Alles dabei!


Durch die trockene Wüste


zum dichten Dschungel


© naturepl.com / Anup Shah / WWF-Canon

Im Reich von Löwen, Elefanten und Gorillas

© Martin Harvey / WWF-Canon

Afrika ist der zweitgrößte Kontinent und extrem vielfältig. Im Norden durchstreifen Dromedare die riesige, glühendheiße Sahara-Wüste. In Zentralafrika bewohnen unsere nahen Verwandten, die Schimpansen und Gorillas, dichte Regenwälder. Der größte Teil Afrikas ist von Savannen geprägt, deren einzigartige Tierwelt von wachsamen Erdmännchen über meist schlafende Löwen bis hin zu riesigen Giraffen und Elefanten reicht!

Vielfältige Landschaft

Die Savanne

Der Kreislauf des Lebens
© Deborah Gainer / WWF-US

Die Savanne ist eine tropische Graslandschaft mit wenigen Bäumen, die sich nördlich und südlich des Äquators an die Regenwälder anschließen und dann in Wüsten übergehen. Der Wechsel von Regen- und Trockenzeit bestimmt das Wachstum. In der Trockenzeit müssen ihre Bewohner extreme Temperaturen ertragen und mit knappen Nahrungsmitteln auskommen - Pflanzen verdorren, Flüsse trocknen zum Teil ganz aus. Doch sobald die Regenzeit anbricht, bringt das Wasser wieder Leben in die weite Landschaft, die Pflanzen sprießen frisch und grün und die Tiere können sich so richtig satt fressen.

So lange warten einige große Tierarten nicht und machen sich jedes Jahr auf zu einer großen Wanderung, um nicht zu verdursten oder zu verhungern. 1,2 Millionen Gnus sind jedes Jahr in Ostafrika auf einem 500 Kilometer langen Rundkurs von der Serengeti-Steppe im Süden zur Savanne der Masai-Mara im Norden und zurück unterwegs. Ihnen folgen 400.000 Thomson-Gazellen und mehr als 250.000 Zebras. Sie alle ziehen das ganze Jahr auf der Suche nach frischem Wasser und Gras durch Steppe, Buschland und Wälder.

Die Regenzeit verbringen sie am Ngorongoro-Krater in Tansania. Von dort ziehen sie ab Juni Richtung Viktoriasee und im August weiter nach Norden zum Mara-Fluss. Er ist der einzige Fluss in der Serengeti, der das ganze Jahr über Wasser führt. Der WWF hilft gerade dabei, dass die Menschen für Bewässerungen nicht mehr so viel Wasser aus diesem Fluss abzweigen, damit die Tiere nicht verdursten.

© naturepl.com / Anup Shah / WWF-Canon

An die Fersen von Gnu und Co. heften sich Löwen - die einzige Raubkatzenart, die in geselligen Rudeln lebt. Bei ihnen jagen vor allem die Weibchen, die neben Huftieren auch mal ein Warzenschwein verspeisen. Kleine schnelle Gazellen wiederum fallen häufiger dem auf kurzen Strecken noch schnelleren Geparden zum Opfer.

Nahezu unantastbar für alle Raubtiere sind hingegen Afrikanische Elefanten, die größten aller Landsäugetiere, die in Familienverbänden durch die weite Landschaft ziehen.

An Schlammlöchern dösen die ebenfalls kolossalen einzelgängerischen Nashörner fast den ganzen Tag und lassen sich von kleinen Vogelarten die Parasiten aus der Haut picken lassen. An Wasserstellen tummeln sich neben Antilopen, gewaltigen Flamingokolonien und Flusspferden auch lauernde Krokodile. An Akazienbäumen weiden Giraffen mit ihren langen blauen Zungen ihre Lieblingsblätter ab, während Webervogelkolonien in den Baumkronen riesige Nester bauen und Leoparden sich nach der Jagd in die Baumwipfel zurückziehen, um in Ruhe ihre Beute zu fressen!

Schon seit langem interessiert sich die westliche Welt für die Savanne. Im 19. Jahrhundert etablierte sich vor allem bei reichen Briten und Amerikanern das Hobby, in Kenia und anderen ostafrikanischen Ländern auf Trophäenjagd zu gehen. Einige Savannenbewohner wie die Breitmaul- und Spitzmaulnashörner oder die Savannen-Elefanten brachte diese Freizeitbeschäftigung an den Rand der Ausrottung. In den vergangenen drei Jahrzehnten haben sich die Bestände der afrikanischen Nashörner und Elefanten auch dank der Arbeit des WWF wieder deutlich erholt. Doch der aktuell enorme Anstieg der Wilderei gefährdet diese Erfolge. Grund genug für die Umweltstiftung, mit einer weltweiten Kampagne ihre Schutzmaßnahmen nochmals deutlich zu verstärken.

Hier geht's zur Wildereikampagne

Von wegen „Grüne Hölle"!

Die paradiesische Vielfalt des Regenwaldes
© Connie Bransilver / WWF-US

Im Herzen des Kontinentes entlang des Äquators erstreckt sich in Afrika der feuchte tropische Regenwald. Das so genannte Kongobecken ist nach Amazonien das zweitgrößte Urwaldgebiet der Welt. In dessen Dickicht verborgen leben einige der faszinierendsten Tierarten unserer Erde.

Zu den bekannten Dschungelbewohnern gehören sicherlich unsere Vettern, die experimentierfreudigen Schimpansen und friedliebenden Gorillas. Weniger bekannt ist hingegen das scheue Okapi - ein Geschöpf, das erst Anfang des 20. Jahrhunderts im Kongo-Regenwald entdeckt wurde und das wie eine wilde Mischung aus Zebra, Giraffe und Antilope aussieht. Tatsächlich ist es eine Art Waldgiraffe. Mit ihnen gemeinsam haben sie zum Beispiel die bis zu 35 Zentimeter lange bläuliche Zunge, mit der sie sich sogar das Gesicht abwischen können.

© naturepl.com / Jabruson / WWF-Canon

Während das Okapi so verborgen im Wald lebt, dass man seine Lebensweise bisher nur bruchstückhaft erforschen konnte, machen andere Regenwaldbewohner, wie zum Beispiel die geselligen Mantelaffen, durch lautes Brüllen stets den gesamten Dschungel auf sich aufmerksam. Ergänzt wird diese Geräuschkulisse unter anderem durch die schrillen Rufe riesiger Papageienkolonien! Nachts hingegen flattern vor allem große Schwärme von Fledermäusen und Flughunden durchs tropische Geäst, während Raubkatzen sich lautlos an ihre Beute anschleichen - der afrikanische Dschungel schläft nie!

Madagaskar

Eine Welt für sich
Affenbrotbaum © John E. Newby / WWF-Canon

Die viertgrößte Insel der Welt kann man fast schon als Kontinent bezeichnen, so viele einzigartige Lebewesen gibt es dort. Der Grund: Madagaskar hat sich bereits vor rund 150 Millionen Jahren von Afrika und vor 90 Millionen Jahren vom indischen Subkontinent getrennt. So konnten sich auf der Insel viele altertümliche Tier- und Pflanzenformen ungestört erhalten und zu Arten entwickeln, die sonst nirgendwo auf der Welt vorkommen. Allein 90 Prozent der 12.000 Blütenpflanzen Madagaskars gibt es nirgendwo sonst auf der Welt, sind daher endemisch. Bis heute ist die einzigartige Tier- und Pflanzenvielfalt Madagaskars nicht vollständig erforscht, weshalb es dort immer wieder zu faszinierenden neuen Entdeckungen kommt: Allein zwischen 1999 und 2010 waren es 615 neue Tier- und Pflanzenarten!

Besonders bekannt ist Madagaskar für seine große Vielfalt an Chamäleon-Echsen. Sowohl die kleinste als auch die größte Art der beeindruckenden Farbwandler sind nur hier zu finden. Statt gewöhnlicher Affen leben auf Madagaskar vermutlich bis zu 100 verschiedene Arten von langschnäuzigen Lemuren, die ältesten noch lebenden Vertreter der Primaten. Am bekanntesten, nicht zuletzt durch die Animationsfilmreihe "Madagascar", sind der Katta mit Ringelschwanz und das Fingertier oder Aye-Aye.

Die schleichkatzenähnlichen Fossas sind mit bis zu 80 Zentimeter Körperlänge die größten Raubtiere Madagaskars. Die schlanken, dunkelbraunen Geschöpfe mit lang gestreckter Schnauze können mit flinken Jagdtechniken geschickt unvorsichtige Lemuren erbeuten.

Die noch verbliebenen Regenwälder Madagaskars sind zudem voller Urwaldriesen wie den Baobabbäumen und exotischen Vogelarten, von denen ebenfalls viele nur auf dieser Insel und nirgendwo sonst auf der Erde zu entdecken sind. Madagaskar ist eine Welt für sich!

Fossa © Oliver Langrand / WWF

Außergewöhnliche Tierwelt

Von Dickhäutern und Dickköpfen

Nashörner der Savannen

Zwei verschiedene Arten von Nashörnern durchstreifen die Savannen Süd- und Ostafrikas. Auf den ersten Blick sehen sie ziemlich ähnlich aus, doch einen ganz entscheidenden Unterschied findest du schnell, wenn du dir das Maul der Tiere vor Augen hältst!

So genannte Spitzmaulnashörner haben nämlich, wie der Name andeutet, eine lange, spitze und bewegliche Oberlippe, die sie benötigen, um Blätter und Zweige von Sträuchern und Büschen abzuweiden. Bei so genannten Breitmaulnashörnern hingegen ist die Oberlippe weitaus weniger ausgeprägt, da sich diese Art überwiegend von Gras ernährt!

Spitzmaulnashorn © Frederick J. Weyerhaeuser / WWF-Canon

Breitmaulnashörner haben außerdem einen Buckel! Er besteht aus Muskeln und Sehnen, die ihren schweren Kopf halten. Außerdem gelten sie als geselligste und friedlichste aller Nashornarten und können deshalb häufiger in kleineren Gruppen beobachtet werden, während Spitzmaulnashörner strikte Einzelgänger sind, die bei Störungen schnell aggressiv werden können!

Breitmaulnashorn © Simon Rawles / WWF-Canon

Wald- und Savannenriesen

Elefanten
Waldelefant © Hervé Morand / WWF

Auch die Elefanten Afrikas gibt es in zwei Arten. In den Savannen des Kontinentes leben ausschließlich die bis zu sechs Tonnen schweren, imposanten Afrikanischen Savannenelefanten, die als größte Landsäugetiere der Welt gelten. In den Regenwaldgebieten Zentralfrikas ist hingegen der mit bis zu 3,2 Tonnen deutlich leichtere Waldelefant zu Hause.

Afrikanischer Savannen Elefant © Martin Harvey / WWF-Canon

Beide Arten sind sehr gesellig und leben in größeren Herden, die von einer alten, erfahrenen Leitkuh angeführt werden. Außerdem haben bei beiden Arten sowohl Männchen als auch Weibchen ausgeprägte Stoßzähne, die zum Graben oder als Verteidigungswaffe genutzt werden können.

Beide Arten ernähren sich von Gras, Rinde, Früchten, Wurzeln und Blättern, wobei Waldelefanten eine ganz besondere Vorliebe für Früchte haben, die in ihrem gewohnten Lebensraum, dem Regenwald, auch in großer Zahl zu finden sind.

Ein Dschungel voller Vettern

Menschenaffen
Schimpanse © Martin Harvey / WWF-Canon

In den afrikanischen Tropen leben vier Arten von Menschenaffen: der Östliche Gorilla, der Westliche Gorilla, der Schimpanse und der Bonobo.

Unser wohl bekanntester Verwandter ist sicherlich der Schimpanse. Seine Intelligenz und seine Fähigkeit, verschiedene Werkzeuge zu benutzen, wurde bereits ausführlich dokumentiert - zum Beispiel durch die britische Verhaltensforscherin Jane Goodall. Schimpansen nutzen Steine als Nussknacker oder angeln mit Zweigen Termiten aus ihren Bauten. Auch Gorillas greifen nachweislich zu Werkzeugen: So benutzen sie zum Beispiel Stöcke, um die Tiefe eines Gewässers zu ermitteln.

Berggorilla © Timothy Geer / WWF-Canon

Unter den Gorillas, den "sanften Riesen" der Wälder, fällt vor allem der besonders dicht behaarte Berggorilla auf. Er ist eine Unterart des Östlichen Gorillas, die erst im Jahr 1903 entdeckt wurde und heute besonders bedroht ist. Nur noch etwa 900 Exemplare leben in zwei getrennten Populationen im Osten des Kongobeckens - in den Virungabergen und in den Wäldern des Bwindi-Impenetrable-Nationalparks.

Bonobos sind die wohl am wenigsten bekannten Menschenaffen. Ihr einziger Lebensraum ist ein schwer zugängliches Gebiet in der Demokratischen Republik Kongo. Der Bestand dort ist schwer zu schätzen: Fachleute vermuten dort zwischen 10.000 und 50.000 Tieren.

Auch Bonobos gelten als intelligent und benutzen Werkzeuge, um an Nahrung zu gelangen. Anders als Schimpansen gelten Bonobos als auffallend friedliche Zeitgenossen, die blutige Konflikte vermeiden. Ihr intensives Sexualverhalten wird von Wissenschaftlern als ein Mittel gedeutet, um Stress in der Gruppe abzubauen.

Zudem haben wissenschaftliche Beobachtungen erwiesen, dass die Führungsrolle bei Bonobo-Gruppen stets von erfahrenen Weibchen übernommen wird. Dies ist unter allen Menschenaffen einzigartig.

Bonobos © naturepl.com / Karl Ammann / WWF-Canon

Die Geister des Waldes

Lemuren
Indri © R.Isotti, A.Cambone - Homo Ambiens / WWF-Canon

Die Lemuren Madagaskars sind noch recht ursprüngliche Affen. Ihr Aussehen erinnert ein wenig an urzeitliche Insektenfresser, von denen alle Primaten abstammen, also Affen und wir Menschen: Einige haben lange, spitze Schnauzen und ähneln mit ihren unbehaarten feuchten Nasen eher Hunden. Und auch im Körperbau, mit den auffallend großen Augen, dem meist langen Schwanz, den Zähnen und selbst in ihrem Blut zeigen Lemuren, dass sie zu einer älteren Entwicklungsform gehören als "moderne" Affen wie Paviane oder Schimpansen.

Es gibt vermutlich etwa 100 Arten von Lemuren auf Madagaskar. Die größte Lemurenart ist der Indri, ein schwarz-weißer, bis zu 9,5 Kilogramm schwerer, Baumbewohner, der unter den Urvölkern Madagaskars als heilig gilt. Die Seelen der Toten sollen, Legenden zu Folge, in diesen Lemuren weiterleben. Und da die tagaktiven Indris oft viel Zeit damit verbringen, ein ausgiebiges Sonnenbad zu nehmen, gehen die Ureinwohner davon aus, dass die ihnen heiligen Lemuren regelmäßig die Sonne anbeten.

Mausmaki © Louise Jasper / WWF-Madagascar

Im starken Kontrast zum großen Indri stehen die winzigen Mausmakis. Diese nur ca. zehn Zentimeter langen Geschöpfe mit meist bräunlichem Fell und großen runden Knopfaugen werden erst in den späten Abendstunden aktiv und springen von Baum zu Baum auf der Suche nach nahrhaften Früchten.

Von den 19 Mausmaki-Arten wurden die meisten erst in den vergangenen Jahren entdeckt. Allein im Jahr 2013 wurden zwei neue Spezies, der Anosy-Mausmaki und der Marohita-Mausmaki, erstmals beschrieben. Warum so spät? Durch ihre zwergenhafte Körpergröße und ihre extrem unauffällige Lebensweise im Schutz der Nacht können sich die Mini-Lemuren wie kaum eine andere Säugetierart vor den Menschen verborgen halten.

Alle Lemuren sind Feuchtnasenaffen (Trockennasenaffen sind Menschenaffen). Sie leben in Madagaskars Regen- und Trockenwäldern, vor allem in dünnbesiedelten Gebieten, wo Menschen selten hinkommen. Lemuren lieben Blätter, Früchte, Nektar, Baumsäfte und Bambus. Manche fressen auch Insekten und kleine Tiere wie etwa Schlangen.

Viele Arten sind nachts unterwegs, Kattas, Sifakas und Indris hingegen meist tagsüber. Lemurenkinder werden nach 59 bis 170 Tagen geboren, je nach Art. Sie können fünf bis 35 Jahre alt werden.

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