Was ist los in Afrika?


Gefahr im


Paradies


© Frederick J. Weyerhaeuser / WWF-Canon

Wiege der Menschheit und Kontinent der Konflikte

© Green Renaissance / WWF-Canon

Nach dem Ende der Kolonialzeit vor mehr als 50 Jahren leiden nicht wenige Völker an Armut, Hunger, Krankheiten oder unter der Herrschaft skrupelloser Despoten. Berechenbare demokratische Strukturen sind noch in der Minderzahl. Daher gelingt es zum Beispiel militärisch hochgerüsteten Wilderertrupps, ganze Elefanten- oder Nashornherden abzuschlachten und deren Stoßzähne und Hörner an zumeist asiatische Großhändler zu verkaufen. Auch Regenwälder werden nach wie vor gerodet, um mit dem Holz rasch und kurzfristig Geld zu machen. Quo vadis Africa? Gibt es noch Hoffnung?

Kahlschlag für Möbel und Gitarren

© Martin Harvey / WWF-Canon

Bereits 90 Prozent der ursprünglichen Waldfläche Madagaskars sind bis heute vernichtet worden, doch die Zerstörung nimmt kein Ende. Denn Tropenholz ist nach wie vor ein weltweit heiß begehrtes Gut. Insbesondere bei der Oberschicht ostasiatischer Staaten steigt die Nachfrage nach Luxusmöbeln aus den teuersten Hölzern der Welt. Dazu zählt das so genannte Rosenholz aus Madagaskar. Auch westliche Konzerne wie der US-amerikanische Gitarrenhersteller Gibson bedienen sich gerne an illegal gerodetem Rosenholz. Bereits ein Kubikmeter davon ist auf dem Schwarzmarkt 3.000 US-Dollar wert! Kein Wunder, dass skrupellose Holzunternehmen auch die letzten Waldvorkommen der Insel plündern wollen. Eine nach dem Putsch 2009 unorganisierte Übergangsregierung macht es ihnen offenbar leicht.

Sogar Schutzgebiete wie der Masoala-Nationalpark im Nordosten Madagaskars, einem UNESCO-Weltnaturerbe, werden von der Holzmafia nicht verschont. Die bitterarme Bevölkerung der Insel wird zum Teil durch Morddrohungen unter Druck gesetzt und gezwungen, für einen Hungerlohn unter schlechten Arbeitsbedingungen ihr Umfeld zu vernichten.

Auch die Regenwälder Zentralafrikas sind zunehmend vom Kahlschlag betroffen - eine Entwicklung, die tausende von Tier- und Pflanzenarten immer weiter an den Rand der Ausrottung treibt!

Großes Schlachten für Statussymbole

© Frederick J. Weyerhaeuser / WWF-Canon

Die großen Geschöpfe des afrikanischen Kontinents leiden ebenfalls unter den merkwürdigsten menschlichen Bedürfnissen: Breitmaulnashörner und Spitzmaulnashörner fallen Wilderertrupps wegen ihrer auffälligen Keratin-Hörner zum Opfer. In Südafrika wurde allein im ersten Halbjahr 2013 bereits 461 Nashörnern das Horn abgehackt oder herausgesägt, einigen noch bei lebendigem Leib.

Afrikanische Elefanten werden von kriminellen Jägern getötet, um ihre Stoßzähne zu verkaufen. Allein im Frühjahr 2012 wurden im Bouba-Ndjida-Nationalpark im westafrikanischen Kamerun vermutlich mehr als 350 Elefanten innerhalb kürzester Zeit brutal abgeschlachtet!

Diesen grausamen Praktiken liegt ein zweifelhaftes Verlangen zu Grunde. So landen die gewilderten Rhinohörner zum größten Teil in China und Vietnam, wo sie in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Heilmittel in Pulverform für diverse Krankheiten eingesetzt werden. Auch wenn dies verboten ist und führende Vertreter dieser Medizin klar davon abraten, scheint die Nachfrage bei der ostasiatischen Oberschicht ungebremst. Auch Elfenbein als Statussymbol der Aufsteiger ist nirgendwo so stark gefragt wie in China. Entsprechend hoch sind dort die Preise auf dem Schwarzmarkt: Mindestens 2.000 Euro werden inzwischen für 100 Gramm Nashornpulver auf dem Schwarzmarkt bezahlt. Für Elfenbein wird pro Kilogramm bis zu 1.800 Euro geboten.

Auch wenn sie davon nur einen Bruchteil bekommen: Für Wilderer lohnt sich wegen der Nachfrage in Asien auch weiterhin die Jagd auf Elefanten und Nashörner.

Affen als Essen

© Martin Harvey / WWF-Canon

In der Oberschicht mancher afrikanischer Staaten gilt Affenfleisch heute als Delikatesse. Manche Wohlhabende sind bereit, dafür hohe Summen zu zahlen - obgleich es illegal ist.

Selbst in westliche Industrieländer wird Affenfleisch geschmuggelt. Zugleich wird die Jagd auf Meerkatze, Gorilla und Co. im Zuge der größeren Regenwaldzerstörung immer einfacher. Doch wer mit Menschenaffenfleisch handelt, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, der beraubt nachfolgende Generationen ihrer finanziellen Grundlage. Die seltenen Großaffen gelten schließlich als wichtigstes Standbein der örtlichen Tourismusbranche.

Tragisch ist, dass mit dem Verzehr von Affenfleisch beim Menschen auch bislang unbekannte Krankheiten ausgelöst werden können. Es gilt mittlerweile als erwiesen, dass der Aids-Erreger von zentralafrikanischen Schimpansen auf Menschen übergesprungen ist.

Blut an unseren Handys

© naturepl.com / Eric Baccega /WWF-Canon

Afrikas Tiere sterben nicht nur für Pseudo-Heilmittel und Delikatessen. Auch Produkte, die für uns als "Erste Welt"-Bewohner aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, richten gehörigen Schaden an. Handys zum Beispiel: In ihnen stecken Edelmetalle, die unter menschenunwürdigen und gesundheitsschädigenden Arbeitsbedingungen in Afrika gewonnen werden. Und deren Gewinnung die Umwelt schädigt.

Vor allem in der Demokratischen Republik Kongo ist die Lage sehr kritisch. Durch einen kaum kontrollierten Abbau des Erzes Coltan - der zudem unter menschenunwürdigen Bedingungen verläuft - werden jährlich gewaltige Flächen urtümlichen Regenwaldes vernichtet. Menschen und Tiere verlieren so zunehmend Lebensraum. Vor allem der Bestand der kritisch gefährdeten Berggorillas im Ostkongo leidet massiv an den Folgen des Bergbaus, denn die Grenzen des für Gorillas bewohnbaren Territoriums werden von Jahr zu Jahr enger. Diese Naturzerstörung geht uns alle an, denn nur durch das kostbare Coltan, genauer durch das daraus gewonnene Metall Tantal, funktionieren all unsere Handys und Laptops.

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