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© Elma Okic / WWF-Canon
Inspektor Bär! Jede Menge Trubel um M13


von Marcel
03.05.2012
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Unglaublich! M13, der Braunbär, der seit Anfang April im Dreiländereck zwischen Tirol, Südtirol und Engadin umherstreift, ist nun ein echter Held. Am 25. April half er der Österreicher Polizei dabei, einem Mordfall auf die Spur zu kommen. Nur ein paar Tage später kollidierte er mit einem Zug, trug aber lediglich ein paar Prellungen davon.

Besser hätte man es für einen Film nicht schreiben können, und nun trägt M13 schon den Spitznamen "Inspektor Bär" - doch was ist genau passiert? Nachmittags, am 25. April, hat M13 bei seinen Streifzügen im Tiroler Grenzgebiet bei Spiss im österreichischen Kreis Landeck einen Baum umgeschubst. Dieser fiel ausgerechnet auf ein Stromkabel und verursachte einen Brand. Die alarmierten Behörden stießen bei den Löscharbeiten auf einen skurrilen Fund: eine männliche Leiche, laut der Nachrichtenagentur APA nur mit einer Unterhose bekleidet.

Dass M13 an diesem Verbrechen beteiligt sein könnte, schließen die Beamten aus. Den richtigen Mörder wird man nun natürlich suchen müssen. Der Mann sei eindeutig Opfer eines Gewaltverbrechens, sagte Walter Rupp vom Landeskriminalamt Tirol der Nachrichtenagentur dpa am Freitag: "Für den Bären gilt die Unschuldsvermutung".

M13 gönnte sich nach dem ganzen Trubel nur ein paar ruhige Tage, bevor er wieder für Schlagzeilen sorgte: Am 30. April um 21.40 Uhr meldete der Lokführer der Rhätischen Bahn, dass es einen Zwischenfall mit „einem größeren Tier“ gegeben habe. Den Unfall habe der Bär allerdings recht unbeschadet überstanden, wie die schweizerische Tageszeitung "20min" schreibt. "M13 lebt und bewegt sich. Am Zug sind keine Spuren eines Bären festgestellt worden", sagte Mario Cavigelli, Regierungsrat Graubünden, bei einem Gespräch mit Schweizer Medienvertretern.

Die Verletzungen von M13 seien nicht sehr schwerwiegend, bestätigte auch der Bündner Jagdinspektor Georg Brosi gegenüber "20min". Demnach trage M13 lediglich ein paar Prellungen von dem Unfall davon und streift weiterhin durch Graubünden.

Ein neuer Braunbär in Graubünden gesichtet! Die Zeitung "Südostschweiz.ch" berichtet unterdessen von einem neuen Bären - dem insgesamt sechsten innerhalb von sieben Jahren - der nach Graubünden eingewandert ist. Bei dem Bären handele es sich zweifelsfrei nicht um M13 oder um einen direkten Verwandten von ihm. Er wurde Ende April am Ofenpass zwischen Zernez und Sta. Maria gesehen.

Dass diese Wanderungen der Braunbären durchaus gefährlich für die großen Beutegreifer sein können, zeigt neben dem Unfall von M13 mit dem Zug auch das Schicksal seines Bruders. M14 wurde am 23. April auf der Brenner Autobahn bei Klausen (Italien) in Südtirol von einem Mercedes angefahren und getötet.

Bei den beiden Bären handelt es sich um Jungtiere aus dem Trentino. Altersgerecht zeigte sich vor allem M13 sehr neugierig und erkundete seine Umgebung. Dabei kam er auch Dörfern zu nahe. Er hat vereinzelt Bienenstöcke ausgeraubt und eine Ziege gerissen.
Der Bär M13 wurde besendert und soll nun "vergrämt" werden.

Der Wildhut des Kantons Graubünden war es in der Nacht auf den 12. April gelungen, den Bären M13 zu betäuben und mit einem Sender auszustatten. Damit lässt sich nun besser verfolgen, wie sich der Bär verhält. Man will ihn nun umerziehen und gezielt vergrämen. Das heißt M13 wird mit so genannter Bärenmunition beschossen, damit er den Siedlungen nicht zu nahe kommt. Gleichzeitig haben die Behörden die Bewohner der betroffenen Dörfer dazu aufgerufen, keine Siedlungsabfälle liegen zu lassen und Futter für den Bären unerreichbar aufzubewahren.

M13 - woher kommt der Name? M13 ist wie JJ2 und JJ3 ein Nachkomme aus dem "Life Ursus"-Projekt, welches das Ziel hatte, die letzten Alpenbären zu retten. Dazu wurden zwischen 1999 und 2002 insgesamt zehn Bären aus Slowenien in den Naturpark Adamello-Brenta überführt und mit den drei Bären vor Ort zusammengeführt. Mittlerweile hat sich eine Population von 30 Bären entwickelt. Diese sind gesund und auch genetisch noch nicht verarmt, erklärt Joanna Schoenenberger, Grossraubtier-Expertin beim WWF Schweiz.

Zunächst gaben die Artenschützer den Bären Namen, in der zweiten Generation erhielten sie Buchstaben zur Identifikation. JJ1 war der erste Nachkomme der Bärin Jurka und dem Männchen Joze, JJ3 folglich das dritte Jungtier. In der nächsten Generation hatten die Bären logischerweise vier Buchstaben, und später hätten sie gar sechs und acht Buchstaben erhalten müssen. Daher wurden die Bezeichnungen weiter vereinfacht: M steht dabei für Männchen und die Zahl wiederum dafür, dass es sich um das 13. Jungtier in dieser Generation seit der Namens-Umstellung handelt.

Der WWF engagiert sich seit über 20 Jahre für die Rückkehr der Braunbären im alpinen Raum. Im Jahr 1989 gelang es dem WWF zum ersten Mal einen Bären in Österreich auszuwildern. Dabei handelte es sich um eine dreieinhalb Jahre alte Bärin namens "Mira". Sie wurde erst in Kroatien eingefangen und dann in Niederösterreich wieder in die Natur freigelassen. Dort lebte bereits der "Ötscherbär", der von selbst aus Slowenien eingewandert war. Die WWF-Initiative zum Bärenschutz beinhaltet vor allem Folgendes:

* Durch die Besenderung von Bären sammeln wir Daten.

* Wir kümmern uns um eine verstärkte Aufklärungsarbeit.

* Wir versuchen die Jägerschaft zu überzeugen, Bären einwandern zu lassen.

* Wir unterstützen die strafrechtliche Verfolgung von Tötungsdelikten.

Fotos: © Wild Wonders of Europe / Staffan Widstrand / WWF

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Kommentare (22)
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29.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Super, gleich so tolle Erfahrungen gemacht, das ist ein guter Anfang, gegen die Angst.
11.05.2012
Frieda hat geschrieben:
Gute Sache!! :)
06.05.2012
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Herrlich *grins*
05.05.2012
Puma hat geschrieben:
Die Namen sind dämlich,aber das es gelingt,Bären wieder anzusiedeln,ist klasse!!
05.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
04.05.2012
Juliaaa hat geschrieben:
Hahaha, klasse Bär! :-)
04.05.2012
LSternus hat geschrieben:
Nicht schlecht :) ,
so was hab ich auch noch nicht gehört.
04.05.2012
WolfSchlucht hat geschrieben:
Toller bericht aber ich finde mann sollte nicht so viel aufruhr wegen dem Bären machen lassen wir sie doch lieber in ruhe leben!!!
04.05.2012
WolfSchlucht hat geschrieben:
Süß und traurig! Aber ein Klassekommissar!!!
04.05.2012
Taki hat geschrieben:
Klasse Komissar Zufall
03.05.2012
Nivis hat geschrieben:
Das erinnert mich total an diese Serie http://www.youtube.com/watch?v=e-JHfXVlkik
Dieser SOng lief die ganze Zeit in meinem inneren Ohr, als ich den Bericht gelesen habe!
Hoffentlich wird M13 noch lange Zeit weiter umhertappsen und und mit weniger aufregenden Neuigkeiten begsitern :)
03.05.2012
Anne95 hat geschrieben:
Cooler Bär :-)
Da sieht man wieder mal, was für tolle Freunde die Tiere doch für uns sind und das wir weder Angst vor ihnen haben brauchen, noch sie sinnlos abknallen müssen. :-)
03.05.2012
Punky hat geschrieben:
Das is ja krass! Echt ein cooler Bericht! :)
03.05.2012
Viveka hat geschrieben:
Hört sich interessant an. Ich hoffe nur, dass der Bär am leben gelassen wird und nicht wie bei dem Wolf durch einen "Jagdunfall" getötet wird!
03.05.2012
Franzichen hat geschrieben:
armer M14 :(

aber M13 ist echt cool !!
03.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
03.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
03.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
03.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
03.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
03.05.2012
Zerschmetterling hat geschrieben:
Interessante Informationen, danke.

Das mit dem angefahrenen Bär ist zwar eine dumme Sache, aber es gibt ja auch ebenso blöde Zusammenstöße mit Wild (Reh, Hirsch ..).

Ansonsten finde ich, dass es am Schönsten wäre, wenn man sich mit solchen Nachbarn anfreunden kann und einen guten Weg findet, nebeneinander in Frieden leben zu können.
Möglich ist das ja.

Peace
03.05.2012
cookiefreak hat geschrieben:
interessante Geschichte ;)
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