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Howard Buffett / WWF-US

Naturschutzgebiete, Forschung und Entwicklungshilfe - die Erfolge des WWF

© Susan Wells / WWF-Canon

Seit Jahrzehnten ist der WWF in zahlreichen afrikanischen Staaten aktiv und unterstützt vor allem den Ausbau und die Instandhaltung mehrerer Schutzgebiete. Dabei wird sowohl in weiten Savannen als auch in dichten Regenwaldgebieten intensive Forschungs- und Überwachungsarbeit und zugleich effektive Entwicklungshilfe geleistet. Denn die Naturschutzarbeit kommt in der Regel auch den dort lebenden Menschen zugute. Trotz zumeist schwieriger politischer und gesellschaftlicher Probleme gibt es handfeste Erfolge.

Trotz vieler Probleme gibt es viele Erfolge:

KaZa:

Das zweitgrößte Landschutzgebiet der Erde
© Martin Harvey / WWF-Canon

Rund 444.000 Quadratkilometer afrikanische Savanne - das ist deutlich mehr als die Fläche Deutschlands - haben die fünf Staaten Angola, Botswana, Sambia, Namibia und Simbabwe im August 2011 grenzüberschreitend unter Schutz gestellt. Es ist ein gewaltiges Stück Natur, benannt nach dem beiden großen Flüssen Kavango und Sambesi, englisch abgekürzt KaZa.

Die Einrichtung dieses einzigartigen Schutzgebietes war ein Mammutprojekt - oder besser Elefantenprojekt. Denn für den Erhalt des Afrikanischen Savannenelefanten ist das 2011 eingerichtete Territorium von besonderer Bedeutung. Rund 300.000 der Tiere leben in KaZa, doch fast alle auf einem Fleck: 135.000 sind es in Botswana, nur 800 in Angola. In Botswana leidet die Artenvielfalt unter dem massiven Appetit der Elefanten. Die Wanderkorridore sollen hier Abhilfe schaffen und den Lebensraum der Elefanten wie auch vieler anderer Tiere erweitern.

Zugleich bekommen die Gemeinden vom Staat die Rechte und Pflichten für ihr Land mitsamt Wäldern und Wildtieren übertragen. So können sie zum ersten Mal von der intakten Natur profitieren: Sie dürfen in so genannten Conservancies, Gemeindeschutzgebieten, legal bestimmte Arten für den Eigenbedarf jagen und sind zum Beispiel am Umsatz von Fotosafaris auf ihrem Land beteiligt. So ist der Elefant lebendig mehr wert, als wenn er wegen seines Elfenbeines gewildert wird. Zugleich lernen die Bauern, die Dickhäuter unblutig von ihren Feldern fern zu halten - zum Beispiel durch Elektrozäune oder Chili-Stinkbomben. Und sie werden entschädigt, falls es einmal nicht klappt. Was mit dem erwirtschafteten Einkommen aus ihrer Natur geschieht, bestimmt die Gemeinde selbst.

Der WWF hilft dabei, diese Gemeindeschutzgebiete einzurichten und nachhaltig zu nutzen, damit diese dann als Korridore fungieren und staatliche Schutzgebiete verbinden. Das Besondere an KaZa ist, dass es Naturschutz mit Armutsbekämpfung verbinden kann. Dies ist eine historische Chance für die Natur und die Menschen Afrikas. Als Faustregel gilt: Sieben Touristen sichern einen Arbeitsplatz, durch den wiederum bis zu 15 Personen ernährt werden können. Durch die Förderung von schonendem Ökotourismus lassen sich dort außerdem fortschrittliche Maßnahmen zur Bekämpfung von Wilderei finanzieren!

Mara-Fluss:

Wasser für die Serengeti
© Kate Holt / WWK-UK

Durch die ostafrikanischen Staaten Kenia und Tansania fließt der 395 Kilometer lange Mara-Fluss. Er ist nicht lang, aber ökologisch bedeutend. Der Mara ist der einzige Fluss im Serengeti-Ökosystem, der auch zur Trockenzeit Wasser führt. Ohne ihn gäbe es für mehr als zwei Millionen wandernde Gnus, Gazellen und Zebras kein Überleben. Denn die begeben sich Jahr für Jahr auf die größte Tierwanderung der Erde, um frisches Wasser und Gras zu finden.

Doch seit den siebziger Jahren ist sein Wasservolumen um 60 Prozent zurückgegangen - und die Wasserqualität hat sich verschlechtert. Ursache dafür ist zum einen die massive Abholzung des Mau-Waldes im Quellgebiet des Mara, weil die Menschen dort immer mehr neue Felder anlegen und das Holz als Energiequelle verwenden. Auch zweigen Großfarmen Flusswasser ab, sobald der Mara-Fluss die Ebene erreicht. Sie bewässern damit die riesigen, einstigen Weideflächen des Masai-Volkes, die sie in Ackerland umgewandelt haben.

Der WWF hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, eine Zerstörung dieses bemerkenswerten Ökosystems mit allen Mitteln zu verhindern. Die Umweltstiftung entwickelt deshalb zusammen mit den dort arbeitenden Menschen Konzepte für einen nachhaltigen Umgang mit regionalen Rohstoffen. Als besonders effizient gilt zum Beispiel der Anbau von Tee, denn die kleinen Plantagen schaffen Arbeitsplätze und mindern den Druck, weiteren Wald für landwirtschaftliche Flächen zu roden. Zugleich dienen die dichten Pflanzungen, die in den Hochlagen auf 2.300 bis 2.700 Meter hervorragend gedeihen, als Schutz vor Erosion. Das Interesse der Bauern am Teeanbau ist daher groß.

Mit allen Gruppen von Wassernutzern, von Kleinbauern über Hotelbetreiber bis zu Großfarmern, wurde zudem eine Vereinigung der Wassernutzer gegründet, der heute 1.000 Mitglieder aus dem gesamten Einzugsgebiet angehören. Sie soll helfen, einen dauerhaften Zugang zu ausreichend sauberem Trinkwasser für Mensch und Tier zu sichern.

Kongobecken:

Vom Naturschutz profitieren alle
© naturepl.com / Fiona Rogers /WWF-Canon

Seit Jahrzehnten engagiert sich der WWF in Afrikas riesigem Tropengürtel für den Erhalt wertvoller Naturfläche und den Schutz von Elefant, Gorilla und anderen Tierarten. In Kooperation mit den Regierungen zentralafrikanischer Staaten konnten vor allem in den 1990er Jahren mehrere neue Reservate eingerichtet werden, besonders bekannt ist das Dzanga-Sangha-Schutzgebiet im Süden der Zentralafrikanischen Republik (ZAR), das durch die maßgebliche Unterstützung des WWF 1990 eröffnet wurde. Dort half der WWF, eine etwa doppelt so große Fläche wie das Saarland vor Abholzung und Wilderei zu bewahren.

Auf Initiative des WWF vereinbarten außerdem die Forstminister der ZAR, Kameruns und der Republik Kongo, ihre drei benachbarten Schutzgebiete Dzanga-Ndoki, Lobéke und Nouabalé Ndoki von der Gesamtgröße Belgiens gemeinsam zu verwalten - als trinationales Sangha-Schutzgebiet (TNS). Seither können Wilderer über die Grenzen hinweg verfolgt und Kontrollen gegen illegalen Holzeinschlag gemeinsam durchgeführt werden. Aufgrund der erfolgreichen Schutzbemühungen wurde das "Trinational de la Sangha" 2012 UNESCO-Weltnaturerbe. Ausgebildete Patrouillen schützen erfolgreich das ausgedehnte Reservat.

Davon profitieren unter anderem Flachlandgorillas, Schimpansen und Waldelefanten. Mehr Schutz für die Natur bedeutet auch mehr Lebensqualität für die Menschen der Region. Der WWF stellt ihnen kostenlos Maniok-Pflanzen für den Anbau zur Verfügung und unterstützt sie bei der nachhaltigen Viehzucht. Das erhöht die Erträge in der Landwirtschaft und kommt zugleich dem Wald zugute, da weniger Fläche für neue Felder gerodet und weniger Wildtiere gejagt werden. Neu gebaute Brunnen sorgen für sauberes Trinkwasser.

Die BaAka-Pygmäen wiederum halfen dem WWF, im Dzanga-Nationalpark Gorillagruppen an die Anwesenheit von Ökotouristen zu gewöhnen. Das schafft Einkommen und Arbeitsplätze. Heute profitieren alle Menschen der Region von den Erfolgen des Naturschutzes in Dzanga-Sangha. Ein Drittel der gesamten Bevölkerung dort - das sind Tausende von Menschen - erzielt ein regelmäßiges Einkommen aus dem Ökotourismus und anderen Projektaktivitäten.

Aktuell:

Gewalt gegen Menschen und Elefanten!
© naturepl.com / Bruce Davidson / WWF-Canon

Nach dem Putsch in der Zentralafrikanischen Republik im März 2013 kam es im ganzen Land zu massiven Plünderungen, Kämpfen und Menschenrechtsverletzungen. Zudem nahm die ohnehin grassierende Wilderei unter den neuen Machthabern furchtbare Ausmaße an: Im Mai töteten Rebellentruppen mindestens 26 Elefanten mitten im Weltnaturerbe Dzanga-Sangha. Kurz zuvor mussten ausländische WWF-Mitarbeiter wegen Kidnapping-Gefahr evakuiert werden.

Inzwischen, so schreibt WWF-Experte Johannes Kirchgatter, hat sich die Lage wieder etwas beruhigt. Auf Druck des WWF wurde mit dem Forstministerium und der neuen Seleka-Regierung eine 60 Mann starke Truppe in das Projektgebiet entsandt, die gemeinsam mit den EcoGuards vor Ort Ruhe und Ordnung wiederherstellte. Damit sind nun hoffentlich genügend Ordnungskräfte vor Ort, um die brutalen und schwerbewaffneten Wildererbanden fernzuhalten. Außerdem wurden Dutzende von Waffen beschlagnahmt.

Doch die Lage bleibt unsicher. Der WWF muss auf alles vorbereitet sein, um in Krisensituationen schnell reagieren zu können - oder aber hoffentlich bald mit dem Wiederaufbau der Büros und Werkstätten beginnen, wenn die Lage sich weiter stabilisiert. Wir setzen uns daher bei der Rebellenregierung und der Weltgemeinschaft weiter mit aller Kraft dafür ein, dass die Gewalt gegen Menschen und Tiere beendet wird.

Zugleich bleibt der WWF innerhalb des trinationalen Sangha-Schutzgebietes auch in Kamerun (Lobéke-Nationalpark) weiter für die Waldelefanten aktiv - genauso wie in den Nationalparks des ebenfalls trinationalen Tridom-Gebietes (Republik Kongo, Kamerun, Gabun) und Salonga (Demokratische Republik Kongo).

Madagaskar:

Schützen lernen!
© Edward Parker / WWF-Canon

Das Inselparadies vor Ostafrika ist eine WWF-Projektregion erster Stunde. Die extreme Bedrohung durch rücksichtslose Rodungen wird dort bis heute mit den verschiedensten Maßnahmen bekämpft. So wurde im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Waldflächen lokalen Völkergruppen zugesprochen, die vom WWF mit nachhaltigen Bewirtschaftungsmethoden vertraut gemacht wurden.

So bekommen Gemeinden die Nutzungsrechte an Waldgebieten übereignet, wenn sie sich zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung verpflichten. Wie sie funktioniert, lernen sie in Schulungen - welche Bäume wann und wie geschlagen werden können, wie sie Bodenerosion vermeiden und naturnah düngen, um höhere Erträge zu erzielen. Mit großem Erfolg wurden Öfen eingeführt, die mit Sägespäne-Lehm-Ballen beheizt werden können.

Die Gesamtfläche der madagassischen Schutzgebiete hat immer weiter zugenommen, sodass heute ganze zwei Drittel der Insel-Waldfläche unter gesetzlichem Schutz stehen. Dauerhaft finanziert werden sollen die Schutzgebiete über einen Umweltfonds, an dessen Einrichtung sich der WWF gemeinsam mit der KfW Entwicklungsbank, der Weltbank und anderen Partnern beteiligt hat. Aus diesem Geldtopf können die laufenden Betriebs- und Unterhaltkosten der Schutzgebiete bezahlt werden. So verbessern sich auch die Überlebenschancen der bedrohten Lemuren, von den Einheimischen ehrfürchtig als "Waldgeister" bezeichnet.

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