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© Martin Harvey / WWF-Canon
Papierverbrauch


von Janine
18.11.2009
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 Wir sind zu Gast in einem Sägewerk in Libongo. Ich sehe riesige
Baumstämme, die als Ganzes auf große Fließbänder gehoben werden. Am
Ende der Rollstrecke kommt der Urwaldriese als Puzzle wieder heraus.
Klein und fertig zum Abtransport. Der Baum ist jetzt kein Baum mehr.
Er ist zu vielen einheitlichen Brettern geworden, die darauf warten
verbaut zu werden.
Wieviele dieser Bretter wohl brechen werden, oder als Verschnitt in
den Müll wandern?
Wir sind von Papier umgeben, jeden Tag und überall. Wir sind so
abhängig, dass wir Holz und Schreibzeug ganz selbstverständlich
benutzen. An welchen Stellen wird Papier benutzt? Unsere Gewohnheiten
machen uns blind.
Schauen wir uns einmal in einer Küche um. Da gibt es den Eierkarton,
die Etikette auf den Blechdosen, Küchenpapier, Tisch und Stühle,
Bilder am Kühlschrank, Kochbücher, die Tageszeitung, die
Cornflakesverpackung, Kochlöffel, Papierservietten, Streichholzschachteln, Taschentücher, und vieles vieles mehr. Unser
Geld besteht aus Papier, viele unserer Möbel wurden aus Holz gemacht.
Zahnpastatuben sind in kleinen Kartons verpackt.
Wir stehen mitten in einem ehemals grünen Wald, der durch eine
Metamorphose bunt und praktisch geworden ist. Klopapier, Brottüten und
Druckerpapier benutzen wir ohne nachzudenken.
Wenn ein Stuhlbein bricht, schmeißen wir den gesamten Stuhl weg und
kaufen einen neuen. Repariert wird das Wenigste.
Wir können nicht vor dem Massenverbrauch flüchten und wir können ihn
auch nicht komplett einstellen. Aber wir können darauf achten es
besser zu machen.
Recyceltes Küchenpapier gibt es mittlerweile in jedem Supermarkt. Das
Gleiche gilt für Taschentücher und Klopapier. Diese Ware ist auch oft
günstiger.
Außerdem tragen viele Holzprodukte das FSC Siegel, das einen
nachhaltigen Umgang mit den Resourcen versichert. Dieses Siegel
findet man zum Beispiel auf Heften, Bürsten und Möbeln.
Wir können im Alltag darüber nachdenken, ob wir wirklich drei Flyer
annehmen möchten, oder ob wir Reklame im Briefkasten vorfinden wollen.
Müssen wir wirklich alles ausdrucken und können wir dabei nicht beide
Seiten mit Druckerschwärze bestäuben?
Das Bild mit den riesigen verarbeiteten Holzstapeln und der grünen
Urwaldkulisse im Hintergrund kann ich nicht so einfach vergessen. Das
will ich auch gar nicht. Es hat mir gezeigt, wie leicht es für den
Menschen ist, sich an den Habseligkeiten der Natur zu bereichern.
Wer sind wir, dass wir entscheiden unser persönliches Wohl über den
Erhalt der Natur zu stellen? „Ich möchte lieber vierlagiges Klopapier,
als einen Dschungel, den ich nicht sehe und nie kennengelernt habe.“.
Wenn wir die Quellen nicht kennen, ist es schwer auf ihre Produkte zu
verzichten.
Wenn wir alle unseren Blick nur ein wenig schärfen, können wir in
unserem eigenen kleinen Leben dafür sorgen, die letzten Kostbarkeiten
der Erde ein wenig länger zu bewahren. Auch wenn wir nicht alle das
Glück haben sie mit eigenen Augen sehen zu können. Im Grunde wissen
wir aber alle um die Wichtigkeit der großen Wälder.
Lasst uns einen Beitrag leisten und dabei helfen, das Gleichgewicht
der Natur so lang wie möglich zu erhalten.

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