Bleib aktuell!


Was gibt's


Neues?


© Martin Harvey / WWF-Canon
Survival of the fittest - Darwin's Nightmare


von FriedaRockt
26.01.2015
5
0
45 P

Der Victoriasee...der zweitgrößte Süßwassersee der Erde, angrenzend an Uganda, Kenia und Tansania in Afrika.

Ein Paradies für über 500 Fischarten - tausende Fischer leben von ihren Fängen aus dem See und was sie nicht selbst benötigen verkaufen sie für etwas Kleingeld.

So war es noch bis vor über 50 Jahren...

In den 1960er Jahren wurden einige Exemplare des Nilbarschs im Victoriasee angesiedelt. 

Ziel war es, mit diesem Handeln den kommerziellen Fischfang und somit auch die exportorientiere Fischindustrie zu fördern. International ist der mittlerweile unter dem Namen bekannte "Victoriabarsch" sehr begehrt - der Großteil des Fischs geht allerdings nach Asien und Europa! 

Aufgrund des Aufschwungs der Fischindustrie  am Victoriasee stieg auch die Bevölkerung an. In den umliegenden Städten gab es nun jede Menge Arbeitsplätze und viele Menschen kamen aus der Peripherie um sich einen Job zu suchen.

Der Nilbarsch ist in diesem See jedoch nicht heimisch - die gefräßigen Tiere brachten innerhalb kurzester Zeit das gesamte Ökosystem aus der Bahn. 

Diversen heimischen Fischarten starben aus!

Die ökologische, wirtschaftliche und menschliche Katastrophe nahm ihren Lauf...
Ruiniert wurde die einheimische Trockenfischindustrie in der nun viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren. 
Außerdem waren viele Anwohner von dem ehemals vielfältigem Nahrungsangebot aus dem See durch ihre Subsistenzwirtschaft abhängig.

Durch das auch für den Nilbarsch sinkende Nahrungsangebot und dem konsequenten Fang schrumpfte auch die Zahl des angesiedelten Tieres.
Das hatte zur Folge, dass sich zwar andere Bestände im See wieder etwas erholten, aber für die Menschen die am Gewässer lebten, wurde es nun erst richtig schlimm.

Es gab immer mehr Arbeitslose!

Eltern scheuchten ihre Kinder davon, da sie sie nicht mehr versorgen konnten, Mütter versuchten etwas Geld durch Prostitution zu verdienen, denn ihre Männer waren fort gegangen oder verdienten mit dem FIschfang nicht genug.
Hungersnot beherrscht den Alltag der Bevölkerung - obdachlose Kinder betteln und kämpfen auf den Straßen um Essen.
 
Doch selbst wenn es Nahrungsmittel auf dem Markt geben würde, könnte es sich niemand leisten diese zu kaufen!

In der Bevölkerung entwickelten sich starke Konflikte und europäische Flugzeuge, die kommen um Tonnen von Fisch abzuholen, bringen Waffen mit in die Kriesengebiete.

Mit der steigenden Bevölkerung kamen jedoch noch weitere Probleme auf den Tisch...
Neben der Fischindustrie wurde auch die Landwirtschaft intensiviert.
Es kamen Unmengen von Dünger zum Einsatz - dieser gelangte mit anderen Abwässern und Abfällen aus der Industrie in die Flüsse, die in den Victoriasee fließen.
So gelangen immer mehr Mineralstoffe - besonders Phosphor - in das Wasser. 

Das begünstigt das starke Wachstum der Pflanzen...

Je mehr Pflanzen es gibt, desto mehr abgestorbenes organisches Material ist vorhanden, welches zum Seegrund sinkt und dort wieder mineralisiert wird. 
Für diesen Vorgang ist jedoch Sauerstoff notwendig. 

Gerade im Sommer ist der See besonders sauerstoffarm und es kommt zur Hypertrophierung. Hierbei kommt es zu Faulnis wobei schädliche Gase wie Ammoniak, Schwefelwasserstoff und Methan freigesetzt werden. 

Das Existieren von Pflanzen und Tieren im und am See ist unmöglich - das gilt natürlich auch für den Menschen am Ufer!

Es wird deutlich, dass nicht nur das Ansiedeln des "Victoriabarschs" dieses Desaster herbei geführt hat.
Entscheident sind viele Faktoren, die die Bevölkerung nicht allein in den Griff bekommen wird - doch was macht die Politik? Die Verantwortlichen schauen selbstverständlich weg...

 

 

 

Quellen:

Film -> Darwin's Nightmare

http://de.wikipedia.org/wiki/Victoriasee

http://www.ostafrika-forschung.de/1999/1Regionalseminar/rsrascheb/rsrascheb.htm

Bild:
http://images.zeit.de/wirtschaft/2011-12/migingo-2/migingo-2-540x304.jpg

 

Weiterempfehlen

Kommentare (5)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
11.02.2015
NelEng hat geschrieben:
@Makanie - aer da muss es doch irgend eine Lösung geben, wie man da helfen kann... oder nicht?
02.02.2015
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Eine schreckliches Szenario was sich da abgespielt hat!! So weit hätte es nie kommen dürfen!!! Das kann es doch nicht sein, dass die Politik nichts unternahm!
27.01.2015
Julia99 hat geschrieben:
Das ist echt traurig und schockierend...
trotzdem danke für den interessanten Bericht! :)
27.01.2015
FriedaRockt hat geschrieben:
Erst einmal vielen Dank!
Hilfestellung gestaltet sich in Ländern wie diesen auch einfach schwierig - denn einen kompletten Staat umzukrempeln ist äußerst kompliziert.
Als Industrieland und Großabnehmer könnte man natürlich sagen:" Okay, lasst uns denen Geld schicken!" - so schafft man aber wieder eine Abhängigkeit von anderen Nationen!
Das beste wäre natürlich, wenn die Länder das aus eigener Kraft schaffen würden, aber leider fehlt bei vielen Verantwortlichen die Bereitschaft dazu.
Außerdem ist das Know-How einfach nicht vorhanden!
27.01.2015
Makanie hat geschrieben:
Megainteressant und total traurig! Schade, dass sich wieder keiner zu gut ist, um zu helfen. Aber toller Bericht, wirklich! :-/
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Mitglied des Monats
teaser_220.png


Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil
Folgen und mit Freunden teilen