagdgebiete ermöglicht. Ihre körperliche Kondition lässt nach, die Geburtenrate geht zurück, nur wenige Jungtiere überleben. Sollte der arktische Ozean eines Tages für längere Perioden ganz eisfrei bleiben, müssen die Eisbären der südlichen Arktis verhungern.

altWale: Die höheren Temperaturen und das schmelzende Eis in den Polarregionen verschlechtern die Nahrungssituation vieler großer arktischer und antarktischer Waltiere. Auch der Anstieg von UV-Strahlung führt zu einem Rückgang des Krills, der Kleinkrebse, von denen sich zum Beispiel die Bartenwale ernähren. Darüber hinaus irritiert das wärmere Wasser so manchen Wal bei seinen Wanderungen. Besonders gefährdet sind Grönlandwale, Narwale und Belugas, die das ganze Jahr über in arktischen Gewässern leben.

Mangroven: Weniger Eis, höherer Meeresspiegel. Für die tropischen Küsten ein Desaster: Die indischen Sundarbans zum Beispiel, die ausgedehntesten Mangrovensümpfe der Welt, könnten völlig verschwinden. Küstenlebensräumen und Inselpopulationen wie etwa Tuvalu oder den Seychellen droht der Untergang.

altKorallenriffe: Die größten von Lebewesen geschaffenen Strukturen der Erde halten die steigenden Wassertemperaturen nicht aus. Die farbenprächtigen Riffe bleichen einfach aus. Und dann sterben sie ab – überall auf der Welt. So führten in der Karibik 2005 die wärmsten jemals gemessenen Wassertemperaturen zu einem noch nie gesehenen Korallensterben.

„Es wird wärmer, fertig!“ – So einfach ist das eben nicht! Die Meere sind da nur ein Beispiel von vielen. Euch ist das bestimmt schon oft aufgefallen, in Diskussionen über den Klimawandel: dass das Thema nur auf wenige Dinge reduziert wird – Stürme, Trockenheit, Gletscherschmelze... Was meint ihr? Ist die Dimension des Problems Klimawandel überhaupt bei den Leuten angekommen? Und muss das überhaupt sein, damit alle das Klima schützen?

Bilder:
Ein arktischer Papageientaucher © Sindre Kinnerod / WWF-Canon
Zwei Eisbären, Mutter und Kind, auf Nahrungssuche © David Jenkins / WWF-Canada
Neugieriger Beluga-Wal im Weißen Meer © Andrey Nekrasov / WWF-Canon
Korallen bei Fiji © Cat Holloway / WWF-Canon

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Kommentare (3)
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13.05.2009
Franzi hat geschrieben:
Stimmt genau! Was auch das Problem ist dass viele Menschen schon abstumpfen. Es wird so oft irgendein Untergangsszenario voraussgesagt dass viele die echten Bedrohungen schon gar nicht mehr ernstnehmen. Es ist schwer heute noch zu unterscheiden worum man sich wirklich sorgen machen sollte und was einfach von der Presse übertrieben wird....
12.05.2009
Janine hat geschrieben:
Auch ich denke nicht, dass die Menschen begriffen haben was da eigentlich vor sich geht. Das liegt zum Beispiel daran, dass die Medien vielen Dingen den Untergang voraussagen und Panik verbreiten. Am Ende passiert aber meistens nichts. Das führt zu einem "mitbekommen, aber nicht ernst nehmen". Voraussagen wie "Die Schweinegrippe kommt!" sind oft heiße Luft. Anders ist es beim Klimawandel, wobei hier gerade die heiße Luft das Problem ist. Neulich habe ich mit einem Professor des Max-Planck Instituts für Meteorologie gesprochen. Er erzählte mir, dass wir noch bis zum Jahr 2050 Zeit haben den CO2 Ausstoß um 50% zu reduzieren. Falls wir das nicht schaffen, folgt die globale Veränderung ca.15 Jahre später. Ob unser Planet dann zu Eis erstarrt oder zur flimmernden Füste wird, konnte er mir nicht sagen. Nur eines, sagte er, sei sicher und zwar, dass einer der Fälle eintreten wird. Solange es keinen Aufschrei gibt, nichts Katastrophales passiert, so lang werden auch einige, oder traurigerweise vielleicht sogar die meisten Menschen den Klimawandel entweder als weit entfernt, halb so schlimm oder gar als Lüge und Laune der Umweltschützer sehen. Was wir jetzt brauchen sind keine neune Ölpipelines, oder Abwrack-Prämien. Was wir jetzt brauchen ist eine Zukunft!
12.05.2009
Franzi hat geschrieben:
Nein, ich denke vielen ist noch nicht klar was "Klimawandel" eigentlich wirklich bedeutet. Die ganz naiven denken einfach "Toll, es wird wärmer bei uns!". Aber dass es eigentlich keinen Bereich des Lebens gibt den der Klimawandel nicht betrifft ist vielen denke ich nicht klar. So brutal es auch klingt, ich befürchte viele von diesen Menschen werden erst wirklich aktiv, wenn sie sich akut bedroht oder eingeschränkt fühlen. Aber dann kann es schon zu spät sein. Wir müssen jetzt handeln und die die noch nicht dabei sind überzeugen, sei es auch nur durch argumente wie dass man auch Geld sparen kann indem man etwas für die Umwelt tut, wie z.b benzin-, öl- und Stromkosten sparen.
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