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© Martin Harvey / WWF-Canon
Reise in den Regenwald - Zurück in Mambele (12/15)


von Janine
25.12.2011
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Ich sitze am Frühstückstisch im Camp Kombo und esse ich ein frischgebackenes Brot mit Schokolade. Das Brot wird hier in Mambele von einem Mann hergestellt, der nach dem Backen immer einen ganzen Haufen davon auf seiner Ladentheke liegen hat. Das Brot sieht ein bisschen aus wie Baguette. Ziemlich lang, aber weicher und schmaler ist es. Man kann es mit Schokolade oder Butter bestreichen lassen, oder auch so essen.

Seit ein paar Tagen bin ich also wieder in Mambele. Ich bin gerade dabei ein Feuer zu machen, als Julia um die Ecke kommt. Sie strahlt und freut sich über unser Wiedersehen. Das Feuer, das ich mit Mühe endlich zum Brennen gebracht habe, kann ich gleich getrost wieder löschen. Neben Julia ist auch eine neue Gasflasche ins Camp gekommen. Na gut, dann schmeckt mein abgekochtes Wasser wenigstens nicht nach Feuer. Wir beginnen zu kochen. Kochbananene - gekocht und frittiert - und Avocadosalat.

Es gibt viel zu erzählen. Die letzten Tage waren sowohl für sie als auch für mich ziemlich ereignisreich. Julia hat unsere Kamerafallen wieder abmontiert. Am Abend schauen wir uns einige der Bilder an. Die zehn Fallen haben insgesamt 5.053 Bilder gemacht! Auf einem Foto sieht man eine Gruppe von Perlhühnern über den Weg tapsen! Die sehen total lustig aus, haben eine richtige Punkfrisur! Sie starren sogar in die Kamera. Außerdem haben wir natürlich viele Elefanten, Bongo-Antilopen, Affen, Schweine und sogar eine Ginsterkatze erwischt!
Die Kameras sind fast alle unbeschadet zurückgekehrt. Nur eine wurde von einem Elefanten entdeckt. Er war eigentlich schon vorbeigelaufen, aber dann sieht man auf den Fotos, wie er plötzlich stehen bleibt, sich umdreht und schnurstracks auf die Kamera zugeht. Er betastet sie mit dem Rüssel und dreht sie um einige Grad zur Seite. Dann lässt er von ihr ab und läuft weiter Richtung Lichtung.

Als wir gerade mitten im Fotorausch sind, kommen vier Autos ins Camp gefahren. Es ist schon dunkel, aber durch die Autoscheinwerfer ist es fast wieder Tag! Es sind Touristen. Zehn Stück. Und die sollen alle in den wenigen Hütten untergebracht werden. Als klar wird, dass nicht genügend Schlafplätze da sind, kommt eine füllige Amerikanerin mittleren Alters auf uns zu und schnaubt „When did you book this?“ (Wann habt ihr gebucht?). „Wir sind Forscher“ antworten wir. Wie viele wir denn seien und wie viele Häuser wir belegen. Wir sind zu dritt und haben zwei Häuser. Ob wir nicht eines an sie abrücken könnten, nur für eine Nacht. Wir stimmen zu. Der Ami-Trupp hat ja schließlich schon eine lange Reise hinter sich und jetzt gibt es nicht mal Strom im Camp. Ich ziehe also aus und quartiere mich bei Julia und Maryntho ein. Sie haben ein zusätzliches Bett und da kann ich schlafen. Als ich gerade alles zurechtlege, höre ich es rascheln. Kurze Zeit später springt eine große schwarze Maus gegen das Fenster, direkt neben meinem Bett. Sie hat es auf die Vorräte abgesehen, die hier gelagert werden. Kochbananen, Avocados, Papayas.. Die Maus wird ein bisschen panisch. Schließlich sind wir zu dritt. Sie springt auf mein Bett und von dort gegen die Wand, von der sie natürlich abprallt. Dann läuft sie Richtung Tür, klettert den Rahmen hoch und setzt sich auf den oberen Rand. Maryntho zückt sein Messer, das genauso lang ist wie die Maus. Er holt aus und will sie gerade erschlagen. Ich verwechsle die Vokabeln und Brülle „Nein!! Nicht mit der Gabel!!“. Wir müssen lachen. Und die Maus springt zurück zum Fenster und flieht durch ein kleines Loch im Fliegengitter.
Nachts kehrt sie aber zurück. Immer wieder weckt sie mich, indem sie durchs Zimmer wuselt und nagt und raschelt.

Jetzt sind es noch zwölf Tage, die ich hier verbringen werde. Vor meiner Abreise wollen wir noch eine Lichtung besuchen. Dazu müssen wir aber noch herausbekommen, wann wieder ein Auto zur Verfügung steht.

 

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Kommentare (6)
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30.12.2011
Janine hat geschrieben:
@Naturailo: Ich fand es auch nicht gut, deshalb hab ich ja auch dazwischen gebrüllt. Wenn die Maus aber die Lebensmittel gefressen hätte (was sie tatsächlich in einigen anderen Nächten getan hat), dann hätten wir auch nichts zu essen gehabt. Denn in Mambele gibt es nicht jede Woche frisches Obst. Und die Maus findet auch im Wald genug zu Fressen. Aber so eine Kammer voller Speisen ist natürlich schon sehr verlockend für sie. Wenn man sie nur verscheucht, dann kehrt sie über kurz oder lang zurück und bringt unter Umständen noch ihre Mäusefreunde mit. Und wenn die sich erstmal über die Lebensmittel hermachen, sind wir diejenigen, die das Nachsehen haben. Ich teile aber deine Meinung. Wer zuerst kommt, frisst zuerst ;o) Und ich hätte es wirklich nicht schön gefunden, wenn die Maus erschlagen worden wäre.
30.12.2011
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
30.12.2011
Naturailo hat geschrieben:
Ich find das aber nicht gut das er die Maus umbringen wollte, es ist schlißlich auch ein lebewesen wie wir und hat hunger. Wenn ihr kurz vorm verhungern seit und euch was zu essen besorgen wollt und jemand euch mit einem Messer umbringen will wie fühlt man sich denn dann? Aber es freut mich das die Maus noch überleben konnte... :)
30.12.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
hrrrhrr :D Schön, dass du die Maus retten konntest ;) Und der Elefant hat sich wohl beobachtet gefühlt, schätze ich...wer weiß was hinter den dicken Schädeldecken so alles geschieht ;)
26.12.2011
Janine hat geschrieben:
Danke ;o)
25.12.2011
FabianN hat geschrieben:
Danke für den abermals tollen Bericht ;)
Meine Glückwünsche für die gelungenen Bilder - hört sich echt super an!!!
Wünsch dir weitere 12 so ereignisreiche Tage!
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