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© Staffan Widstrand / WWF
Dicke Warmduscher


von Carina
13.12.2011
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An kaum einem anderen Ort sind die Folgen des Klimawandels so stark zu spüren wie in der Arktis. Tröpfchen für Tröpfchen verschwinden dort die Gletschermassen. Erst in diesem Sommer ist das arktische Meereis auf die kleinste Fläche zusammengeschmolzen, die jemals gemessen wurde - 4,24 Millionen Quadratkilometer. Und weil sich weniger Eis auf dem Wasser befindet, wird weniger Hitze reflektiert - was die Temperaturen in der Arktis noch weiter steigen lässt.

Zahlreiche Tiere haben darunter zu leiden – zum Beispiel Walrosse und Eisbären. Doch es gibt mindestens eine Art, die davon zu profitieren scheint. Forscher haben festgestellt, dass sich Grönlandwale über wärmeres Wasser freuen könnten. Dadurch können sie nämlich länger in den Polarregionen bleiben. Verschiedene Populationen, die seit Jahrhunderten isoliert vor Alaska und vor Grönland lebten, könnten nun wieder die Arktis durchqueren.

Trotzdem dürfte das kein besonders fröhliches Wiedersehen werden. Denn auch für die Grönlandwale überwiegen die Nachteile des Klimawandels. Dazu gehören die Übersäuerung des Meerwassers und der Rückgang von Krill, ihrer Hauptnahrungsquelle. Außerdem eröffnen sich durch den Rückgang des Eises viele neue Schifffahrtswege, was für die Meeressäuger mehr Lärm und Stress bedeutet. Und zu guter Letzt kann man nicht genau sagen, wie sich die Veränderung ihrer Wandergewohnheiten auf die Tiere auswirken wird.

„Das Klima verändert sich so schnell, dass wir nicht voraussagen können, ob die Meeressäuger damit zurechtkommen werden. Im Moment gehen wir davon aus, dass viele Walbestände sehr sensibel auf die Veränderungen reagieren werden“, sagt WWF-Walexperte Volker Homes.

Letztendlich tun wir also selbst den Grönlandwalen keinen Gefallen, wenn das Wasser wärmer wird. Auch wenn sich die dicken Warmduscher vielleicht kurzweilig über etwas mehr Badewassertemperatur freuen würden...

Quellen:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,801250,00.html
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,785356,00.html
http://www.wwf.de/presse/details/news/klimawandel_die_qual_der_wale/
http://www.wwf.de/themen/artenschutz/bedrohte-tiere-und-pflanzen/was-wale-bedroht/wale-lebensraumverlust-klimaveraenderungen/

Bilder:
© WWF-Canon / Diego M. Garces
http://www.wwf.de/presse/details/news/klima_wandelt_sich_schneller/

 

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Kommentare (3)
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Sortieren nach Aktualität:
24.01.2012
Joslinde hat geschrieben:
Ist zwar schön für die Grönlandwale in wärmerem Wasser sein zu können.... aber früher und ohne Klimaerwärmung ging es ihnen genausogut... wenn nicht besser

Aber mal wieder ein genialer Bericht =)
15.12.2011
Janine hat geschrieben:
Hmm.. das klingt vielleicht erstmal gut, dass die Grönlandwale ein größeres Gebiet besiedeln könnten. Gleichzeitig dringen sie aber so in Regionen vor, in denen sie durch ihre Anwesenheit Schaden anrichten könnten, oder? Sie wären ja dann quasi invasiv und schaden so evtl. der Fauna und Flora der eigentlich Wal-freien Gebiete. Zumindest wäre das ein weitere Punkt auf der Negativ-Skala..
13.12.2011
MarcelB hat geschrieben:
Uii, hab schon gestutzt, als im Mittelteil kam das ein paar Arten doch vom Klimawandel profitieren...aber du hast das ja am Ende richtig gut zusammenfassend dargestellt. Mich erinnert das Statement von Volker Homes an die Gentechnik-Debatte. Alles sieht immer von Außen schön aus, aber solange die Folgen noch nicht abzuschätzen sind sollte man erstmal die Finger von lassen. Am Anfang der Röntgenstrahlung wusste man auch wie gefährlich sie ist. Heute lachen wir drüber. Aber im Endeffekt hat sich an der Naivität der Menschheit nichts geändert.
Was auch wieder völlig ökonomisch im Hinterkopf bedacht ist ist, dass beim Abschmelzen der Pole Ölfelder freigelegt werden. Anstatt sich um den Erhalt der Pole zu kümmern wird zwischen den beteiligten Ländern um die Besitzansprüche diskutiert, richtig dumm....
Danke für den Artikel, Carina...sehr schön! :)
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